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Liederlich bis Liegetag (Bd. 2, Sp. 2064 bis 2068)
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Artikelverweis  Liederlich, -er, -ste, adj. et adv. ein Wort, welches 1. Eigentlich, den Begriff des leichten, leicht beweglichen hat, und im Grunde auch zu dem Geschlechte des Wortes leicht gehöret. Durch die Wollensäcke ist nicht liederlich zu schießen, nicht leicht, nicht leichtlich, Fronsberg bey dem Frisch. Bey den Jägern ist ledig so viel als schlaff, S. Adelung Ledig 1. In dieser weitern Bedeutung ist es veraltet, wo man es nur im verächtlichen Verstande von einem fehlerhaften, leicht beweglichen Zustande solcher Dinge gebraucht, welche fest, derb anliegen sollten. So heißt ein Mensch oder seine Kleidung liederlich, wenn seine Kleidungsstücke an dem Leibe schlottern, anstatt fest und derb anzuliegen, wenn die Lumpen daran herunter hängen u. s. f. Etwas sehr liederlich befestigen, so daß es nicht die gehörige Haltung oder Festigkeit hat. 2. Figürlich, und im verächtlichen Verstande, wo in vielen Fällen in der anständigern Sprechart auch das Stammwort leicht üblich ist. 1) Einen geringen, schlechten Werth haben. Liederliches Geld, leichtes, geringhaltiges. Liederliche Scheidemünze. Ein liederlicher Lohn, ein geringer, niedriger. Ein liederlicher Preis. 2) Nachlässig, obenhin, ohne die gehörige Aufmerksamkeit, ohne den gehörigen Fleiß. Lauter liederliche Arbeit machen. Liederlich arbeiten. Ein liederlicher Arbeiter. 3) Die pflichtmäßige Ordnung in seinen Geschäften und Handlungen nicht beobachtend. In seinen Sachen sehr liederlich seyn. Auf seiner Stube sieht es sehr liederlich aus. 4) Leichtsinnig.
   Ach Herr, dein Knecht, der dein Gesetze
   Bisher so liederlich verlacht,
   Gryph. Wo es aber, so wie in allen Bedeutungen, für die edle und feyerliche Schreibart zu niedrig ist. 5) Den Ausschweifungen in den Sitten ergeben, besonders wenn damit Unordnung und Sorglosigkeit in den häuslichen Geschäften verbunden ist; im harten und sehr verächtlichen Verstande. Liederlich leben. Ein liederlicher Mensch. Liederlich seyn. Liederliches Gesindel.
   Anm. Im Schwed. liderlig. Wachter, Frisch und andere leiten es von Luder her, und wollen es daher auch lüderlich geschrieben haben, wogegen aber schon die allgemeine Aussprache streitet. So hart und gezwungen die Figur seyn würde, wenn man dieses Wort von Luder ableiten wollte, so leicht begreiflich wird die Abstammung von leicht, und die Verwandtschaft mit lose, lodern, flattern, schlottern, Lotterbube, schlendern, und allen dieses Geschlechtes, in welchen insgesammt der Begriff der Beweglichkeit der herrschende ist. Im Angels. ist lutherlice, pessime, und lythre, lithre, schmutzig, böse. Im Wendischen ist liede, lieden, leicht, kaum, dagegen in den Nordischen Sprachen und Mundarten liden klein bedeutet.
 
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Lidern, verb. reg. act. welches von Leder abstammet, und im gemeinen Leben so wohl als im Bergbaue üblich ist, mit dem gehörigen Leder versehen. Eine Kunst liedern, die Sätze des Kunstgezeuges mit neuem Leder versehen.
 
