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Lóchbaum bis Lcherer (Bd. 2, Sp. 2086)
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Artikelverweis Der Lóchbaum, des -es, plur. die -bäume, in einigen Gegenden, ein Gränzbaum, besonders so fern er zur Bemerkung der Gränze mit einem gewissen eingehauenen Zeichen versehen ist; ohne Zweifel nach einer verderbten Aussprache für das gewöhnlichere Lachbaum, S. dieses Wort. In einigen Gegenden wird ein solcher Baum auch die Loche, oder der Loch genannt, S. Lache, Lochstein und Lochen.
 
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Der Lóchbêrg, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein besonders in den Eislebischen Bergwerken übliches Wort, ein gewisses Lagergebirge, oder eine Steinart zu bezeichnen, welche daselbst auch Kamm genannt wird, und 1/2 Elle dick ist. Vielleicht von liegen, gleichsam Lagerberg.
 
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Der Lóchbeutel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Tischlern, ein Meißel mit schmaler schiefer Schneide und einem hölzernen Stiele, Löcher damit in das Holz zu machen; das Locheisen. Von Beutel, ein Meißel, oder Stämmeisen. Siehe 4. Beutel.
 
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Der Lóchbohrer, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Wagnern, ein Bohrer, womit die Nabe zum ersten Mahle geöffnet wird.
 
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Die Lócheiche, S. Adelung Loheiche.
 
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Das Lócheisen, des -s, plur. ut nom. sing. 1) Bey verschiedenen Handwerkern, ein Dorn, oder spitziges Eisen, Löcher damit zu schlagen; der Körner. 2) S. Adelung Lochbeutel.
 
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Lcheln, verb. reg. act. kleine Löcher machen, im gemeinen Leben. Eine gelöchelte Haselnuß.
 
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1. Lóchen, verb. reg. act. welches im Forstwesen einiger Gegenden für lachen üblich ist, mit einem Gränzzeichen bemerken. Einen Baum lochen. Ingleichen mit Gränzbäumen oder Gränzsteinen versehen. Ein Feld, einen Wald lochen. S. 1. Lachen und Lochbaum.
 
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2. Lóchen, verb. reg. act. von Loch, eine Öffnung, ein Loch machen, oder schlagen, doch nur in einigen Fällen des gemeinen Lebens. Die Eisenarbeiter lochen ein Eisen mit dem Dorne, wenn sie ein Loch hinein schlagen. Die Zeidler lochen einen Raum für einen Bienenschwarm in den Baum. Im Oberdeutschen locht man das gestorbene Vieh ein, oder verlocht es in die Erde, wenn man es begräbt. Im Bergbaue wird das Erz ausgelocht, wenn es auf unbergmännische Art aus der Erde gegraben wird.
   Anm. In der weitesten Bedeutung kommt es bey den ältern Oberdeutschen Schriftstellern vor. So ist bey dem Kero mund intlohhan ihn öffnen, aufthun; antlihhun, auch im Isidor, öffnen; bilohhon, eben daselbst, verschließen, einschließen. Das Intensivum oder Iterativum löchern kommt nur in den Zusammensetzungen durchlöchern und zerlöchern vor.
 
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Der Lcherbaum, des -es, plur. die -bäume, bey den Papiermachern, der Baum oder starke dicke Block, mit den Löchern oder Trögen, worin die Lumpen gestampft werden.
 
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Der Lcherer, des -s, plur. ut nom. sing. der Nahme einer besondern Secte unter den Senklern, welche die Stifte mit einem

[Bd. 2, Sp. 2087]


Loche befestigen; zum Unterschiede von den Unlöcherern, welche sie mit einem Drahte fest machen.

 

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