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Lêslich bis 2. Die Lêtze (Bd. 2, Sp. 2034 bis 2035)
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Artikelverweis  Lêslich, adj. et adv. S. Adelung Leserlich.
 
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Der Lêtten, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. eine Benennung verschiedener zäher und fetter Erdarten. 1) