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Lschbrand bis Lschhorn (Bd. 2, Sp. 2103 bis 2105)
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Artikelverweis Der Lschbrand, des -es, plur. die -brände, ein gelöschter oder ausgelöschter Brand, im gemeinen Leben. Fürchte dich nicht vor diesen zween rauchenden Löschbränden, Es. 7, 4.
 
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1. Die Lsche, plur. die -n, eine in West-Preußen übliche Art Fahrzeuge auf den Flüssen und Landseen; ohne Zweifel als ein Verwandter von den Wörtern Lase, Loch, Flasche, Schleuse u. s. f. welche insgesammt einen hohlen, tiefen Raum bedeuten. Bey den Kosaken heißt der Kahn Lotke, S. die Lade. Bey dem Pictorius ist das Lösch das Flugloch in einem Bienenstocke.
 
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2. Die Lsche, plur. die -n, ein von dem Zeitworte löschen, extinguere, nur bey den Bäckern übliches Wort, wo die Lösche ein kleiner Kübel ist, den Kehrwisch darin abzulöschen, welcher auch der Löschtrog genannt wird.
 
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3. Die Lsche, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -n, ein nur im Bergbaue, im Forstwesen, bey den Kohlenbrennern, u. s. f. übliches Wort. Zu Staub oder Pulver gewordene Kohlen, oder wie der Bergmann sagt, ein abgemattetes Kohl, wird im Bergbaue die Kohllösche, die Lösche, und nach einer verderbten Sprech- und Schreibart die Lesche genannt. Bey den Schlössern ist die Lösche ein zu Pulver gewordener Hammerschlag, und bey den Kohlenbrennern die Lesche, Lösche, Kohllösche, die schwarz gebrannte Erde, mit welcher ein Kohlenmeiler bedecket worden.
   Anm. Es scheinet, daß der Begriff der Kleinheit, der Zermalmung in diesem Worte der herrschende ist, daher es sich nicht füglich von dem folgenden Zeitworte löschen ableiten lässet, es müßte denn selbiges ehedem und ursprünglich kleiner machen, vermindern bedeutet haben, da es denn mit dem veralteten lützel, klein, in den Nordischen Sprachen liten, liden, letzen in verletzen, und vielleicht auch mit Lohe, zermalmte Baumrinde, Eines Geschlechtes seyn würde.
 
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Der Lschel, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, ein Zug an den Kunstgezeugen, woran der Kolm mit dem Leder gestecket wird. Bey einer genauern Kenntniß dieses Theiles und seines Gebrauches würde es bald zu bestimmen seyn, ob es zu dem Zeitworte lassen, oder zu los, locker, lösen, oder auch zu schließen, Schwed. läsa, Lås, ein Schloß, gehöret.
 
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1. Lschen, verb. reg. act. welches nur in den Seestädten üblich ist. Ein Schiff löschen, es ganz oder doch zum Theil ausladen, es lichten, d. i. leichter machen. Ingleichen von den Waaren. Die Waare löschen, sie aus dem Schiffe laden. So auch die Löschung.
   Anm. Im Niederdeutschen, wo dieses Wort eigentlich einheimisch ist, lossen, Dän. losse. Man leitet es gemeiniglich von

[Bd. 2, Sp. 2104]


lösen her, dessen Intensivum es seyn würde. Im Schwed. wird lossa wirklich für lösa, lösen gebraucht. Allein es stehet immer noch dahin, ob es nicht vielmehr zu lichten in eben dieser Bedeutung, oder gar zu Last, laden gehöret. Frisch hat irgend wo das Zeitwort umlossen für umladen gefunden. Von dem Beyworte los hat man im Nieders. das Zeitwort loschen, welches daselbst lösen, los machen, bedeutet.
 
