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Lineāl bis Link (Bd. 2, Sp. 2072 bis 2076)
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Artikelverweis Das Lineāl, des -es, plur. die -e, aus dem Lat. Linea, ein langes dünnes schmales Bret, gerade Linien vermittelst desselben zu ziehen; im gemeinen Leben das Richtscheit, die Regel, im mittlern Lat. Linearium.
 
Artikelverweis 
-Ling, eine Ableitungssylbe, welche verschiedenen Haupt-, Bey- und Zeitwörtern angehänget wird, Hauptwörter daraus zu bilden.
   1. In einigen bezeichnet es ein Ding, welches dem voran stehenden Hauptworte gleich, angemessen ist. Ein Däumling, eine Bekleidung des Daumes, Fäustling, eine Art Fausthandschuhe, der Fingerling, eine Bekleidung des Fingers, der Füßling, eine Bekleidung der untern Füße, Beinling u. s. f. In dieser Bedeutung scheinet es aus -lich, gleich, entstanden zu seyn, indem das n sich in tausend andern Fällen neben den Hauch- und Gaumenlauten einschleicht.
   2. Am häufigsten und allgemeinsten bedeutet es ein Individuum, ein Subject, von der Art, wie die erste Hälfte des Wortes es bestimmet, es sey nun eine Person, oder eine Sache. Diejenigen Wörter; welches das -ling an sich nehmen können, sind,
   1) Hauptwörter. Ästling, ein junger Vogel, der nur noch auf den Ästen herum hüpfet. Gründlinge, Fische, welche sich auf dem Grunde aufhalten. Jährling, ein Thier von einem Jahre, oder von diesem Jahre. Nachkömmling, ein Nachkomme. Nestling, ein Vogel, der noch im Neste ist. Hänfling, ein Ding oder Vogel, welcher sich vom Hanfe nähret, wenn es hier nicht das Nieders. Lünke, Sperling, ist, S. Adelung Hänfling.

[Bd. 2, Sp. 2073]


