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Lohnschnitter bis Lombe (Bd. 2, Sp. 2098 bis 2099)
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Artikelverweis Der Lohnschnitter, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, Schnitter, welche um einen bestimmten Lohn das Getreide in der Ernte schneiden, zum Unterschiede von den Zehntschnittern.
 
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Die Lohnsucht, plur. car. die Sucht, d. i. ungeordnete Begierde, für sein Verhalten oder für seine geleisteten Dienste belohnet zu werden, in allen drey Bedeutungen des Hauptwortes Lohn. Daher lohnsüchtig, mit dieser ungeordneten Begierde behaftet.
 
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Der Lohntag, des -es, plur. die -e, derjenige Tag, an welchem den Arbeitern ihr Lohn gegeben wird; im gemeinen Leben auch, besonders bey den Soldaten, der Löhnungstag.
 
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Die Löhnung, plur. doch nur von mehrern Summen, die -en, der Lohn in der dritten Bedeutung dieses Hauptwortes; doch nur im gemeinen Leben und in engerer Bedeutung, von dem Lohne oder Solde der gemeinen Soldaten und Unter-Officiers. Den Soldaten die Löhnung geben. Daher der Löhnungstag, an welchem solches geschiehet.
   Anm. Dieses Wort ist nicht das Verbale von lohnen, sondern die letzte Sylbe ist unstreitig die Ableitungssylbe -ing, welche in mehrern andern Wörtern in -ung übergegangen ist. S. -Ung. In der Rothwälschen Diebessprache wird daher ein Soldat Lohninger genannt.
 
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Der Lohnwächter, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher etwas für Bezahlung bewacht, Wachen für Lohn verrichtet.
 
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Der Lohnzêttel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Zettel, worauf dasjenige, was die Arbeiter oder das Gesinde von Zeit zu Zeit an Lohn empfangen, verzeichnet wird.
 
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* Löhren, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, ein rauhes, eintöniges, sinnloses Geschrey machen, dessen Schall durch dieses Zeitwort genau ausgedruckt wird. Es ist im Hochdeutschen unbekannt, kommt aber noch Hos. 7, 14 vor. So rufen sie mich auch nicht an von Herzen, sondern löhren auf ihren Lagern. S. Lärm, Lehren, Plerren, welche insgesammt damit verwandt sind.
 
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Lohroth, adj. et adv. S. Adelung Lohfarbe.
 
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Der Lolch, des -es, plur. inus. ein Nahme, welchen in einigen Gegenden zwey Pflanzen führen, welche als Unkraut unter dem Getreide wachsen. 1) Der Schwindelhafer, Lolium L. und 2) das Agrostema Githago L. welches auch Raden, Kornnägelein, Taubkorn, Twalsch, Tausch, Tewer u. s. f. genannt wird. Die Verwandtschaft mit dem Latein Lolium, welchen beyde Gewächse bey den ältern Schriftstellern führen, ist unläugbar; aber ist es wohl glaublich, daß die Deutschen Landleute den Nahmen eines einheimischen Unkrautes von den Römern erborget haben sollten? Dergleichen Wörter beweisen so sehr als irgend etwas die alte Verwandtschaft aller Europäischen Sprachen.

[Bd. 2, Sp. 2099]



 
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Das Lombard, des -es, plur. die -e, ein Haus oder eine öffentliche Anstalt, wo man Geld auf Pfänder ausleihet, ein Leihhaus; weil dergleichen Anstalten von Italiänern und besonders von Lombarden in dem übrigen Europa eingeführet worden. In den mittlern Zeiten, da die übrigen Europäischen Staaten die Feinheiten des Handels noch nicht so genau kannten, als die Italiäner, verbreiteten diese sich durch ganz Europa, trieben den Wechselhandel und liehen Geld auf Pfänder. Man kannte sie auch unter dem Nahmen der Lombarden, welchen man endlich auch ihren Häusern und allen ähnlichen Anstalten beylegte.
 
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Die Lombe, oder Lomme, eine Art Sumpfvögel, S. Adelung Lohme.

 

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