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Der Liedlohn, des -es, plur. inus. nur im gemeinen Leben einiger Gegenden, so wohl den Gesindelohn, als auch einen jeden Arbeitslohn zu bezeichnen, welcher für Handarbeiten bezahlet wird. Daher ein Tagelöhner daselbst auch ein Liedlöhner heißt. Frisch und andere leiten es von Lied, Glied, her, weil dieser Lohn für die Arbeit des Leibes und seiner Glieder bezahlet wird; welche Figur doch hart und ungewöhnlich ist. Vielleicht gehöret die erste Hälfte hier zu dem Worte Leute, Nieders. Lüde, so fern dasselbe geringere, unterworfene Personen bezeichnet. Bey dem Kero ist Itloon, Itlot, Vergeltung, Lohn, überhaupt, und itlonan vergelten; wo die Sylbe it das Lat. re- ausdruckt, wie in iteniuwes, Notker, von neuem, itniuwan, Kero, erneuern u. s. f. Schilter leitet hiervon unser Liedlohn ab; aber wo käme denn das L her?
 
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1. Liefern, verb. reg. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort seyn bekommt, gerinnen und gerinnen machen, wofür aber geliefern üblich ist, S. dasselbe.
 
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2. Liefern, verb. reg. act. welches ehedem überhaupt geben, hinhalten, reichen, bedeutete, aber jetzt nur noch in engerer Bedeutung gebraucht wird, in jemandes Gewahrsam oder Besitz überantworten, besonders von Dingen, welche nicht unmittelbar mit der bloßen Hand allein übergeben werden. 1. Eigentlich. Die Bauern haben die erhaschten Ausreißer in die Festung geliefert. Einen Übelthäter an die Obrigkeit liefern, ihn der Obrigkeit ausliefern. Die Getraidezinsen nach der Stadt liefern, dem Zinsherren einliefern. Besonders für Geld, für Bezahlung in den Besitz eines andern bringen. Das Brot oder Mehl für die Armee liefern. Die Lebensmittel, allerley Waaren für den Hof liefern, sie für Geld herbey schaffen. Personen, welche besonders dazu angenommen werden, werden mit einem entlehnten halb Lateinischen Worte Lieferánten genannt. Ich liefere (schaffe) den Zentner für zehn Thaler. Der Handwerksmann hat die versprochenen Arbeiten noch nicht geliefert, fertig überantwortet. 2. Figürlich. 1) Eine Schlacht liefern, dem Feinde ein Treffen liefern, eine Schlacht, ein Treffen mit ihm halten. 2) Er ist geliefert, er ist verloren, es ist um ihn geschehen, er ist ein Kind des Todes.

[Bd. 2, Sp. 2066]



   Daher die Lieferung in der eigentlichen Bedeutung, so wohl die Überantwortung, als auch die gelieferte Sache, besonders so viel als auf Ein Mahl geliefert, oder abgeliefert wird; ingleichen das Recht, die Verbindlichkeit etwas für Geld zu liefern. Die Lieferung thun, haben, berechtiget und verbunden seyn, etwas für die Bezahlung zu liefern. Ingleichen der Lieferschein, eine Bescheinigung über eine geschehene Ablieferung.
   Anm. Im Nieders. levern, im Dän. levern, im Schwed. lefwerera, im mittlern Lat. liberare, im Franz. livrer. Es ist das Intensivum oder Frequentativum von dem noch im Nieders. üblichen leven, bey dem Ottfried liuuun, geben, übergeben, reichen, welches im Angels. laevan, belaevan, im Engl. to allow, und bey dem Ulphilas lewjan lautet. Der letzte gebraucht es in der Stelle Matth. 5, 39: so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biethe den andern auch dar, für darbiethen. Es stammet aller Wahrscheinlichkeit nach von dem im Deutschen veralteten, aber noch im Wallisischen üblichen Llav, die Hand, her, so wie geben, von einem ähnlichen Gab, Gaff, herkommt. S. Adelung Erlauben und Glaube.
 
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Der Līegámbōß, des -es, plur. die -e, bey den Kupferschmieden, ein liegender Amboß.
 
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Das Liegegêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er, ein nur im gemeinen Leben für Wartegeld übliches Wort, die Vergeltung für das Liegen, d. i. Warten, eines andern. Dergleichen ist das Geld, welches dem Schiffer für jeden Tag, welchen er vor der Ein- und Ausladung über die Gebühr stille liegen muß, gegeben wird. S. Adelung Liegetag.
 