Kümmerling, im Oberd. eine Gurke. Kämmerling, im mittlern Lat. Camarlingus, Cambellanus, Ital. Camerlingo, Franz. Chambellain. Höfling, ein Hofbedienter. Häusling, der zur Miethe in einem Hause wohnet. So auch Schilling, Flüchtling, Günstling, Häuptling, Brötling, Silberling, Pfifferling, u. a. m.
   2) Zeitwörter, mit Weglassung der Endsylbe, da denn die daraus gebildeten Wörter bald eine thätige, bald aber auch eine leidendliche Bedeutung haben. Findling, ein gefundenes Kind; Säugling, ein saugendes Kind; Sticherling, ein stechendes Ding, ein stechender Fisch; Ankömmling, eine neu angekommene Person; Anschiebling, ein angeschobenes Ding; Bückling, eine Verbeugung; Bückling, ein gebökelter Häring; Hämmerling, ein hämmerndes Ding; Häckerling, ein gehacktes Ding, Häcksel; Dichterling, ein schlechter Dichter; Täufling, eine Person, welche getauft werden soll, oder vor kurzem getauft worden; Lehrling, der gelehret wird; Brätling, ein zum Braten bestimmtes Ding; Schößling, ein aufgeschossenes Reis u. s. f. In Fröstling, Frömmling, Klügling, Witzling u. s. f. welche von Verbis auf -eln, wie frösteln, frömmeln, klügeln, witzeln abgeleitet sind, ist es die Sylbe -ing, und nicht -ling, und da rühret auch die verächtliche Nebenbedeutung von dem Verbo, und nicht von der Ableitungssylbe her.
   3) Zahl- und Nebenwörter. Erstling, das erste Ding seiner Art; Zwilling, ein Ding, welches nebst noch einem andern zugleich kommt; Dreyling, ein Ding von drey Theilen oder Einheiten, eine Münze, welche drey Pfennige gilt; Vierling, Sechsling, eine Münze von vier, von sechs Pfennigen, ein Vierer, ein Sechser; Fremdling, ein fremdes Ding, eine fremde Person; Neuling, der in einer Sache neu ist; Jüngling, ein junger Mensch; Zärtling, eine der Empfindung nach zarte, oder verzärtelte Person, vielleicht auch von dem Verbo zärteln; Spätling, ein Ding, welches spät im Jahre gegenwärtig wird, so wohl von Thieren als Früchten, im Gegensatze eines Frühlinges, welches über dieß noch die frühe Jahreszeit bedeutet; Herling, ein herbes oder hartes Ding; Kränkling, Siechling, ein kränklicher, siecher Mensch; Wüstling, ein wüster Mensch; Wildling, eine wilde Frucht, ein wildes Gewächs; Hälberling, eine Münze, welche die Hälfte einer andern gilt; Dürrling, ein dürrer Mensch; Grünling, eine Art Grünspechte; Kärgling, ein karger Mensch; Sonderling, eine besondere Person u. s. f.
   Die Rothwälsche Diebessprache ist besonders reich an dergleichen Hauptwörtern. Langling ist daselbst eine Bratwurst, Längling ein Strick, Krachling eine Nuß, Knerling ein Stiesel, Fletterling eine Taube, Flößling ein Fisch, Fünkling das Feuer, Fürling eine Schürze, Oberd. Fürtuch, Feling ein Kramer, von feil, Derling ein Würfel, Dirling oder Zwieling das Auge, Gelbling der Weitzen, Gitzling ein Stück Brot, Griffling die Hand oder ein Handschuh, Grünling ein Garten oder Wiese, Härling das Haar, Härtling ein Messer, Hitzling der Ofen, Bretling ein Tisch, Blechling ein Kreuzer, Klapperling ein Pantoffel, Leißling das Ohr, Rauling und Schreyling ein Kind, Reiling eine Sau, Rumpfling Senf, Schalerling eine weiße Rübe, Schäberling eine gelbe Rübe, Scheinling das Auge oder Fenster, Spältling ein Häller, Sperrling ein Knebel, Spitzling der Hafer, Stichling ein Schneider, Stilling vielleicht Stiehlling eine Birn, Strafling ein Strumpf, Süßling das Honig, Tritlling der Schuh, Weitling die Beinkleider u. s. f.
   Aus allen bey dieser ganzen zweyten Bedeutung angeführten Wörtern erhellet, daß -ling denselben die Bedeutung eines Individui,

