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1. Lichten bis Lichtgrau (Bd. 2, Sp. 2052 bis 2053)
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Artikelverweis  1. Lichten, verb. reg. act. welches im Niedersächsischen, besonders in der Seefahrt üblich ist, und von dem Bey- und Nebenworte leicht, Nieders. licht, abstammet. 1) Leichter machen, entlasten. Eine Tonne lichten, sie austrinken, ausleeren. Die Casse lichten, alles Geld heraus nehmen. S. das folgende der Lichter, welches von dieser Bedeutung abstammet. 2) In die Höhe heben, aufheben, von schweren Körpern. Die Anker lichten, sie in die Höhe winden. Lichte! der gewöhnliche Zuruf der Niedersächsischen Fuhrleute an ihre Pferde, wenn sie den Fuß aufheben sollen. Den Protest lichten, in Nieders. Handelsstädten, ihn aufheben. Da es in dieser Bedeutung in vielen Gegenden auch lüften lautet, f und ch aber mehrmahls mit einander verwechselt werden, indem das Nieders. Lucht auch Luft bedeutet, so kann es auch unmittelbar von diesem letztern Worte abstammen, S. Lüften.
   So auch die Lichtung.
 
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2. Lichten, verb. reg. act. welches von dem Worte Licht, lux, abstammet, licht, hell machen. Sein Verstand lichtet sich auf, wird hell, bekommt deutliche und klare Begriffe. Außer welchem zusammen gesetzten Zeitworte es vorzüglich noch im figürlichen Verstande im Forstwesen üblich ist, wo die Wälder durch Ausschlagung der Bäume gelichtet oder ausgelichtet werden.

[Bd. 2, Sp. 2053]


S. das Beywort Licht. Daher die Lichtung, plur. die -en, daselbst auch einen ausgeschlagenen, von dem Oberholze entblößten Platz bedeutet.
 
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Der Lichter, des -s, plur. ut nom. sing. in den Seestädten, kleine Schiffe oder Fahrzeuge, vermittelst deren größere gelichtet, d. i. entladen, werden, besonders in seichten Häfen, wo jene mit voller Ladung nicht würden einlaufen können. Engl. Lighter, Dän. Ligter, im mittlern Lat. Levamentum, Allegium, Franz. Allège, in einigen Oberdeutschen Gegenden ein Leichter, Leichtschiff. S. 1. Lichten 1.
 
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Lichterloh, adv. welches nur im gemeinen Leben üblich, und aus der R. A. mit lichter Lohe zusammen gezogen ist. Das Feuer brennt lichterloh, mit lichter, heller Lohe, d. i. Flamme.
 
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Die Lichtflêchte, plur. inus. in der Kräuterkunde, eine Art Flechte, welche an den Wänden, Mauern und Baumstämmen wächset, und mit welcher die Schwedischen Landleute ihre Talglichter gelb färben, wovon sie auch den Nahmen hat; Lichen candelarius L. Lichtmos.
 
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Die Lichtform, plur. die -en, Formen von Glas oder Metall, Lichter darein zu gießen. Auch das Gefäß, worein bey dem Lichtziehen der geschmolzene Talg gegossen wird, führet den Nahmen der Lichtform.
 
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Der Lichtfuchs, des -es, plur. die -füchse, ein Fuchs, d. i. röthliches Pferd von einer hellen Farbe; ein Hellfuchs, zum Unterschiede von einem Rothfuchse. Zuweilen pflegt man auch die Rothfüchse, wenn sie einen weißen Schwanz, Schopf und Mähne haben, Lichtfüchse zu nennen.
 
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Die Lichtgans, plur. die -gänse, S. Adelung Lichtbraten.
 
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Das Lichtgarn, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, Garn, welches zu den Dochten der Lichter gebraucht wird, oder bestimmt ist; Dochtgarn.
 
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Lichtgêlb, adj. et adv. welches im gemeinen Leben für hellgelb üblich ist. S. das Beywort Licht, 2. 1).
 
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Lichtgrau, adj. et adv. hellgrau, im gemeinen Leben. So auch lichtgrün. S. das Beywort Licht, 2. 1).

 

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