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Löwenpfênnig bis Luchsen (Bd. 2, Sp. 2117 bis 2118)
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Artikelverweis Der Löwenpfênnig, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, Pfennige, auf welche der Wapenlöwe des Münzherren gepräget ist. Der ehemahligen Thüringischen Löwenpfennige galten drey einen alten Groschen.
 
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Der Löwenschütze, des -n, plur. die -n, ein Nahme, welchen sich an einigen Orten die Bäckenknechte beylegen, weil ihnen Kaiser Carl IV. denselben mit dem Löwen in ihren Fahnen zugleich ertheilet haben soll.
 
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Der Löwenschwanz, des -es, plur. inus. eine Pflanze, welche am Vorgebirge der guten Hoffnung wächset; Phlomis Leonurus L.
 
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Der Löwenthaler, des -s, plur. ut nom. sing. eine grobe Holländische Silbermünze, welche 1 Thlr. 3 Gr. gilt, den Louis d'or zu 5 Thlr. gerechnet; wegen des darauf geprägten Holländischen Wapenlöwen. Man hat aber auch kleinere Löwenthaler, welche vermuthlich auch eine Holländische Münze sind, aber nur 17 Groschen gelten.
 
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Der Löwenzahn, des -es, plur. inus. ein Nahme einer Pflanze, welche auf den Europäischen Wiesen wächset; Leontodon Taraxacum L. An andern Orten wird sie Hundslattich, Pfaffenblatt, Mönchskopf u. s. f. genannt. S. auch Dotterblume.
 
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Die Löwinn, plur. die -en, das weibliche Geschlecht des Löwen, S. Adelung Löwe.
 
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Die Lucếrne, plur. inus. eine Art des Schneckenklees mit traubenförmigen Blumenstielen; Medicago fativa. Sie ist in Spanien und Frankreich einheimisch, von wannen sie auch ihren Nahmen mit nach Deutschland gebracht hat, wo sie in verschiedenen Gegenden als ein gutes Futterkraut gebauet wird.
 
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Das Lūch, des -es, plur. die -e, in einigen Gegenden, ein Morast, eine sumpfige Gegend, S. das Loh.
 
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Der Luchs, des -es, plur. die -e, ein vierfüßiges fünfzehiges fleischfressendes Thier, von gelblicher Farbe mit röthlichen Flecken, welches viele Ähnlichkeit mit einer Katze hat, nur daß es größer ist, und an den Spitzen der Ohren in die Höhe stehende Büschel Haare hat; Lynx L. Er hält sich in den großen Wäldern aller vier Welttheile auf und greift Hirsche und Rehe an. S. Adelung Kalbsluchs, Katzenluchs und Hirschluchs. Daher die Luchsinn, ein Luchs weiblichen Geschlechtes, welches Wort bey den Jägern völlig gangbar ist. Weil er sehr scharf siehet, und wie eine Katze auf seinen Raub lauert, so pfleget man auch einen scharf sehenden Menschen, besonders der auf alles siehet und höret, was er nicht sehen und hören soll, einen Luchs zu nennen.
   Anm. Im Nieders. Loß, Los, Angels. Lox, im Dän. Loß, im Schwed. Lo, im Griech. und Latein. mit dem eingeschalteten Naselaut λυγξ, Lynx. Da dieses Thier auch in den nördlichen

[Bd. 2, Sp. 2118]


Gegenden Europens einheimisch ist, und noch jetzt in den Litthauischen, Preußischen und Norwegischen Wäldern angetroffen wird, so ist nicht glaublich, daß die Deutschen seinen Nahmen erst von den Lateinern oder Griechen entlehnet haben sollten. Es ist derselbe vielmehr in einer gemeinschaftlichen ältern Quelle zu suchen, und diese kann entweder das alte lee, lau, falsch, böse, grimmig, seyn, (S. Adelung Leg und Laugold,) oder auch das veraltete lugen, sehen, ingleichen nachstellen, weil dieses Thier wegen seines scharfen Gesichts von Alters her bekannt ist. S. Lugen.
 
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Das Luchsauge, des -s, plur. die -n, eigentlich, die hellen, scharfen Augen des Luchses. Figürlich sagt man von einem Menschen, er habe Luchsaugen, wenn er ein scharfes Gesicht hat, oder eine Sache eher und deutlicher siehet als andere.
 
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Luchsen, verb. reg. act. et neutr. S. Adelung Lugen und Belugsen.

 

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