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eines einzelnen Dinges, von welchem etwas gesagt wird, gibt, und daß es in dieser Bedeutung mit den Ableitungssylben -ing, -ich, -rich, -ickel, -er, -el und -ert überein komme. Die Abstammung ist noch dunkel. Die meisten Sprachlehrer und Sprachforscher kennen das ling nur allein unter der verkleinernden Bedeutung, welche doch unerweislich ist, und halten alle übrigen für eine Figur derselben. Allein man siehet gar bald, daß sie diese Sylbe und die Wörter, worin sie vorkommt, gar nicht untersucht haben. Vielleicht stammet sie gleichfalls von der Sylbe -lich, oder gleich ab, ein der ersten Hälfte der Zusammensetzung ähnliches Ding zu bedeuten, denn ehedem wurde diese Sylbe auch häufig gebraucht, Hauptwörter zu bilden. Die gleichlautende Ableitungssylbe -ing könnte alsdann auf ähnliche Art aus -ich oder -ig entstanden seyn. An das eingeschobene n darf man sich nicht stoßen, weil dieses in so vielen andern Fällen ein Anhang nieselnder Mundarten ist, und das folgende -lings ist unstreitig aus -lichs oder -lich geworden. Wachter, Frisch und andere legen dieser Sylbe noch verschiedene andere Bedeutungen bey, die sie doch wirklich nicht hat. So soll sie in Erstling, Zwilling, Dreyling, Vierling, Sechsling u. s. f. etwas bedeuten, das kleiner als das Ganze ist; in Ankömmling, Einkömmling u. s. f. einen Gegensatz; in Jährling, Jüngling, Gründling, Findling u. s. f. ein kleines oder junges Thier. Allein sie haben die angeführten Wörter theils nicht einmahl recht verstanden, theils aber auch die Bedeutung des Hauptwortes der Zusammensetzung mit in die Bestimmung der Ableitungssylbe gebracht. Ling bedeutet weiter nichts als ein Subject, ein Individuum, welches seine Bestimmung theils durch das Wort, dem es angehänget wird, theils aber auch durch den bloßen Gebrauch erhält. Denn daß Säugling nicht auch von einem saugenden Thiere, Findling nicht auch von einem gefundenen Schatze, Jüngling nicht auch von einem jungen Mädchen oder Thiere, Häckerling nicht auch von gehackten Speisen üblich ist, daran ist bloß der Gebrauch Schuld. Indessen lässet sich beweisen, daß unsere Ableitungssylbe oft auch -lein gelautet hat. Ein Weichling heißt bey dem Hornegk Wächelein, ein Fingerling, Vingerlein u. s. f. Alle Wörter auf -ling sind männlichen Geschlechtes, auch wenn sie Personen oder Sachen weiblichen Geschlechtes bezeichnen, in welchem Falle sie niemahls die weibliche Endung -inn annehmen. Ein Findling bedeutet so wohl einen gefundenen Knaben, als ein gefundenes Mädchen, der Liebling so wohl eine geliebte Person männlichen, als weiblichen Geschlechtes. In einer Österreichischen Urkunde des 15ten Jahrhundertes wird eine Erbinn ausdrücklich ein Erbling genannt.
   Diese Sylbe ist alt und in allen Deutschen Mundarten, so wie in der Angelsächsischen anzutreffen. Mit Beobachtung der genauesten Analogie lassen sich vermittelst derselben noch jetzt Wörter bilden, und selbst viele der oben angeführten Beyspiele sind neu und den vorigen Zeiten unbekannt.
 
Artikelverweis 
Lingen, das Zeitwort, S. Adelung Gelingen.
 
Artikelverweis 
Lings, eine Endsylbe einiger Nebenwörter, welche doch nur im gemeinen Leben üblich sind. Jähling oder jählings, auf eine jähe, unvermuthet schnelle Art; blindlings, blinder Weise, mit verbundenen oder verschlossenen Augen; rücklings, rückwärts. Im Oberdeutschen sagt man auch rittlings, reitend, zu Pferde, schrittlings, im Schritte gehend, sitzlings, sitzend, mündlings, für mündlich u. s. f. Hier ist es wohl ausgemacht, daß die Ableitungssylbe aus der adverbischen Endung -lich durch Einschiebung des nieselnden n und Anhängung des adverbischen s entstanden ist. Jählings stehet für jählich, wie mündlings für mündlich.