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Liegen, verb. irreg. neutr. Imperf. ich lag; Mittelw. gelegen; Imper. liege. Es ist das Neutrum von legen, bekommt im Hochdeutschen das Hülfswort haben, im Oberd. aber auch seyn, und bedeutet eigentlich, niedrig seyn, von dem Bey- und Nebenworte leg, lege, niedrig. Doch in dieser allgemeinern Bedeutung ist es veraltet, außer daß im Bergbaue noch die untere Fläche eines Ganges das Liegende genannt wird, zum Unterschiede von der obern oder dem Hangenden. In engerer und jetzt gewöhnlicherer Bedeutung, auf seiner größten Seite ruhen, weil ein Körper unbeschadet seiner Größe und Gestalt nur allein dadurch niedriger gemacht werden kann, daß man seine größte Fläche zur Grundfläche macht; zum Unterschiede von dem Stehen und bey lebendigen Körpern auch von dem Sitzen.
   1. Eigentlich. Das Buch liegt auf dem Tische, wenn es auf seiner größten Fläche ruhet; dagegen es stehet, wenn es auf der kleinsten ruhet. Die Kleider liegen ganz ordentlich im Schranke. Es liegt alles unordentlich durch einander. Der Hund liegt unter dem Ofen. Auf dem Bette liegen, im Bette liegen, um zu ruhen. Auf der Erde, auf der Bank liegen. Die Leiche liegt schon auf dem Strohe. Er hat schon zwey Stunden im Bette gelegen; im Oberdeutschen, er ist gelegen. Auf einem Küssen liegen. Laß es alles liegen, wie es liegt. Auf dem Rücken, auf dem Gesichte liegen. Im Grabe liegen. Hart, sanft, sehr unbequem liegen. Wie der Baum fällt, so bleibt er liegen, Pred. 2, 3. Eine große Last auf sich liegen haben. Nach einer sehr gewöhnlichen Figur wird das Subject bey diesem Zeitworte oft verwechselt. Das Feld liegt voller Steine, es liegen eine Menge Steine auf dem Felde, das Feld ist voller Steine. Der Weg lag voll Kleider, 2 Kön. 7, 15. Die Bücher liegen voll Staub. Schon Ottfried sagt: thie (Porticus) lagen sol alles mannes, B. 3, Kap. 4, V. 15. Eben so sagt man: der Baum hängt voller Äpfel u. s. f. Besonders an einer Krankheit im Bette liegen müssen. Krank liegen, krank darnieder liegen, bettlägerig

[Bd. 2, Sp. 2067]