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2. Lschen, ein Zeitwort, welches in doppelter Gestalt üblich ist. 1. * Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte seyn und gemeiniglich irregulärer Conjugation. Präs. Ich lsche, du líschest, er líschet oder líscht; Imperf. ich lósch; Mittelw. gelóschen. Aufhören zu brennen, von dem Feuer und Lichte. Sin chraft lasch, Stryker.
   Doch ach es lischt in ihm des Lebens kurzer Tocht, Hall. Im Hochdeutschen ist es ungewöhnlich, indem man dafür die zusammen gesetzten erlöschen, auslöschen und verlöschen, und zwar die beyden letztern gemeiniglich mit regelmäßiger Abwandlung gebraucht. Das Licht ist ausgelöscht, für ausgeloschen. Im Bergbaue sagt man, der Bergmann löscht, wenn ihm sein Licht erlischt.
   2. Als ein Activum, mit regelmäßiger Conjugation. 1)Eigentlich, von dem Feuer und brennenden oder auch glühenden Dingen. Ein Feuer löschen, machen, daß es aufhöre zu brennen, es geschehe nun durch zugegossenes Wasser, oder durch Dämpfung und Entziehung der Luft, oder auch durch Entziehung der Nahrungsmittel; wo doch auch das zusammen gesetzte auslöschen üblicher ist, außer von Feuersbrünsten, und wenn löschen absolute stehet. Zum Löschen herbey eilen, ein entstandenes Feuer auslöschen zu helfen. Hier ist alles Löschen umsonst, von einer Feuersbrunst. Das Feuer wurde glücklich gelöscht. Ingleichen von glühendem Eisen, wo doch ablöschen üblicher ist. 2) In weiterer Bedeutung, von lebendigem oder frisch gebranntem Kalke, ihn durch einen hinzu gegossenen flüssigen Körper seiner Feuertheile berauben. Den Kalk löschen. Gelöschter Kalk, im Gegensatze des ungelöschten, oder lebendigen. 3) Figürlich. (a) Von dem Durste. Seinen Durst löschen, ihn durch Trinken aufhören machen. Obst, Citronen löschen den Durst auch, durch ihre saure Feuchtigkeit. (b) Von heftigen Leidenschaften; doch nur in dem zusammen gesetzten Gegensatze unauslöschlich. (c) Geschriebene Buchstaben oder Worte werden gelöschet, wenn man sie unleserlich, unkenntlich macht, oder gar wegschaffet; eigentlich nur durch Auswischung, in weiterer Bedeutung aber auch durch Ausstreichen, Auskratzen, wofür doch auch auslöschen üblicher ist. Im Bergbaue sagt man noch, einem faulen Bergmanne seinen Lohn löschen, abziehen, inne behalten, oder ihm vier Groschen löschen, d. i. ihm so viel von seinem Lohne abziehen; wo die R. A. ohne Zweifel von der Auslöschung auf dem Lohnregister entlehnet ist. In erlöschen ist es auch als ein Neutrum üblich; die Schrift ist erloschen, unkenntlich, unleserlich geworden.
   So auch die Löschung.
   Anm. Bey dem Ottfried lesgen, bey dem Willeram und im Tatian lesken, im Nieders. loschen. Von dem Durste und Kalke ist im Schwed. läska, und im Dän. ladske üblich, von dem Feuer aber im Schwed. släcka, im Isländ. slocka, im Engl. to slake, welches sich von löschen nur durch den vorgesetzten Zischlaut und Weglassung desselben in der Mitte unterscheidet. In noch weiterm Verstande ist im Angels. slake, stillen, eigentlich, sich legen machen, wodurch man auf die Vermuthung gerathen könnte, daß löschen das Factitivum von legen ist, oder auch von laß, lassen, oder von dem veralteten lützel, klein, abstammet, und ehedem in einer viel weitern Bedeutung üblich gewesen als jetzt. Allein es scheinet vielmehr eine Onomatopöie des durch Auslöschung

[Bd. 2, Sp. 2105]


eines Lichtes oder Feuers, im letztern Falle besonders vermittelst des Wassers, verursachten zischenden Schalles zu seyn, welcher gewisser Maßen auch mit Auslöschung einer geschriebenen Stelle verbunden ist. Man findet es häufig leschen geschrieben, und in einigen Mundarten wird es auch so gesprochen.
 
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Das Lschfáß, des -sses, plur. die -fässer, in dem Hüttenbaue, ein Faß mit Wasser, die Sticheisen und Forkeln darin abzulöschen.
 
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Das Lschgeräth, des -es, plur. inus. oder die Löschgeräthe, sing. inus. ein Collectivum, alles zum Löschen einer Feuersbrunst nöthige Geräth zu bezeichnen; das Feuergeräth.
 
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Der Lschhaken, des -s, plur. ut nom. sing. bey verschiedenen im Feuer arbeitenden Handwerkern, ein eiserner Haken, das Feuer damit aus einander zu ziehen, und es auf solche Art auszulöschen.
 
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Das Lschhorn, des -es, plur. die -hörner, ein Horn, oder hornförmiges hohles Gefäß an einer Stange, die Lichter damit in den Kirchen, Komödienhäusern u. s. f. auszulöschen; das Dampfhorn, der Dämpfer. Ähnliche Werkzeuge ohne Stock oder Stange, werden Löschnäpfe, Löschnäpfchen, oder Lichthüte genannt. Das erste Wort kommt 2 Mos. 25, 38, Kap. 37, 23 vor.

 

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