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Lumpengesinde bis Lunge (Bd. 2, Sp. 2131)
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Artikelverweis Das Lumpengesinde, oder Lumpengesindel, des -s, plur. inus. im verächtlichen Verstande, arme, elende, nichtswürdige Leute; das Lumpenvolk, das Lumpenpack sind noch niedriger.
 
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Der Lumpenhandel, des -s, plur. inus. der Handel mit Lumpen, besonders zum Behufe der Papiermühlen. Daher der Lumpenhändler, die Lumpenhändlerinn.
 
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† Der Lumpenhund, des -es, plur. die -e, in der niedrigsten Sprechart, ein armseliger, nichtswürdiger Mensch, im verächtlichsten Verstande.
 
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Der Lumpenmann, des -es, plur. die -männer, oder -leute, S. Adelung Lumpensammler.
 
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† Das Lumpenpack, des -es, plur. inus. siehe Lumpengesinde.
 
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Der Lumpensammler, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Lumpensammlerinn, eine Person, welche die Lumpen zum Gebrauche der Papiermühlen sammelt. Im gemeinen Leben der Lumpenmann, oder Haderlump, die Lumpenfrau.
 
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Der Lumpenzucker, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, ut nom. sing. eine Art groben Zuckers, welcher aus nochmahliger Siedung des Farin- oder Cassonade-Zuckers entstehet; vermuthlich, weil er gemeiniglich in Lumpen eingepackt wird. Die Holländer, welche ihn in großen in Palmblätter gewickelten Hüten zu verschicken pflegen, nennen ihn daher Palmzucker. Durch neues Sieden entstehet aus dem Lumpenzucker, der Melis, die Rafinade, und endlich der Canarien-Zucker.
 
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Die Lumperēy, plur. die -en, im gemeinen Leben, eine elende, armselige, nichtswürdige Sache; in etwas gelinderm Verstande eine Lapperey.
 
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Lumpicht, -er, -ste, adj. et adv. einem Lumpen ähnlich. Noch mehr aber im figürlichen und verächtlichen Verstande, armselig, nichtswürdig, verächtlich. Nichts als lumpichte zwey Groschen. Ingleichen karg, filzig. Sich sehr lumpicht aufführen. Ein lumpichter Mensch.
 
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Lumpig, -er, -ste, adj. et adv. aus Lumpen bestehend, Lumpen habend; zerlumpt. Ein lumpiger Rock. Ein lumpiger Mensch. Auch wohl figürlich für das vorige lumpicht.
 
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Die Lunge, plur. die -n, ein sehr lockerer aus lauter kleinen Bläschen bestehender fleischiger Theil in den thierischen Körpern, welcher die Höhle der Brust größten Theils ausfüllet, und das eigentliche Werkzeug des Athemhohlens ist. Weil sie gemeiniglich aus zwey, oft aber auch aus mehrern Theilen bestehet, welche sonst auch Lappen, Lobi, genannt werden, so pfleget man sie auch wohl, besonders im Oberdeutschen, im Plural die Lungen zu nennen, welches auch in andern Sprachen üblich ist. Im Hochdeutschen ist es in der einfachen Zahl am gewöhnlichsten. Aus voller Lunge heulen, schreyen, lachen; im gemeinen Leben aus vollem Halse. In weiterer Bedeutung verstehet man,

[Bd. 2, Sp. 2132]


besonders in der Jägerey, unter dem Nahmen der Lunge, in einigen Mundarten Lunze, auch wohl das ganze Geschlinge mit Inbegriff des Herzens und der Leber.
   Anm. Bey dem Raban Maurus im 8ten Jahrhunderte Lungun, im Oberd. auch die Lungel, Gelünge, im Dän. und Nieders. Lunge, im Angels. Lungena, im Engl. Lungs im Schwed. und Isländ. Lunga, Ital. Lonza, Franz. Longe, in einigen niedrigen Deutschen Sprecharten auch die Lumpe, die Lumpel; alle wegen der schwammigen, leicht beweglichen Beschaffenheit, und daher aus Einer Quelle mit dem Worte Lumpen, Schwed. Lunt, Nieders. Plunne, im Gegensatze der festern Leber, welche von Lab, coagulum, ihren Nahmen hat.

 

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