seyn; wofür man auch zuweilen nur liegen allein gebraucht. Auf den Tod liegen, nehmlich krank. Am Fieber krank liegen, am Fieber darnieder liegen. Der Kranke hat schon acht Tage gelegen. Zu Bette liegen, krank liegen. In den letzten Zügen liegen. In Kindesnöthen liegen, von Gebärerinnen. In Wochen liegen, oder in den Wochen liegen, eigentlich, in den sechs Wochen, ein Kind geboren haben. Ich habe sieben Mahl in den Wochen gelegen, Gell. Bald hat sie in Wochen gelegen, Weiße. Im Oberdeutschen sagt man, sie ist gelegen, d. i. sie ist in das Kindbett gekommen. In der Deutschen Bibel kommt dafür das veraltete geliegen vor. Seine Schnur war schwanger und sollte schier geliegen, 1 Sam. 4, 19. Da mit dir gelegen ist, die dich gezeuget hatte, Hohel. 8, 7. In manchen R. A. behält liegen zwar seine eigentliche Bedeutung, allein der ganze Ausdruck ist doch eine Figur. Auf der Bärenhaut liegen, müßig gehen, faullenzen. S. Adelung Bärenhaut. Mit jemandem unter Einer Decke liegen, in einer bösen Sache gemeinschaftlich mit ihm handeln. Einander in den Haaren liegen, sich raufen, ingleichen figürlich im gemeinen Leben, sich zanken, mit einander rechten, prozessiren.
   2. Figürlich. 1) In manchen Fällen verschwindet der Begriff der größten Fläche mehr oder weniger, und da bedeutet liegen bloß, im Stande der Ruhe seyn, müßig da seyn, oft aber auch nur schlechthin da seyn. Geld auf Zinsen liegen haben, wofür man auch das Wort stehen gebraucht. Die alten Thaler, die ich schon lange liegen habe. Liegende Gründe, unbewegliche Güter, Häuser, Äcker, Gärten. Es liegt mir so auf der Brust, wenn man einen fest sitzenden Schleim auf der Brust verspüret. Wein im Keller liegen haben. Der Wein hat schon lange gelegen. Das Bier liegt auf dem Fasse. Besonders, 2) von Gegenden, Örtern u. s. f. von dem Verhältnisse ihres Ortes in Ansehung des Ortes anderer Dinge. Leipzig liegt in Sachsen. Portugal liegt gegen Abend, Persien gegen Morgen. Das Dorf liegt hinter dem Berge, der Garten hinter dem Hause, die Wiese an dem Flusse. Schwarz liegt das unabsehbare Meer vor uns, Geßn. Der Wald liegt linker Hand. Die Stadt rechter Hand liegen lassen, auf der linken Seiten derselben vorbey reisen. Die Augen liegen ihm vor dem Kopfe. 3) In einigen Fällen wird es auch gebraucht, eine Stellung zu bezeichnen, welche dem Liegen nahe kommt, ob man gleich in derselben noch nicht völlig liegt. In der Secunde, in der Quart liegen, in der Fechtkunst, wegen der gestreckten Stellung, worin man sich alsdann befindet. Im Vortheile liegen, eben daselbst, eine vortheilhafte Stellung haben.
   Jetzt setzt ein kahler Troß, der in dem Vortheil liegt,
   Den besten Helden ab,
   Opitz. Auf den Knien liegen. Vor Ort liegen, im Bergbaue, für sitzen. Im Anschlage liegen, bey den Soldaten und Schützen, das Gewehr in einer gestreckten Stellung zum Schusse an die Backen legen. Im Fenster liegen, mit der Brust sich auf die Brustlehne lehnen. 4) Bey einer Person liegen, oder ihr beyliegen, eine im Hochdeutschen veraltete R. A. ihr beywohnen, sich fleischlich mit ihr vermischen, welche noch oft in der Deutschen Bibel, aber auch schon im Schwabenspiegel vorkommt. 5) Mit dem Nebenbegriffe der anhaltenden Zeitdauer. Die Soldaten liegen im Felde, wenn sie im Felde im Lager stehen. Was für ein Regiment liegt in diesem Orte zur Besatzung? Im Gefängnisse liegen. In Ketten und Banden liegen. Besonders mit einem verächtlichen Nebenbegriffe. Immer in den Weinhäusern liegen, sich oft und lange daselbst aufhalten. Er liegt den ganzen Tag auf dem Koffeehause. Einem auf

[Bd. 2, Sp. 2068]