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Artikelverweis 
Die Līnie, (dreysylbig,) plur. die -n, überhaupt, eine jede Ausdehnung in die Länge, wo doch dieses Wort in verschiedenen Einschränkungen üblich ist. 1. In der Mathematik ist es eine Ausdehnung in die Länge ohne Breite und Dicke, oder welche doch ohne Breite und Dicke gedacht wird. Besonders eine sichtbare Länge dieser Art, so wohl als die äußerste Gränze einer Fläche betrachtet, als auch an und für sich allein, eine gezeichnete Linie; im gemeinen Leben zuweilen auch ein Strich. Eine gerade Linie. Eine krumme Linie. Eine Linie ziehen, eine gerade Linie vermittelst des Lineales. Eine Zirkellinie, welche in allen Puncten gleich weit von dem Mittelpuncte entfernt ist. Eine Schlangenlinie, Eyerlinie u. s. f. Die Grundlinie, worauf eine Fläche stehet. In der Mathematik, Geographie und den verwandten Wissenschaften gibt es sehr viele Arten von Linien. Im engsten Verstande heißt in der Seefahrt der Äquator die Linie. Die Linie passiren, durch diejenige Gegend des Weltmeeres segeln, in welche in der Erdbeschreibung der Äquator gesetzt wird. 2. In engerer Bedeutung wird die äußerste Gränze mehrerer der Länge nach neben einander befindlicher Dinge eine Linie genannt. Die Häuser stehen in gerader Linie neben einander. Auch die der Länge nach neben einander befindlichen Dinge Einer Art bekommen zuweilen den Nahmen der Linie. So werden die neben einander stehenden Wörter eine Linie genannt, welche sonst auch eine Zeile heißen. Auch die in zwey oder drey Gliedern neben einander stehenden Soldaten, ingleichen die in einer Schlachtordnung neben oder hinter einander gestellten Schiffe heißen eine Linie. Linie machen, sich in die Ordnung zum Gefechte stellen. Daher ist ein Schiff von der Linie, oder ein Linienschiff, ein Schiff, welches groß und stark genug ist, um mit in die Linie zum Gefechte gestellet zu werden, wozu wenigstens ein Schiff von funfzig Kanonen erfordert wird. In noch engerer Bedeutung bedeutet es zuweilen so viel als eine gerade Linie; die Reihe. Die Bäume stehen alle in Einer Linie. Die Häuser alle nach der Linie bauen. Dahin gehöret auch die in den Geschlechts-Registern übliche Bedeutung die auf- und neben einander folgenden Abkömmlinge von einem gemeinschaftlichen Stammvater zu bezeichnen; die Geschlechtslinie. In gerader Linie von jemanden abstammen. Die aufsteigende Linie, absteigende Linie, Seitenlinie, Nebenlinie u. s. f. 3. Führen auch verschiedene lange Körper oder körperliche Dinge den Nahmen der Linien. 1) In der Physiognomie und Chiromantie werden die Falten im Gesichte und an den Händen Linien genannt. 2) In dem Festungsbaue sind die Linien in die Länge sich erstreckende Brustwehren mit Gräben. Dahin gehören die Circumvallations-Linien, die Communications-Linien, die Contravallations-Linien u. s. f. 3) Auch ein langes dünnes Seil, welches im gemeinen Leben unter dem Nahmen einer Leine bekannt ist, besonders das Lenkseil, wird in der anständigern Sprechart oft eine Linie genannt. Endlich, 4. ist die Linie auch ein Längenmaß der kleinsten Art, indem es den zehenten Theil eines Zolles ausmacht, der von andern ein Gran genannt wir.
   Anm. Dieses Wort ist freylich zunächst aus dem Lat. Linea entlehnet, allein auch dieses kann seine Verwandtschaft mit unserm Leine, Lang u. s. f. nicht verläugnen.
 
Artikelverweis 
Das Linienblatt, des -es, plur. die -blätter, ein Blatt Papier, worauf mit Dinte starke Linien gezogen sind, und welches man unter dasjenige Blatt legt, worauf man schreiben will, um im Schreiben gerade Zeilen zu machen.
 
Artikelverweis 
Die Līnien-Perspectīve, plur. inus. diejenige Perspective, welche die genaue Verjüngung der Linien und Theile eines Gegenstandes nach geometrischen Regeln lehret.

[Bd. 2, Sp. 2076]



 
Artikelverweis 
Das Linienschiff, des -es, plur. die -e, ein Schiff von der Linie, S. Adelung Linie 2.
 
Artikelverweis 
Das Līnien-Systēm, des -es, plur. die -e, in der Musik, die fünf Linien, welche das Steigen und Fallen der Töne vorstellen; die Musikleiter, der Notenplan.
 
Artikelverweis 
Linig, adj. et adv. welches nur in den Zusammensetzungen geradlinig, krummlinig u. s. f. üblich ist, gerade, krumme Linien habend, daraus bestehend.
 
