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Luftader bis Luftfang (Bd. 2, Sp. 2123 bis 2124)
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Artikelverweis Die Luftader, plur. die -n, bey einigen ältern Zergliederern, ein Nahme der Pulsader, vermuthlich, weil man glaubte, daß sie ihre Bewegung vermittelst der eingeathmeten Luft erhalte.
 
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Die Luftblase, plur. die -n, eine mit Luft angefüllete Blase, besonders in und auf einem flüssigen Körper. Bey den Fischen ist es eine mit Luft angefüllte Blase, vermittelst welcher sie sich im Wasser heben und niederlassen, welche auch die Schwimmblase oder Fischblase genannt wird.
 
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Die Luftblume, plur. die -n, der Nahme einer Ostindischen Schmarotzpflanze, welche nur auf andern Bäumen wächset; Epidendrum Flos aeris L.
 
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Der Luftbrunnen, des -s, plur. ut nom. sing. ein kühles Gewölbe unter der Erde, in welchem die von außen hinein geleitete Luft sich in Wasser verwandelt.
 
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Das Luft-Elexier, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Elexier, welches in der Engbrüstigkeit gebraucht wird, das Luftschöpfen, oder Athemhohlen zu erleichtern.
 
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Lüften, verb. reg. act. 1) Von Luft, aer, an die frische Luft stellen, ingleichen einem Dinge den Zugang der frischen Luft verschaffen. Das Getreide lüften, durch Umstechung der frischen Luft den Zutritt verstatten. Die Kleider, die Betten lüften, sie von der frischen Luft durchziehen lassen. Die Bäume lüften, bey den Gärtnern, das Erdreich an der Wurzel aufgraben, damit die äußere Luft hinzu dringen könne. S. auch Auslüften.
   2) Von Luft, so fern der Begriff der Höhe der herrschende ist, bedeutet lüften heben.
   So die lerche luiftet ir gedöne
   Das ir schal uf dur die wolken dringet,
   Graf Conrad von Kirchberg, für erhebet. In dieser Bedeutung kommt es nur noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens vor. Einen Stein lüften, ihn aus seinem Lager heben. Ein Faß lüften, es hinten aufheben.
   Von reiner Gluth belebt,
   Die sich zu lüften strebt,
   Klopft es (mein Herz) und hüpft und bebt,
   Weiße in Lottchen am Hofe. So auch die Lüftung.
   Anm. In dieser zweyten Bedeutung lautet es im Niedersächs. lüften, im Engl. to lift, im Schwed. lyfta, im Dän. lofte, im Isländ. lopta, im Ital. und Latein. levare, im Franz. lever. Im Oberdeutschen ist dafür lupfen üblich. Jemanden aus dem Sattel lupfen, Wurstisen. Die Thore aus den Angeln lupfen, Stumpf. Mit dem Podagra behaftete Personen, welche man lupfen und tragen muß, Bluntschli. Ja bey dem Pictorius ist ein Lupf zu Ehren gar Promotio ad gradum honoris. Im Nieders. sagt man für lüften auch lichten, welches die Verwandtschaft zwischen Luft und leicht noch mehr beweiset. Siehe Lichten und Schlupfen. Man hat noch ein anderes gleichfalls verwandtes Wort, welches im Oberdeutschen leuchten, im Niedersächs. aber luken lautet, und ziehen bedeutet. S. Adelung Schleichen, mit welchem es verwandt ist.
 
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Der Lüfter, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Nagelschmieden, ein eiserner Stift neben dem Amboße, an welchem man

[Bd. 2, Sp. 2124]


den geschmiedeten Nagel von unten aus seiner Krone heraus lüftet oder hebt.
 
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Die Lufterscheinung, plur. die -en, eine merkliche veränderliche Begebenheit in der Luft, d. i. in dem Dunstkreise, dergleichen Regen, Wind, Donner u. s. f. sind. Im gemeinen Leben, wenn sie von seltener Beschaffenheit ist, ein Luftzeichen, mit einem Griech. Ausdrucke ein Phänomen oder Phänomenon.
 
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Die Luftêsse, plur. die -n, S. Adelung Luftfang.
 
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Die Lúft-Essếnz, plur. die -en, eine Essenz, welche in Brustbeschwerung oder Engbrüstigkeit zur Erleichterung des Athemhohlens gebraucht wird.
 
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Der Luftfang, des -es, plur. die -fänge, ein jeder Canal, so fern er dazu bestimmt ist, die frische Luft aufzufangen und an einen andern Ort zu führen. In den Salzkothen ist es ein horizontaler Graben, welcher bis unter den Rost des Herdes geführet wird. Ein gemauerter mehr senkrechter Luftfang heißt eine Luftesse. S. auch Luftfenster, Luftröhre, Luftloch.

 

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