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Liegestunde bis Lilak (Bd. 2, Sp. 2068 bis 2069)
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Artikelverweis Die Liegestunde, plur. die -n, im Bergbaue, diejenige Zeit, in welcher die Bergleute stille liegen und ausruhen; die Aufsetzstunde.
 
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Der Liegetag, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, diejenigen Tage, da jemand an einem Orte stille lieget, d. i.

[Bd. 2, Sp. 2069]


sich auf der Reise an einem Orte aufhält. In engerer Bedeutung sind in den Seestädten Liegetage diejenigen Tage, welche ein Schiffer vor der Ein- oder Ausladung unentgeltlich stille liegen muß. Nach deren Verlauf kann er Liegegeld verlangen.
 
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Die Liene, oder Lienen, eine in einigen Gegenden übliche Benennung der Waldrebe, Clematis vitalba und recta L. vermuthlich wegen der Reben oder Ranken, so daß dieses Wort zu Leine und Linie gehöret. Um dieser Ranken willen heißt sie in einigen Gegenden auch Teufelszwirn, Hurenstrang und Hexenstrang.
 
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Das Lier, des -es, plur. die -e, ein nur in den Salzwerken übliches Wort, wo die drey Mauern oder Wände, welche den Herd umfangen, Liere genannt werden. Das Vorderlier, das Seitenlier. Es gehöret ohne Zweifel zu dem Niedersächs. Leer, die Backe, Wange, oder auch zu dem gleichfalls Nieders. Lurre, die Hüfte, Schwed. Lår, Dän. Laar. In beyden Fällen scheinet es eigentlich eine Hervorragung, Erhabenheit zu bezeichnen.
 
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Lieren, in verlieren, S. dieses Wort.
 
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Lieschen, das Diminut. des im gemeinen Leben üblichen Liese, welches der verkürzte Weibernahme Elisabeth ist; Oberd. Liesel, Nieders. Lieske.
 
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Das Lieschgras, des -es, plur. inus. eine Art Grases mit langen walzenförmigen Blüthenkolben, welche Lieschkolben genannt werden; Phleum L. Es wächset auf den Europäischen Wiesen, und wird in einigen Gegenden auch das Liesch genannt. Im mittlern Lat. heißt es Lisca, im Franz. Laiche. Frisch leitet es von dem Franz. Lis, Lilie, her, weil es an den Blättern den Schwertlilien gleicht. Allein wegen der langen schmalen Blätter, vielleicht auch wegen der langen dünnen Stängel, scheinet es vielmehr zu Leisten, vielleicht auch zu dem folgenden 2. Liese zu gehören.
 
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1. Liese, der verkürzte Nahme Elisabeth, S. Adelung Lieschen.
 
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2. Die Liese, plur. die -n, ein im gemeinen Leben hin und wieder übliches Wort, eine spitzige hohle Röhre zu bezeichnen. Besonders wird im Hüttenbaue, bey den Schmieden u. s. f. die lange eiserne hohle Schnautze an den Blasebälgen die Liese genannt. Entweder wegen der langen dünnen Gestalt, von dem Worte Leiste, welches in einigen Gegenden auch nur Lisse lautet; oder auch wegen des innern hohlen Raumes von dem Worte Lase.
 
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Das Ließpfund, des -es, plur. die -e, ein besonders in Niedersachsen übliches Gewicht, welches gemeiniglich 15 gemeine Pfund, in Hannover nur 14, im Mecklenburgischen und Danzig hingegen 16 Pfund hält. Im Holländ. wo es 15 Pfund hat, Lyspondt, im Schwed. wo es 20 Mark schwer ist, Lispund. Weil es in dem alten Deutschen Wißbyischen Rechte Livesche Pund geschrieben wird, so vermuthet Ihre nicht unbillig, daß es aus diesen Worten zusammen gezogen ist, und so viel als ein Liesländisches Pfund bedeutet.
 
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Der Lilak, eine aus dem Französ. entlehnte Benennung des Spanischen Hohlunders, S. Adelung Hohlunder.

 

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