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Lschnapf bis Lose (Bd. 2, Sp. 2105 bis 2106)
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Artikelverweis Der Lschnapf, des -es, plur. die -näpfe, Diminut. das Löschnäpfchen, S. Adelung Löschhorn.
 
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Das Lschpapier, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, graues ungeleimtes Papier, welches die darauf gemachten Züge aus einander fließen und erlöschen macht; im Oberdeutschen daher Fließpapier, im Österreich. Schrembspapier, Schrenz, bey dem Apherdian Lunkpapier, im Nieders. Togpapier, weil es die Feuchtigkeiten in sich ziehet, und wegen seines Gebrauches Drögels, Dröglings, Drögeldook.
 
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Der Lschplatz, des -es, plur. die -plätze, in den Seestädten. ein Platz, wo die Schiffe oder Waaren gelöschet, d. i. ausgeladen, werden; S. 1. Löschen.
 
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Die Lschschaufel, plur. die -n, in dem Hüttenbaue, eine Schaufel, womit die Lösche, d. i. der Kohlenstaub, auf den Herd getragen wird.
 
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Der Lschspieß, des -es, plur. die -e, im Hüttenbaue, ein eiserner Spieß, die Schlacken, welche sich vor das Gebläse setzen, damit los zu stoßen, oder abzulösen; wo es unmittelbar von diesem Zeitworte lösen durch eine zischende Aussprache gebildet zu seyn scheinet. Auch die Schlösser und Schmiede haben Löschspieße, womit sie das Feuer in den Essen lösen, oder los, d. i. locker, machen, welche auch Essenklingen genannt werden.
 
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Der Lschtrog, des -es, plur. die -tröge, bey den Schmieden, ein Trog mit Wasser, die Kohlen daraus mit dem Löschwische zu besprengen, damit sie nicht so geschwinde wegbrennen; ingleichen glühendes Eisen darin abzulöschen. S. auch 2. Lösche. Auf den Blechhämmern führet auch derjenige Trog, in welchem der Hanbreylehm eingemacht wird, den Nahmen des Löschtroges.
 
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Die Lschwanne, plur. die -n, auf den Kupferhämmern, eine Wanne, in welcher die Kupferasche von den aufgetieften Kesseln abgespület wird; vielleicht auch von lösen, so fern es ehedem befreyen überhaupt bedeutet hat.
 
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Das Lschwasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. 1) Ein zum Löschen bestimmtes Wasser; in welcher Bedeutung es doch am seltensten vorkommt. 2) Wasser, worin glühendes Eisen abgelöschet worden, oder worin es abgelöschet werden soll. In engerer Bedeutung wird auch dasjenige

[Bd. 2, Sp. 2106]


künstliche Wasser, worin glühender Stahl zu seiner Härtung abgelöschet wird, mit diesem Nahmen belegt, S. Adelung Härtwasser.
 
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Der Lschwêdel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Wedel, d. i. an einer Stange befestigter Quast von Stroh, vermittelst desselben die Kohlen abzulöschen, d. i. sie mit Wasser zu besprengen, damit sie nicht so schnell wegbrennen; der Löschwisch, Kühlwisch, Kühlwedel.
 
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Der Lschwisch, des -es, plur. die -e, S. das vorige.
 
