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1. Lohen bis Lohmühle (Bd. 2, Sp. 2094 bis 2095)
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Artikelverweis  1. Lohen, verb. reg. act. von Lohe, gestampfte Baumrinde, mit dieser Lohe zubereiten, beitzen. Die Netze, Taue u. s. f. werden zuweilen gelohet, d. i. in Lohe gesotten, damit sie im Wasser desto länger dauern. In einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden wird auch das Gärben mit Lohe, lohen oder löhen genannt, daher die Lohgärber daselbst auch Loher oder Löher heißen.
 
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2. Lohen, verb. reg. 1) Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, mit einem Loh- oder Flammenfeuer brennen; wofür doch lodern üblicher ist. 2) Als ein Activum, mit einem Flammenfeuer bearbeiten; doch nur in dem zusammen gesetzten auslohen, S. dasselbe.
 
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Die Lohfarbe, plur. inus. die röthlich braune Farbe der aus Baumrinden gestampften Lohe, welche der Ziegelfarbe nahe kommt. Daher das Beywort lohfarben oder lohfarbig, diese Farbe habend; lohroth.
 
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Das Lohfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. ein starkes Flammenfeuer, ein loderndes Feuer. Nieders. Blaßvüer.
 
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Der Lohfink, des -en, plur. die -en, in einigen Gegenden, ein Nahme des Blutfinken, Dompfaffen, Gimpels oder Rothvogels, wegen seiner lohfarbenen Brust, S. Adelung Dompfaff und Gimpel.
 
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Lohgar, adj. et adv. mit Lohe, d. i. gestampften Baumrinden, gar gemacht. Lohgares Leder, welches mit Lohe, und vielleicht mit Lohe allein zubereitet worden.
 
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Der Logärber, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art Gärber, welche die Häute mit Lohe gar machen oder gärben, und welche an andern Orten auch Loher, Lauwer, Löher und Rothgärber genannt werden; zum Unterschiede von den Weißgärbern.
 
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Die Lohgrube, plur. die -n, S. Adelung Lohbeitze.
 
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Der Lōhkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. siehe Lohballen.

[Bd. 2, Sp. 2095]



 
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Die Lohme, plur. die -n, der Nordische Nahme einer Art Patschfüße, deren Füße außer dem Schwerpuncte ihres Körpers nahe an dem Hintern sitzen, daher sie einen schweren und hinkenden Gang haben. Von andern werden sie Halbänten genannt; Ploti anomalopedes, Mergi, Klein. Linnee rechnet sie mit zu den Tauchern, Colymbis. Der Nahme lautet in einigen Gegenden Lomme, Lumme, Engl. Loom, Dän. Lomme, Schwedisch Lomr. Ohne Zweifel von lahm, wegen des hinkenden Ganges. Im Nieders. ist lumpen ein wenig hinken, Engl. to limp.
 
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Die Lohmühle, plur. die -n, eine Mühle, auf welcher die Baumrinde zu Lohe gemahlen wird. Daher der Lohmüller.

 

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