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Lobesam bis Lobrêdner (Bd. 2, Sp. 2083 bis 2084)
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Artikelverweis * Lobesam, adj. et adv. welches ehedem für löblich, lobenswürdig üblich war, jetzt aber veraltet ist, und nur noch bey den ältern Dichtern vorkommt, welche es nach Art der vorigen Jahrhunderte gern hinter das Hauptwort zu setzen pflegten. Bey dem Ottfried lobosam, bey dem Notker lobesam, bey welchen unlobesam auch unlöblich ist.
   Gott hat wunder manigvalt
   Daniel zeigt er einen walt
   Der duht in volle lobesan,
   König Tyrol aus Schotten. Mein fraw Küniginn lobesan, Theuerd. Kap. 74. Er sprach zu dem tewren held lobensan, ebend. Kap. 18. Dem Frisch zu Folge heißt das Stadtgericht in Stettin noch das lobsame Stadtgericht, für löbliche. Von löven, glauben, ist im Nieders. lovesam glaublich.
 
Artikelverweis Die
Lobeserhêbung, plur. die -en, die Erhebung einer Person oder Sache vermittelst des Lobes, ein nachdrücklicher Lobspruch, ein nachdrückliches Lob. Viele Lobeserhebungen von etwas machen.
 
Artikelverweis 
Das Lobgedicht, des -es, plur. die -e, ein Gedicht, worin man die Vorzüge oder Vollkommenheiten eines Dinges oder einer Person lobt.
 
Artikelverweis 
Der Lobgesang, des -es, plur. die -sänge, ein Gesang, d. i. geistliches Lied, worin die Vollkommenheiten Gottes gepriesen werden; Hymnus. In der dichterischen Schreibart auch wohl ein jedes Loblied.
   Tönt in meinen Lobgesang,
   Wellen, Felsen und Gestade,
   Raml.
   Er siegt, mein Perseus siegt! Ihr Freudenzähren,
   Erstickt nicht meinen Lobgesang!
   Raml.
 
Artikelverweis 
Löblich, -er, -ste, adj. et adv. von dem Zeitworte loben, in dessen sechsten und siebenten engern Bedeutung, des Beyfalles,

[Bd. 2, Sp. 2084]


und in höherm Verstande, des Lobes werth, werth gelobt zu werden.
   Wer andre loben will muß selbsten löblich seyn,
   Logau. Ein löbliches Werk thun, Sir. 50, 5. Löbliche Sitten, 2 Macc. 4, 11. Löbliche Thaten, Sir. 44, 3. Eine löbliche Gewohnheit. Eine löbliche Regierung. Sehr löblich regieren. Von Gott, wie in der Deutschen Bibel, der Herr ist löblich, 1 Chron. 17, 25; Ps. 145, 3; was Gott ordnet, das ist löblich, Ps. 111, 3, wird es nicht mehr gebraucht, theils weil loben in diesem Verstande zu kalt ist, und zu wenig sagt, theils aber auch, weil man löblich lieber von Sachen und Handlungen, als von Personen gebraucht, ob man gleich noch zuweilen höret, ein löblicher König, ein löblicher Fürst. Wohl aber wird es als ein Ehrennahme gewisser Collegiorum und Ämter und der denselben vorgesetzten Personen gebraucht. Das löbliche Stadtgericht. Der hochlöbliche Schöppenstuhl. Oberster des hochlöblichen Regimentes N. N. Das löbliche oder wohllöbliche Postamt. Das hochlöbliche Oberpostamt. Von höhern Collegiis sind die Ausdrücke preislich und hochpreislich üblich.
   Anm. Bey dem Notker lobelih, bey dem Stryker lobelich, auch noch bey den Dichtern des vorigen Jahrhundertes löbelich, welche Form aber veraltet ist; Schwed. loflig. Opitz gebraucht es auch in der jetzt ungewöhnlichen thätigen Bedeutung, für lobend, mit Lobe:
   Streicht löblich aus dem Herren seine Werke. Wenn in dem 1500 gedruckten Liber pestilent. löbliches Fleisch, für gesundes, reines Fleisch, stehet, so scheinet es von loben, erlauben, abzustammen. Für löblich in der heutigen Bedeutung, kommt bey Schweizerischen Schriftstellern auch lobselig vor.
 
Artikelverweis Die
Löblichkeit, plur. die -en, die Eigenschaft einer Sache, nach welcher sie löblich ist, d. i. Lob verdienet; ohne Plural. Ingleichen, eine löbliche Sache. Im letztern Falle kommt es im Oberdeutschen häufiger vor, als im Hochdeutschen.
   Deine werthe Sinnen,
   Die außer Löblichkeit nichts denken noch beginnen,
   Opitz.
 
Artikelverweis 
Das Loblied, des -es, plur. die -er, ein Lied, worin das Lob einer Person oder Sache besungen wird.
 
Artikelverweis 
Das Lobopfer, des -s, plur. ut nom. sing. in dem Gottesdienste der ehemahligen Juden, ein Opfer, welches Gott zum Lobe gebracht wurde, dessen nächste Absicht war, die Vollkommenheiten Gottes zu erheben. Figürlich, besonders in der dichterischen Schreibart, wird auch wohl ein jedes Lob, vornehmlich wenn Gott oder dessen Vollkommenheiten der Gegenstand desselben sind, ein Lobopfer genannt.
 
Artikelverweis 
Lobpreisen, verb. reg. act. jemandes Vorzüge, Vollkommenheiten erheben; ein nur im Infinitiv und Imperativ in der höhern und dichterischen Schreibart übliches Wort. Die R. A. einem das Lob preisen, ist noch im gemeinen Leben üblich, wo sie auch im ironischen Verstande gebraucht wird.
 
Artikelverweis 
Die Lobrêde, plur. die -n, eine Rede, welche das Lob eines andern enthält; ein Panegyricus. Jemanden eine Lobrede halten. Plinii Lobrede auf den Kaiser Trajan. Die Thränen der Tugendhaften sind die besten Lobreden der Verstorbenen.
 
Artikelverweis 
Der Lobrêdner, des -s, plur. ut nom. sing. derjenige, welcher einem andern eine Lobrede hält.

 

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