Artikelverweis 
Link, adj. et adv. welches dem recht entgegen gesetzet wird, aber nur in einigen Fällen als der Gegensatz von diesem Worte üblich ist. 1) Die linke Hand, diejenige Hand, welche der rechten entgegen gesetzet ist, und welche man nicht so geschickt gebrauchen kann, als diese. Die linke Seite eines Hauses, eines Berges u. s. f. diejenige Seite, welche man zur linken Hand hat, wenn man vor dem Hause oder Berge stehet, mit dem Rücken nach demselben gekehret. Der linke Flügel der Armee. Der linke Fuß. Der linke Ärmel des Kleides. Sich zur linken Hand wenden, zur linken Seite; auch mit Auslassung des Hauptwortes, sich zur Linken wenden; ingleichen in der zweyten Endung, sich linker Hand wenden. Andere Hauptwörter verstatten diese Auslassung nicht so leicht. Die Linke der Stadt, 1 Mos. 14, 15, besser, die linke Seite. Einem linker Hand sitzen, gehen, oder zur Linken. Er weiß nicht, was recht oder link ist, Jon. 4, 11. Link seyn, wöfür man auch sagt, links seyn, die linke Hand so gut gebrauchen können, als die rechte; nur als ein Nebenwort allein. 2) Die linke Seite eines Körpers, die unrechte, die umgewandte Seite, im Gegensatzte der rechten. Die linke Seite des Tuches, eines Zeuges. Die linke Seite des Kleides auswärts kehren, es links anziehen. Anm. Es ist wohl nicht leicht ein Wort auf eine so unläugbare Art durch alle etymologische Veränderungen gegangen als dieses. Bey einigen Schwäbischen Dichtern lautet es wie noch jetzt im Hochdeutschen lingg, bey dem Stryker lenk, im Nieder. lunk, im Dän. ling, in einigen Oberdeutschen Gegenden mit vorgesetztem Gaumenlaute glink, im Holländischen mit vorgesetztem Zischlaute slink. Andere Mundarten stoßen den zufälligen Nasenlaut aus, behalten aber den Gaumenlaut, oder statt dessen den Hauchlaut, wie das Nieders. locht, lochter, lucht, luchter, und Griech. λαιος. Andere schieben ihnen den Blaselaut unter, wie das Engl. left, das Lat. laevus, und Griech. λαφος, der link ist. Noch andere verwerfen beyde und behalten das bloße t mit oder ohne Zischer, wie das Elsassische lätz, letz, und Schwed. lätta; anderer zu geschweigen, denn das alte Oberdeutsche lure, lurk, bey dem Hornegk lercz, im Nieders. sluur, ist ohne Zweifel von einem andern Stamme, so wie das noch in einigen Gegenden übliche tenk. Es scheinet, daß dieses Wort zu dem Geschlechte des veralteten lau, falsch, böse, unecht, Nieders. leg, lege, gehöret, S. Adelung Laugold und Leg. In der Rothwälschen Diebessprache heißt ein falscher Paß eine linke Flagge.
   Außer den beyden schon gedachten lur und tenk hatte man ehedem noch andere Wörter, unser link auszudrucken. Dahin gehöret das bey dem Ottfried, Willeram und andern befindliche winistra, winstra, welches nicht so wohl zu dem Lat. finister, als vielmehr zu dem alten Wan, Mangel, gehöret; das noch Oberdeutsche äbicht, S. dieses Wort; das noch bey den Fuhrleuten als eine Interjection übliche schwude, vom Wallis. cwith, link, u. s. f. Im gemeinen Leben heißt zu der Hand, zur linken Hand, von der Hand, zur rechten Hand, die Handseite, die linke Seite des Wagens, im Gegensatze der Fernseite, d. i. der rechten Seite; welche Ausdrücke von den Fuhrleuten entlehnet

[Bd. 2, Sp. 2077]


zu seyn scheinen, welche auf dem linken Pferde vor dem Wagen sitzen.

 

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