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Lügenhaftigkeit bis Lump (Bd. 2, Sp. 2129 bis 2130)
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Artikelverweis Die Lügenhaftigkeit, plur. inus. die Fertigkeit, andere mit Lügen zu hintergehen. Bey dem Notker Lugeheit.
 
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Das Lügenmaul, des -es, plur. die -mäuler, in der harten Sprechart, ein lügenhaftes Maul. Figürlich auch ein lügenhafter Mensch.
 
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Der Lügenprêdiger, des -s, plur. ut nom. sing. in eben dieser harten Sprechart, ein Prediger, welcher seinen Zuhörern Lügen vorträgt. Mich. 2, 11.
 
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* Der Lügenrêdner, des -s, plur. ut nom. sing. ein ungewöhnlicher Ausdruck, einen Lügner zu bezeichnen. 1 Timoth. 4, 2.
 
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Der Lügner, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Lügnerinn. 1) * In der weitern Bedeutung der Wörter Lüge und lügen, ein Heuchler, im harten Verstande; in welcher Bedeutung es mehrmahls in der Deutschen Bibel vorkommt, wo es auch in noch weiterm Verstande einen Gottlosen überhaupt bezeichnet, dessen Verhalten mit seinem Zwecke nicht überein stimmt. 2) In gewöhnlicherer Bedeutung, eine Person, welche eine Lüge vorbringt, und in noch engerm Verstande, welche eine Fertigkeit im Lügen besitzet; in harter und verhaßter Bedeutung. Ein Lügner seyn. Zum Lügner werden, auch, sein Versprechen nicht erfüllen. Zum Lügner an jemanden werden, seine Versicherungen von dem andern nicht erfüllet sehen. Jemanden zum Lügner machen, Schuld seyn, daß dessen Versprechungen nicht erfüllet werden.
   Anm. Bey dem Ottfried Luginar, bey dem Stryker Lugenere, im Dän. Logner. Es ist von dem veralteten Iterativo lügenen, jetzt läugnen, gebildet; dagegen das Angels. Leogore und Schwed. Ljugare unmittelbar von lügen sind.
 
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Lügnerisch, adj. et adv. im gemeinen Leben, für lügenhaft.
 
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Die Luke, plur. die -n, so wohl ein mit einem bloßen Laden verschlossenes Fenster ohne Glas, als auch eine Fallthǖre. Eine Dachluke, Bodenluke, eine solche Öffnung zur Einlassung des Lichtes in dem Dache oder auf einem Boden. Auf den Schiffen, werden alle viereckte Löcher auf den Verdecken, welche mit Fallthüren oder so genannten Lukendeckeln verschlossen werden können, Luken genannt. Auch der Laden oder die Fallthüre selbst führet den Nahmen der Luke.

[Bd. 2, Sp. 2130]



   Anm. Entweder von dem alten Lug, Luk, ein Loch, eine Öffnung, oder von dem Zeitworte lugen, luken, sehen, oder, welches um der letzten Bedeutung willen noch wahrscheinlicher ist, von dem Goth. lukan, galukan, Angels. lucan, belucan, Engl. to lock, Isländ. liuka, Holländ. luyken, schließen, verschließen, (S. Adelung Schließen,) daher Lucka im Schwed. jedes Ding bedeutet, welches zur Zuschließung einer Öffnung dienet, es sey ein Laden oder eine kleine Thür.
 
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Lülch, S. Adelung Lolch.
 
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Die Lumme, plur. die -n, ein Sumpfvogel, S. Adelung Lohme.
 
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† Der Lümmel, des -s, plur. ut nom. sing. nur in den niedrigsten Sprecharten, ein starker aber dabey fauler Mensch im verächtlichsten Verstande, ein fauler Schlingel, und in weiterer Bedeutung ein grober, ungesitteter, ungeschickter Mensch. Im Schwedischen Lömmel, im Mecklenburgischen Lönnies, in Stade Lubbe, in andern Niedersächsischen Gegenden Laban, im Engl. Lobb, Lubber, im Wallis. Labi. Es gehöret zu Klumpen und mit diesem Worte zu Lab, coagulum, laben, Leber, Luppe, und bedeutet überhaupt eine unförmliche, ungeschickte Masse, einen Klumpen. Das Nieders. Lümmel und Lümmels, das Geschlinge der Thiere, ingleichen Lungenmuß, welches nur eine zufällige Ähnlichkeit des Klanges mit diesem Worte hat, gehöret zu dem folgenden Lumpen. Eben so niedrig als Lümmel selbst, sind die abgeleiteten, sich auslümmeln, sich auf eine ungesittete Art auf den Tisch legen, oder den Elbogen auf den Tisch stützen, lümmelhaft, Lümmelhaftigkeit, Lümmeley u. s. f.
 
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Der Lump, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, im verächtlichen Verstande, ein armer, armseliger, schmutziger Mensch, und figürlich ein karger filziger Mensch. Ohne Zweifel von dem folgenden Hauptworte der Lumpen, so wie im Nieders. Glodde einen zerlumpten, schmutzigen Menschen, einen Bettler, von Glodden, Lumpen, und das Ital. Paltone, Paltoniere, Franz. Pautonnier, einen Bettler, von dem noch Nieders. Palt, ein Lumpen, bedeuten. Das Englische Lump, ein Klumpen und figürlich ein Dummkopf, gehöret nicht hierher, sondern mit dem vorigen Lümmel zu Klumpen.

 

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