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Luftfènster bis Lúftlóch (Bd. 2, Sp. 2124 bis 2125)
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Artikelverweis Das Luftfènster, des -s, plur. ut nom. sing. ein Fenster, so fern es dazu bestimmt ist, frische Luft in einen eingeschlossenen Raum zu führen.
 
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Das Luftfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Nahme, welcher im Oberdeutschen denjenigen Kunstfeuern gegeben wird, welche in die Luft steigen, besonders aber den Raketen.
 
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Die Luftgêgend, plur. die -en, eine von den Gegenden der obern, über der Erdkugel befindlichen Luft, deren man verschiedene anzunehmen pflegt; die Region der Luft.
 
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Die Luftgeschwulst, plur. die -en, bey den Ärzten und Wundärzten, eine weiche, weiße, glänzende und elastische Geschwulst ohne Schmerzen, welche aus einer unter der Haut durch die kleinen Höhlen des fetten Körpers ausgebreiteten Luft entstehet; Emphysema.
 
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Der Lufthimmel, des -s, plur. inus. ein Nahme, welchen man zuweilen noch der Atmosphäre oder dem Dunstkreise beylegt, welcher die Erdkugel umgibt, weil er hauptsächlich aus der uns bekannten gröbern und zum thierischen Leben unentbehrlichen Luft bestehet; der Wolkenhimmel. S. Adelung Himmel 2.
 
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Das Lufthonig, des -es, plur. car. in einigen Gegenden, der Honigthau, welcher in andern Himmelhonig genannt wird. S. Adelung Honigthau.
 
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Luftig, -er, -ste, adj. et adv. Luft habend, aus der Luft bestehend, doch in verschiedenen Einschränkungen. 1. So ferne Luft die bewegte Luft, einen gelinden Wind bedeutet, ist luftig eine leicht bewegte Luft habend, darin bestehend; im gemeinen Leben auch lüftig, Nieders. luchtig. Mit lustigem Geräusch, sagt Opitz von den Winden; in welchem Verstande man es doch nicht leicht mehr gebraucht. Ein lustiges Haus, worin eine merkliche Zugluft ist. Die Kinder lassen bey luftiger Witterung einen Drachen fliegen. Luftige Lufterscheinungen nennen einige Naturlehrer diejenigen, welche in einer Bewegung der ganzen Luftmasse bestehen; zum Unterschiede von den wässerigen, glänzenden und feurigen. 2. Von Luft, so fern es den unsichtbaren zum Athemhohlen unentbehrlichen flüssigen Körper bezeichnet. 1) Aus bloßer Luft, aus Luft allein bestehend.
   Ihr luftger Körper ging durch die verschloßne Thür,
   Zachar. 2) Freye, frische Luft habend. Ein luftiges Zimmer, ein luftiges Haus. In süßem luftigen Schlafe, in freyer Luft, Klopst.

[Bd. 2, Sp. 2125]



   3) Sich weit in die freye Luft erstreckend. Die luftige Höhe und Weite, Herd.
   Gethürmte Städte schmücken
   Ihr luftig Haupt,
   Und kleiden sich in Feyer,
   Denis. Luftige Gegenstände, luftige Figuren, in der Mahlerey, Figuren, welche in der Entfernung und gleichsam in der Luft schwebend vorgestellet werden. 3. Mit dem herrschenden Nebenbegriffe der Leichtigkeit. Eine luftige Kleidung, eine leichte, eigentlich, wo die freye Luft ungehindert durchstreichen kann.
   Lauft emsig wie ein Wirth, der sich die Mühe kürzt,
   Und, hurtiger zu seyn, sich luftig aufgeschürzt,
   Haged.
 
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Die Luftklappe, plur. die -n, eine Klappe, so fern sie den Zugang der Luft öffnet oder verschließet; das Ventil, besonders an einer Luftpumpe.
 
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Die Luftkugel, plur. die -n, eine aus bloßer Luft bestehende Kugel. In engerer Bedeutung in der Mathematik, eine hohle Kugel, in welcher man das Wasser vermittelst einer starken Wärme in Luft und Wind zu verwandeln pflegt; Aeolopila.
 
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Die Luftkunde, plur. inus. die Kunde oder Kenntniß der Luft und ihrer Eigenschaften, von welcher die Aerometrie ein Theil ist.
 
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Das Lúftlóch, des -es, plur. die -lcher, Diminut. das Luftlöchlein, ein jedes Loch, so fern es dazu dienet, den Ab- oder Zugang der äußern Luft zu befördern. Das Luftloch eines Kellers, eines Stalles. Die Insecten haben an den Seiten gewisse Luftlöcher. Im Winter hauet man zum Behufe der Fische Luftlöcher in das Eis, welche im gemeinen Leben Wuhnen genannt werden. Die kleinen Zwischenräumchen in der Materie der Körper, welche allein mit Luft angefüllet sind, Lat. Pori, werden von einigen im engern Verstande gleichfalls Luftlöcher genannt; obgleich dieser Ausdruck unbequem ist.

 

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