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Löhner bis Lohnsucht (Bd. 2, Sp. 2097 bis 2098)
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Artikelverweis Der Löhner, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Löhnerinn, eine Person, welche Lohn empfängt, welche um Lohn arbeitet, in der dritten Bedeutung dieses Hauptwortes. Im Hochdeutschen ist es nur in dem zusammen gesetzten Tagelöhner üblich, welche in einigen Provinzen auch nur Löhner schlechthin genannt werden. In den im Österreichischen üblichen Ausdrücken Ganzlöhner, Halblöhner, Viertellöhner, eine Art Bauern zu bezeichnen, scheinet es so viel als Lehner zu seyn, von Lehen, Feudum; S. die obigen Wörter.
   Anm. Dieses Wort ist so wie Löhnung nicht von dem vorigen Zeitworte, sondern vermittelst der Ableitungssylbe -er unmittelbar von Lohn gebildet. Von dem Zeitworte müßte es der Lohner heißen, wie in Belohner, und eine thätige Bedeutung haben.
 
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Das Lohnhandwêrk, des -es, plur. die -e, ein Handwerk, dessen Meister nur für Lohn arbeitet, d. i. nur bestellte Arbeit macht, dergleichen Handwerk das Schneiderhandwerk ist, zum Unterschiede von einem Kramhandwerke, wo Arbeiten auf den Kauf gemacht werden. Daher der Lohnhandwerker, ein solcher Handwerksmann.
 
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Der Lohnjunge, des -n, plur. die -n, bey einigen Handwerkern, z. B. den Zimmerleuten, ein Junge oder Lehrling, welcher bereits einigen Lohn bekommt.
 
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Die Lohnkutsche, plur. die -n, eine Kutsche, deren Gebrauch man auf kurze Zeit für einen bestimmten Lohn hat; die Miethkutsche. Daher der Lohnkutscher, ein Kutscher, welcher in seiner Kutsche und mit seinen Pferden andere um einen gewissen Lohn fähret; der Miethkutscher.
 
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Der Lōhnlackēy, des -en, plur. die -en, nicht ein Lackey, welcher Lohn bekommt, sondern in engerer Bedeutung, welchen man für einen gewissen Lohn auf eine kurze Zeit zu seiner Bedienung hat; ein Lehnlackey, welches Wort vielleicht aus Lohnlackey verderbt ist.

[Bd. 2, Sp. 2098]



 
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Das Lōhnlóch, des -es, plur. die -löcher, ein Nahme der mittelsten Löcher an dem Grängel des Pfluges; ohne Zweifel weil man den Pflug vermittelst derselben stellet, wenn man um Lohn pflüget; zum Unterschiede von den Frohnlöchern, den nächsten an dem Segloche, und von den Herrenlöchern oder den vordersten Löchern.
 
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Das Lohnregister, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue, ein Register, wonach der Schichtmeister den Bergleuten ihren Lohn bezahlet.
 
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Der Lohnrêst, des -es, plur. die -e, eben daselbst, der rückständige Lohn der Bergleute.
 
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Der Lohnschäfer, des -s, plur. ut nom. sing. in der Landwirthschaft, ein Schäfer, welcher für einen gewissen bestimmten Lohn dienet, zum Unterschiede von einem Setzschäfer und Triftschäfer.
 
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Der Lohnschnitter, des -s, plur. ut nom. sing. eben daselbst, Schnitter, welche um einen bestimmten Lohn das Getreide in der Ernte schneiden, zum Unterschiede von den Zehntschnittern.
 
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Die Lohnsucht, plur. car. die Sucht, d. i. ungeordnete Begierde, für sein Verhalten oder für seine geleisteten Dienste belohnet zu werden, in allen drey Bedeutungen des Hauptwortes Lohn. Daher lohnsüchtig, mit dieser ungeordneten Begierde behaftet.

 

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