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Lose, -r, -ste, adj. et adv. welches die Bedeutungen der Wörter los, leicht und liederlich in sich zu vereinigen scheinet. Es bedeutet,
   1. In mehr eigentlichem Verstande. 1) * Nicht die gehörige Festigkeit habend, in welcher aber los ohne e euphonicum üblicher ist, S. dasselbe. 2) * Leicht. In den Monseeischen Glossen wird loser ausdrücklich durch levis erkläret. Der Übergang der Hauch- und Gaumenlaute in den Zischlaut ist in allen Sprachen etwas gewöhnliches. In dieser allgemeinen Bedeutung ist es veraltet, außer daß es im gemeinen Leben einiger Gegenden noch von dem Gelde gebraucht wird, auf eine fehlerhafte Art leicht. Loses Geld, welches nicht das gehörige Gewicht, und in weiterer Bedeutung, nicht die gehörige Güte hat, leichtes, liederliches Geld. Am häufigsten kommt es,
   2. Im figürlichen Verstande vor, wo es in einer doppelten Hauptbedeutung gefunden wird.
   1) Von einer fehlerhaften, unrechtmäßigen Beschaffenheit, nicht die gehörige Güte und innere Festigkeit habend. (a) * Nicht die gehörige innere Güte, nicht die gehörige Tauglichkeit habend, für schlecht, liederlich, elend; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung. Uns ekelt vor dieser losen Speise, 4 Mos. 21, 5; vor dieser elenden Speise, Michael. Ein loses Band für einen Gürtel, Es. 3, 24. Wenn sie solche lose Dinge und Bilder aus irdischem Thone machen, Weish. 15, 13. Lose Worte, Hiob 15, 2; Kap. 16, 3; windige, Michael. Und so in andern Stellen mehr. Ehedem sagte man auch loses Geld, falsches, unechtes. Wo es denn ehedem auch im thätigen Verstande für betrüglich gebraucht wurde, da auch die Hauptwörter Los und Losheit für Betrug üblich waren. (b) Keine beständige Wohnung habend, aus Abneigung vor aller bürgerlichen Ordnung eigenen Vermögens und einer eigenen Wohnung beraubt, womit zugleich die Ausschweifung in den Sitten verbunden ist; eine ehedem sehr gangbare Bedeutung, welche im Hochdeutschen wenig mehr vorkommt. Loses Gesindel, herum streichendes, armes, liederliches Gesindel. Du wolltest deine Magd nicht achten, wie ein lose Weib, 1 Sam. 1, 16. Lose Buben, 1 Kön. 21, 13. Abimelech dingete lose leichtfertige Männer, Richt. 9, 4; liederliche Leute, die nicht viel zu verlieren hatten, Michael. Es sammelten sich zu ihm lose Leute, Richt. 11, 3; die nichts hatten, Michael. Du loser Mann, Hiob 34, 18; du Niederträchtiger, Michael. Besonders für liederlich, leichtfertig, so fern es auf eine grobe Art den Wohlstand und die guten Sitten beleidigend bedeutet. Wie sich die losen Leute entblößen, 2 Sam. 6, 20 (c) Beleidigend, ehrenrührig, die gehörigen Schranken der Achtung und Ehrerbiethung verletzend; in welchem Verstande man noch im gemeinen Leben sagt, einem lose Worte geben, ihn durch Worte beleidigen. Ein loses Maul haben, im Reden die Achtung gegen andere, und in weiterer Bedeutung, die Behuthsamkeit, übertreten. (d) * Lasterhaft, boßhaft; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, welche noch häufig in der Deutschen Bibel angetroffen wird. Die Kinder loser und verachteter Leute, Hiob 30, 8; Söhne des Lasterhaften und Söhne des Unbekannten, Michael. Er kennet die losen Leute, Kap. 11, 11; die schädlichen Leute, ebend. Der Jüngere wird

[Bd. 2, Sp. 2107]


stolz seyn wider den Alten, und ein loser Mann wider den ehrlichen, Es. 3, 8.
   Es ist dein Heil und Gnade weit darvon,
   Wo lose Leut in Bosheit ganz erwarmen,
   Opitz Ps. 119.
   Das lose Volk zwar lauert listiglich,
   Und ist gemeynt, mich grausam umzubringen,
   Opitz Ps. 119. In dieser Bedeutung war ehedem auch das Hauptwort die Losheit üblich.
   Diu loshait die man wilent schalt
   Diu ist unverschamet,
   Heinrich von Veldig. 2) In guter, wenigstens unschuldiger Bedeutung. (a) * Angenehm, lieblich, schön; eine längst veraltete Bedeutung, welche bey den Dichtern des Schwäbischen Zeitalters häufig angetroffen wird. Gegen der vil klaren losen, König Wenzel.
   Swie gar ich umbevangen het
   Ir klaren zarten suessen losen lieben lip,
   König Wenzel.
   Mich sol din hochgezierter loser liber lip
   In keinen senden sorgen lan,
   König Wenzel.
   Swas ich rosen ie gesach
   Da gesach ich nie so losen rosen,
   Gottfried von Nifen.
   Ein wip die loslich lachen kan,
   Marggr. Heinr. v. Meiß. (b) * Schmeichelhaft; eine gleichfalls veraltete Bedeutung, in welcher auch das Zeitwort losen für schmeicheln üblich war. Im Franz. ist daher Losenge, und im mittlern Lat. Losinga, die Schmeicheley. (c) Scherzhaft, munter, leichtfertig, schalkhaft, muthwillig, als eine Figur so wohl von leicht, als auch von los; eine in der vertraulichen Sprechart noch sehr übliche Bedeutung. Sie sind heute sehr lose. Ein loser Vogel, ein loser Gast, ein leichtfertiger Mensch. Ein loses Kind. Ihr losen Mädchen thut immer als wenn euch nichts an den Männern läge, Gell. Im Dän. los, S. auch Lustig.
   Anm. Das e am Ende ist das mildernde e, welches durch die gelinde Aussprache des s, welche dieses Wort im Hochdeutschen hat, nothwendig gemacht wird. Härtere, besonders Oberdeutsche Mundarten sprechen es los. Ob sich gleich alle obige Bedeutungen sehr leicht als Figuren von den verwandten Wörtern los und leicht erklären lassen, so ist es doch möglich, daß dieses Wort in einigen Bedeutungen auch zu einem andern Stamme gehören kann.

 

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