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Losungsamt bis Lȫthblếch (Bd. 2, Sp. 2111 bis 2113)
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Artikelverweis Das Losungsamt, des -es, plur. die -ämter, S. eben daselbst.
 
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Die Losungs-Casse, plur. die -n, S. eben daselbst.
 
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Das Losungsfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. Siehe 2. Losung 1.
 
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Der Losungshêrr, des -en, plur. die -en, Siehe 3. Losung 2.
 
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Der Lōsungsschúß, des -sses, plur. die -schüsse, Siehe 2. Losung 1.
 
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Die Losungsstube, plur. die -n, S. 3. Losung 2. 2) (b).
 
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* Das Lot, des -es, plur. die -e, oder die Lote, plur. die -n, ein nur im Nieders. üblicher Ausdruck, eine an einer langen Stange befindliche Schaufel zu bezeichnen, womit der Schlamm aus einem Graben gezogen wird, und welche auch die Late oder Lotse heißt. Daher loten, oder lotsen, den Schlamm auf solche Art heraus ziehen. In den Lüneburgischen Salzwerken ist, dem Frisch zu Folge, das Lot, ein Werkzeug, das gesottene Salz damit aus den Pfannen zu heben. Wenn dieses Wort nicht zu los und lösen gehöret, so scheinet es mit Lase, 1. Losung, Lade, und andern dieses Geschlechtes, verwandt zu

[Bd. 2, Sp. 2112]


seyn, ein tiefes, hohles Gefäß zu bezeichnen. Es ist der Niederdeutschen Mundart gewöhnlich, das Oberdeutsche s in ein t zu verwandeln. Im mittlern Lat. ist Lothum ein gewisses Maß flüssiger Dinge. S. auch Lotte.
 
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1. Das Loth, des -es, plur. die -e, ein Wort, welches zu dem Geschlechte des Wortes laden, Last, gehöret, und überhaupt einen schweren Körper und dessen Gewicht bedeutet. In dem Schwabenspiegel und spätern Schriften der vorigen Jahrhunderte kommt Loth und Gelöthe sehr häufig von dem Gewichte vor. Falsches Loth und Maß haben, falsches Gewicht und Maß. Im Englischen ist Load noch eine jede Last. Im Deutschen ist es in dieser weitern Bedeutung veraltet, wo es nur noch von einigen besondern Arten der Gewichte gebraucht wird. 1) Ein an einer Schnur befestigter schwerer, gemeiniglich bleyerner Körper, womit die Seefahrer die Tiefe des Meeres, die Maurer und Werkleute aber den senkrechten Stand eines Körpers erforschen, wird häufig das Loth, und, so fern es von Bley ist, das Bleyloth genannt. S. Lothsmann. 2) Die Ladung eines Geschützes, d. i. derjenige schwere Körper, welcher außer dem Pulver in ein Geschoß geladen wird, führete ehedem den Nahmen des Lothes. Niedes. Lood, wo es auch von den Kanonenkugeln gebraucht wurde. Frisch führet aus Leibnitzens Scriptor. die Beschreibung eines großen Stückes an, von welchem es heißt:
   Dar tho wol hundert Wagen
   Mußten Pulver und Lode tragen, d. i. Kugeln. Ein eisern Loth von 9 Pfund, eine solche eiserne Kanonenkugel, Renner in dem Brem. Nieders. Wörterb. Und schöten aver 300 Löde in de Stadt, ebend. Jetzt gebraucht man es nur noch zuweilen von dem kleinen Feuergewehre, in der R. A. Kraut und Loth, wofür man auch sagt Pulver und Bley, nicht bloß die Kugeln, sondern auch den Schrot zu bezeichnen. Den Soldaten Kraut und Loth austheilen, Pulver und Bley. S. Adelung Kraut. 3) Eine Art eines kleinen Gewichtes, welches die Hälfte einer Unze ist, und vier Quent hält, ist noch überall unter dem Nahmen des Lothes bekannt. Nieders. Lood, Böhm. Lott, im mittlern Lat. Lod, Lodis, Loto, Lothum. Da es denn, wenn es ein Zahlwort vor sich hat, nach Art der meisten Wörter dieser Art, im Plural unverändert bleibt; zehen Loth, nicht Lothe.
   Anm. Im Nieders. und den nördlichern Sprachen ist auch das Bley unter dem Nahmen des Lothes bekannt. Nieders. Lood, Angels. Laede, Leade, Engl. Lead, Schwed. Lod. Entweder wegen seiner Schwere, oder auch wegen seiner Leichtflüssigkeit, S. das folgende. Da nun das Gewicht, welches in den obigen Fällen gebraucht wird, gemeiniglich Bley ist, so kann es gar wohl seyn, daß in einigen derselben vorzüglich diese Benennung zum Grunde lieget. S. Laden, das Zeitwort.
 
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2. Das Loth, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, überhaupt ein leichtflüssiger Körper, wo es vornehmlich bey den Metallarbeitern üblich ist, denjenigen leichtflüssigen metallischen Körper, womit die Fugen eines strengflüssigern zusammen geschmelzet werden, zu bezeichnen. Das Loth der Klemperer bestehet aus Zinn und Bley, zu andern Metallen sind andere Mischungen üblich. S. auch Löthe, Schlagloth und Schnellloth. Anm. Wahr ist es, daß das Bley das gewöhnlichste und vielleicht auch älteste Loth ist. Allein, daß mit diesem Worte nicht so wohl auf die Materie, als vielmehr auf die Schmelzung und Leichtflüssigkeit gesehen wird, erhellet unter andern auch aus dem Worte Löthe, und Löthen.
 
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Die Lōthásche, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, in der Chymie, die aus der Sode und andern alkalischen Pflanzen

[Bd. 2, Sp. 2113]


gebrannte Asche, so fern sie zum Löthen, d. i. Schmelzen, der glasartigen Körper dienet, und von welcher die Pottasche eine Art ist. Das aus solcher Asche gezogene Salz ist unter dem Nahmen des Löthsalzes bekannt. In den Glashütten sind die Löthasche und das Löthsalz Bestandtheile der Fritte.
 
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Das Lȫthblếch, des -es, plur. die -e, bey den Gürtlern, ein hohles Blech, die Öhre damit an die Knöpfe anzulöthen.

 

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