dem Halse liegen, ihm durch seine lange Gegenwart, durch seinen langen Aufenthalt beschwerlich fallen. Immer über den Büchern liegen, beständig lesen oder studiren. Immer zu Hause liegen. Jemanden in den Ohren liegen, ihn beständig und auf eine beschwerliche Art zu einer und eben derselben Sache zu bereden suchen. 6) Mit dem Nebenbegriffe der Ruhe; denn was liegt, d. i. seine größte Seite zur Grundfläche hat, hat auch die dauerhafteste Ruhe. Vor Anker liegen, von Schiffen. Unter Weges stille liegen, sich auf der Reise an einem Orte aufhalten. Auf dem Wege liegen bleiben, nicht weiter können. Die Sache bleibt liegen, wird nicht fortgesetzt. Eine Arbeit, einen Prozeß liegen lassen, nicht fortsetzen. Handel und Wandel liegt, befindet sich im Stande der Ruhe, in einem schlechten, unthätigen Zustande. Die Sache liegt daran, wird dadurch gehindert. An mir liegt es nicht, ich hindere es nicht. 7) Oft bedeutet es nur überhaupt, sich in einem gewissen Zustande befinden, wobey sich doch zuweilen etwas von den vorigen Nebenbegriffen mit einschleicht. Mit einander im Streite liegen, eine langwierigen Streit mit einander haben, welches man, wenn es ein gerichtlicher Streit ist, auch vor Gericht liegen nennet. Das liegt vor Augen, ist leicht zu erkennen; es liegt am Tage, ist bekannt, deutlich. Seine Unschuld liegt am Tage. Der Unterschied liegt darin u. s. f. ist darin befindlich. Die Gefahr einer ewigen Trennung hier liegt das Schreckliche, Weiße. Das Schöne, welches in der Harmonie und in der Folge der Töne liegt. In der Mittheilung unsrer Begriffe an unsre Freunde liegt eine Seligkeit, die auch der hartnäckigste Einsame fühlt, Zach. Das allein liegt mit noch im Sinne. Ach das Geld liegt mit nicht an der Seele! Gell. 8) Es liegt nichts daran, es liegt viel daran, oder mit dem Mittelworte und dem Zeitworte seyn, es ist nichts, es ist viel daran gelegen, die Sache ist von Wichtigkeit, wird als wichtig erkannt. Wem liegt daran? Less. Denkst du denn, daß mir so viel an zeitlichen Gütern liegt? Liegt was daran, was für eines Werkzeuges sich die Natur bedient, uns zu zernichten? Sonnenf.
   Den Bösen liegt daran, daß keine Gottheit wäre,
   Dusch. Anm. Bey dem Kero lickan, bey dem Ottfried liggen, im Nieders. liggen, im Angels. liegan, ligan, im Engl. to ly, im Dän. ligge, im Schwed. ligga, bey dem Ulphilas ligan, im Isländ. liggia, im Wendischen leshim, im Böhm. lezeti, im Griech. λεγεσθαι und λεχεσθαι. Es stammet von lege, niedrig, her. S. dieses Wort, ingleichen Legen, Lage und Lager. Das Lat. lectum, und Griech. λεχος und λεκτρον gehören gleichfalls zu dessen Geschlechte. Der biblische Ausdruck schlafen liegen, 2 Sam. 7, 12, für liegen und schlafen, ist im Hochdeutschen veraltet, und verdiente daher in den Sprachlehren unter denjenigen Zeitwörtern, welche ein anderes Verbum im Infinitiv neben sich leiden, nicht noch mit angeführet zu werden.
 
Artikelverweis Der
Lieger, des -s, plur. ut nom. sing. eine Person oder Ding, welches liegt, doch nur in einigen Zusammensetzungen. Indessen pflegen noch die Tuchbereiter das still liegende Blatt der Tuchschere den Lieger zu nennen. Im Nieders. wird auch ein Schiff, welches dazu bestimmt ist, daß es an einem Orte stille liegen soll, ein Lieger, Nieders. Ligger genannt. Siehe auch Auslieger.
 
Artikelverweis 
Die Liegestunde, plur. die -n, im Bergbaue, diejenige Zeit, in welcher die Bergleute stille liegen und ausruhen; die Aufsetzstunde.
 
Artikelverweis 
Der Liegetag, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, diejenigen Tage, da jemand an einem Orte stille lieget, d. i.

[Bd. 2, Sp. 2069]


sich auf der Reise an einem Orte aufhält. In engerer Bedeutung sind in den Seestädten Liegetage diejenigen Tage, welche ein Schiffer vor der Ein- oder Ausladung unentgeltlich stille liegen muß. Nach deren Verlauf kann er Liegegeld verlangen.

 

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