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1. Die Linse bis Lintels (Bd. 2, Sp. 2077)
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Artikelverweis  1. Die Linse, plur. die -n, der Achsnagel, S. Adelung Lünse.
 
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2. Die Linse, plur. die -n, Diminut. das Linschen, Oberd. Linslein. 1) Eigentlich, ein jeder kleiner platt gedruckter in der Mitte erhabener runder Körper; eine größten Theils veraltete Bedeutung, in welcher man noch im Oberdeutschen kleine erhabene flache Blattern im Gesichte Linschen zu nennen pflegt. In der Optik werden die auf beyden Seiten erhaben geschliffenen runden Gläser gleichfalls Linsen, noch häufiger aber Linsengläser genannt. S. das letztere. 2) In der gewöhnlichsten engern Bedeutung ist die Linse die platt gedruckte erhabene runde Frucht eines Schotengewächses, welches in Frankreich einheimisch ist, und von Menschen und Vieh gegessen wird; Ervum Lens L. Auch das Gewächs selbst wird im Plural allein Linsen genannt. Wegen einiger Ähnlichkeit führen auch die Meer- oder Wasserlinsen diesen Nahmen.
   Anm. Schon bey dem Notker Linsi, im Dän. Lindse, im Schwed. Lints, im Lat. Lens, Lenticula, im Franz. Lentilles. Die flach gedruckte Gestalt scheint der Grund der Benennung zu seyn, da sie denn zu lehne, niedrig, gehören würde. S. dieses Wort.
 
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Der Linsenbaum, des -es, plur. die -bäume, in einigen Gegenden, ein Nahme des Blasenbaumes, Colutea L. weil er seinen Samen in Gestalt der Linsen in blasenförmigen Schoten trägt.
 
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Die Linsendrüse, plur. die -n, in der Anatomie, linsenförmige Drüsen in den thierischen Körpern.
 
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Linsenförmig, -er, -ste, adj. et adv. den Linsen an der Form, d. i. äußern Gestalt, ähnlich.
 
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Die Linsengêrste, plur. car. in einigen Gegenden, Linsen, welche zum Futter für das Vieh unter die Gerste gesäet werden; im Oberd. Linsengetreide.
 
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Das Linsenglas, des -es, plur. die -gläser, in der Optik, ein linsenförmig geschliffenes rundes Glas, welches auch nur die Linse genannt wird.
 
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Das Linsenmahl, des -es, plur. die -mähler, bey den Ärzten, kleine erhabene, röthliche oder bräunliche Flecken im Gesichte; Lentigines.
 
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Der Linsenstahl, des -es, plur. die -stähle, ein linsenförmiges Dreheisen der Kunstdrechsler.
 
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Der Linsenstein, des -es, plur. die -e, kleine den Linsen ähnliche Steinchen, welche wie versteinerte Linsen aussehen, aber bloße Naturspiele sind.
 
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Das Lintels, plur. ut nom. sing. bey den Nähterinnen, besonders Niedersachsens, dasjenige leinene Band, welches vorn an die Ärmel der Hemden gesetzt wird, im Oberdeutschen das Handbesetz,

[Bd. 2, Sp. 2078]


an andern Orten die Prise; von dem Nieders. Lind, Lint, leinen Band, Schwed. und Isländ. Linda, ein jedes Band. S. Adelung Linde und Lindwurm.

 

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