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Lóchschreiber bis Löcken (Bd. 2, Sp. 2087 bis 2088)
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Artikelverweis Der Lóchschreiber, des -s, plur. ut nom. sing. in Nürnberg, der Schreiber des Schöppengerichtes, welcher auch der Schöppenschreiber genannt wird. Von Loch, das Gefängniß, weil er die Gefangenen mit in seiner Aufsicht hat.
 
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Der Lóchstein, des -es, plur. die -e, ein Gränzstein, besonders im Bergbaue, wo eines jeden Gruben und Districte mit solchen Steinen bemerket werden; der Schnurstein. Entweder von Loch, in der weitesten Bedeutung eines Ortes, Franz. lieu, Lat. locus, oder auch von lachen, mit einem eingeschlagenen Zeichen bemerken, für Lachstein. S. 1. Lachen, 1. Lochen, und Lochbaum.
 
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Die Lóchtaube, S. Adelung Holztaube.
 
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Der Lock, des -es, plur. die -e, in der Schifffahrt, ein Werkzeug den Lauf eines Schiffes zu messen. Es bestehet aus einem kleinen, mit Bley beschwerten, schiffförmigen Holze, welches von dem Hintertheile in die See geworfen wird, und an einer Schnur befestiget ist, welche man von fünf zu fünf Faden abgetheilet hat, und die sich von einer Spindel sehr leicht abspulen läßt. Die Abstammung des Wortes ist vermuthlich im Holländischen oder Englischen zu suchen.
 
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Das Lockaas, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -äser, S. Adelung Lockspeise.
 
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Die Lockänte, plur. die -n, eine zahm gemachte wilde Änte, andere wilde Änten damit auf den Äntenfang zu locken.
 
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* Locke, -r, -ste, adj. et adv. welches nur im gemeinen Leben üblich ist, wo es für kirre gebraucht wird. Ein Thier locke machen. Der Ruttelgeyer wird niemahls locke. Von dem Zeitworte locken, so wie kirre von kirren.
 
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1. Die Locke, plur. die -n, Dimin. das Löckchen, Oberd. Löcklein, ein Büschel mehrerer kreisförmig gebogener Haare oder ähnlicher Fäden; die Haarlocke. Die krausen Haare in Locken legen. Wenn du sieben Locken meines Hauptes flöchtest mit einem Flechtbande, Richt. 17, 13. Seine Locken sind kraus, schwarz wie ein Rabe, Hohel. 5, 11. Ihr

[Bd. 2, Sp. 2088]


gekräuseltes Haar, welches in große Locken um ihre Schulter fällt. In goldnen Locken wallt sein Haar, Geßn.
   Anm. Bey dem Ottfried Loco, Loke, bey dem Willeram Locca, in Boxhorns Glossen Locka, im Engl. Lock, im Dän. Lok, im Schwed. Lock, im Isländ. Lockr. Die leichte, lockere, lenk- und biegsame Beschaffenheit ist ohne Zweifel der Stammbegriff. Im Schwed. ist Lugg, im Isländ. Lagd, eine Flocke, welches letztere Wort nur durch den vorgesetzten Blaselaut daraus gebildet worden. Im Isländ. wird daher eine Locke auch Flock, und im Griech. πλοκος genannt, wo auch das Zeitwort πλεκειν, biegen, Lat. plicare, noch vorhanden ist. Es scheint, daß Locke ehedem von einem jeden auch geraden Büschel Haare oder ähnlicher Dinge gebraucht worden, und Plautus nennet einen kahlköpfigen Greis ausdrücklich defloccatum. Siehe Flocke, Leicht, Locker u. s. f. Im Nieders. heißt eine Locke Krulle und Buckel, Franz. Boucle, von biegen. In einigen Gegenden ist es, so wie Flocke, männlichen Geschlechtes. Sie knüpfe einen Haarlocken, Opitz.
 
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2. Die Locke, plur. die -n, von dem Zeitworte 2. Locken, im gemeinen Leben, besonders bey den Jägern. 1) Das Locken selbst, und die Art und Weise zu locken; ohne Plural. Die lebendige Locke, die Art und Weise die Vögel durch andere abgerichtete Vögel zu locken; im Gegensatze der todten, welche vermittelst des Pfeifens oder auf ähnliche Art geschiehet. 2) Auch die Vögel oder Werkzeuge selbst, womit andere Vögel gelocket werden, führen den Nahmen der Locken.
 
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Löckeln, verb. reg. act. in Löckchen oder kleine Locken legen. Die Haare löckeln. Das Diminut. von dem folgenden 1. Locken.
 
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Löcken, springen, S. Adelung Läcken.

 

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