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Lieblichkeit bis Lied (Bd. 2, Sp. 2062 bis 2063)
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Artikelverweis Die Lieblichkeit, plur. die -en. 1) Die Eigenschaft eines Dinges, da es lieblich ist; ohne Plural. 2) Zuweilen auch liebliche Dinge selbst.
 
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Der Liebling, des -es, plur. die -e, eine Person, welche von einer andern mit vorzüglicher Zärtlichkeit geliebt wird; so wohl in der zweyten, als dritten Bedeutung des Hauptwortes Liebe, und von beyden Geschlechtern. Johannes war der Liebling Christi, die Pompadour der Liebling Ludwigs XV. Mißtraue der Eitelkeit, die dir sagt, daß deine Reitzungen groß genug sind, einen unbeständigen Liebling getreu und beständig zu machen, Dusch. Der Liebling der Musen. Daher die Zusammensetzungen Lieblingsideen, Lieblingsthorheiten, Lieblingssünden, Lieblingslaster, Lieblingstugenden, Ideen, Thorheiten, Sünden, Laster u. s. f. welche man mit vorzüglichem Vergnügen heget und begehet. S. -Ling.
 
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Lieblos, -er, -este, adj. et adv. in der zweyten Bedeutung des Wortes Liebe, der Liebe, d. i. der pflichtmäßigen Fertigkeit sich an der Vollkommenheit andrer zu belustigen, und selbige möglichst zu befördern, beraubt, und in dieser Gesinnung gegründet. Gegen jemanden lieblos seyn, handeln. Ein liebloser Mensch, ein liebloses Betragen.
 
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Die Lieblosigkeit, plur. die -en. 1) Der Zustand, die Fertigkeit, da man lieblos ist, die Fertigkeit, die Beförderung des Nutzens anderer aus Mangel der Liebe zu versäumen; ohne Plural. Die Lieblosigkeit gegen Gott, die Fertigkeit, sich an andern Dingen mehr als an Gott zu vergnügen. 2) Dergleichen einzelne Handlungen.
 
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Liebreich, -er, -ste, adj. et adv. reich an Liebe, in der zweyten Bedeutung dieses Hauptwortes, d. i. einen hohen Grad der Liebe gegen andere besitzend, doch am häufigsten nur in engerer Bedeutung, so fern sich derselbe durch Worte, Stimme, Geberden und Handlungen äußert; ingleichen, in dieser Gemüthsstellung gegründet. Ein liebreicher Mann. Ein Herr, welcher gegen seine Unterthanen sehr liebreich ist. Ein

[Bd. 2, Sp. 2063]


liebreiches Betragen. Liebreiche Mienen. Zuweilen auch von andern thätigen Beweisen dieser Gesinnung. Das Glück ist nicht so liebreich gegen sie gewesen, als die Natur, Gell.
 
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Der Liebreitz, des -es, plur. die -e, ein angenehmer Reitz, von lieb, so fern es in der ersten passiven Bedeutung so viel als angenehm ist, oder vielmehr von dem Hauptworte Liebe, zur Liebe reitzend, eine Eigenschaft, eine Fertigkeit, welche fähig ist, Liebe in andern zu erwecken. Der Liebreitz der Tugend. Ihr anmuthsvollen Kinder, mit jedem Liebreitz der Mutter geschmückt, Geßn. Wo das Herz bescheiden ist, da theilt es unsern äußerlichen Handlungen den der Bescheidenheit eigenen Liebreitz unbemerkt in allen Fällen mit, Gell. Der Liebreitz, der uns früh verbunden, Haged.
   Die thränenden Augen, die keichende Brust,
   Entkräften den Liebreitz, verscheuchen die Lust,
   Haged. So richtig dieses Wort auch zusammen gesetzt ist, so klebt demselben doch immer etwas Widriges an, vermuthlich, weil es von den Dichtern der vorigen Zeiten so sehr gemißbraucht worden. Über dieß sagt das kürzere Reitz in engerer Bedeutung eben dasselbe, und wird daher auch lieber und häufiger für jenes gebraucht.
 
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Liebreitzend, -er, -ste, adj. et adv. zur Liebe reitzend, wofür doch auch das einfache reitzend üblicher ist. Liebreitzend von Gesicht, Haged.
 
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Der Liebste, die Liebste, S. Adelung Lieb.
 
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Der Liebstöckel, des -s, plur. inus. der Nahme einer Pflanze, welche einen hohlen fetten und starken Stängel treibt, eine scharfe, stinkende Wurzel hat, und in den Apotheken gebraucht wird; Ligusticum Levisticum L. Dieses Gewächs ist auf dem Apenninischen Gebirge einheimisch, von woher es mit seinem Nahmen in unsere Gärten gekommen ist. Sein eigentlicher Nahme ist Ligusticum, von der Landschaft Liguvien, wie Plinius versichert, in welcher es auf den Apenninen sehr häufig wächst; bey dem Dioskorides λιγυσικον, woraus Galens λιβυσικον, das spätere Lat. Levisticum, und unser Liebstöckel, welches schon in den Monseeischen Glossen Lubistechal lautet, entstanden sind. Im Nieders. heißt dieses Gewächs Leverstock, im Dän. Loestilk, im Franz. Liveche, im Engl. Lovage, im Böhm. Libecek.
 
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Liebwêrth, -er, -este, adj. ein nur noch in dem Briefstyl des gemeinen Lebens übliches Beywort, für lieb und werth. Liebwertheste Ältern. Liebwerthe Frau Muhme. Als ein Nebenwort ist es nicht gebräuchlich.
 
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1. * Das Lied, des -es, plur. die -er, ein nur in einigen Gegenden, z. B. Meißens, übliches Wort, einen Tisch, und besonders den Tisch, oder die Bank zu bezeichnen, worauf die Fleischer ihr Fleisch feil haben. So heißt es in einer der neuesten Dresdener Fleischer-Ordnungen: Die Fleischer sollen das gute und schlechte Fleisch nicht unter einander auf das Liet (Lied) legen. Er soll es auf die Bank oder Liet bringen. S. Laden, das Hauptwort, zu dessen Geschlechte es zu gehören scheinet.

 

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