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Limbaum bis Lindenkohle (Bd. 2, Sp. 2070 bis 2071)
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Artikelverweis Der Limbaum, des -es, plur. die -bäume, in einigen Gegenden, ein Nahme des Vogelbeer- oder Eberäschenbaumes; Sorbus aucuparia L. S. Adelung Vogelbeere.
 
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Die Limonāde, plur. doch nur von mehrern Arten, die -n, aus dem Franz. Limonade, und dieß aus dem Ital. Limonata, ein kühlendes Getränk von Wasser, Zucker und Limonen- oder Citronen-Saft.
 
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Die Limōne, oder Limōnie, plur. die -n, die Frucht des Limonen- oder Limonienbaumes, unter welchem Nahmen besonders zwey Arten von Bäumen verstanden werden. 1) Der bekannteste Limonienbaum ist eine Abänderung des Citronenbaumes, dessen Frucht kleiner, eyförmiger und kürzer ist, als die Citrone, auch eine blässere Farbe, dünnere Schale und mehr Mark hat; Citrus Limon L. Franz. Limon, Ital. Limone, Persisch Limon, von welchem letztern vermuthlich alle andere herstammen, weil Persien und die umliegenden Gegenden das Vaterland dieses Baumes sind. Im gemeinen Leben pflegt man alle eingemachte Früchte des ganzen Citronengeschlechtes Limonien, alle grüne und frische Früchte aber Citronen zu nennen; so wie man in Italien alle Citronen mit unter dem Nahmen der Limonien oder Limonen begreift. 2) Die saure Limonie ist die Frucht des sauern Limonienbaumes, welcher zu einer ganz andern Classe gehöret, in Ostindien wächset, und sehr saure Beeren anstatt der Früchte trägt; Limonia acidissima L.

[Bd. 2, Sp. 2071]



 
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Der Limpf, des -es, plur. die -e, ein nur in dem Forstwesen, wenigstens einiger Gegenden, übliches Wort. 1) Der Gipfel, das oberste Ende eines Baumes, welches mit zu dem Afterschlage gerechnet wird. 2) Auch das alle Jahre an einem Baume neu gewachsene Holz führet den Nahmen des Limpfes, dagegen andere es den Trieb, oder den May nennen.
   Anm. Im Schwed. ist Lima ein jeder Zweig eines Baumes, Isländ. Lim, ingleichen eine Ruthe, ein Besen, im Griech. κλμα. Ein anderes aber veraltetes Wort Limpf, lautet jetzt mit vorgesetztem Gaumenlaute Glimpf, S. dasselbe.
 
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Der Linbaum, in einigen Gegenden, ein Nahme des Ahornes, S. 1. die Lehne.
 
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Linde, adj. et adv. S. Adelung Gelinde.
 
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Die Linde, plur. die -n, ein angenehmer und auf allen Spaziergängen beliebter Baum; Tilia L. der Lindenbaum, in einigen Oberdeutschen Gegenden das Lind. S. Adelung Steinlinde, Graslinde, Wasserlinde, Sandlinde, Ostlinde. Daher die Lindenblüthe, der Lindenwald, das Lindenholz, das Holz des Lindenbaumes, welches in einigen Gegenden, so wie der Baum selbst, auch Lastholz genannt wird, weil die daraus bereiteten Balken sich von der Last über sich biegen sollen, u. s. f. In einigen Gegenden wird auch die Ilme oder der Ulmbaum Rauchlinde genannt.
   Anm. Im Dän. Schwed. und Angels. Lind, im Engl. Linden, Lime, und Limetree. (Im Deutschen wird die Ilme oder Ulme so wohl Leimbaum, als auch Rauchlinde genannt). Weil der Bast dieses Baumes schon von den ältesten Zeiten her zu allerley Stricken und Seilen gebraucht worden, so glaubt Ihre, daß daher auch der Nahme entlehnet worden, und daß das Schwed. und Isländ. Linda, eine Binde, und linda, winden, wickeln, das Stammwort sey. S. Adelung Leine, Lintels, Lahn, Lindwurm u. s. f. Indessen kann der Nahme auch von linde, gelinde, herkommen, so wohl die weiche, gelinde Beschaffenheit des Holzes, als auch den linden, d. i. sanften und angenehmen, Geruch der Blätter und Blüthen zu bezeichnen.
 
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Der Lindenbast, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, der Bast, d. i. die weiche zähe Haut, unter der äußern Rinde des Lindenbaumes. In einigen Gegenden führet die Ulme, oder doch eine noch nicht genug bestimmte Art derselben, den Nahmen des Lindbastes, Lindenbastes oder Bastilme.
 
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Der Lindenbaum, des -es, plur. die -bäume, siehe die Linde.
 
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Das Lindenhonig, des -es, plur. inus. dasjenige Honig, welches von den Bienen von der Lindenblüthe eingetragen wird, und welches eine schäbliche Schärfe hat.
 
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Die Lindenkohle, plur. die -n, aus Lindenholz gebrannte Kohlen, welche so wohl zum Schießpulver, als auch zum Zeichnen und Reißen gebraucht werden.

 

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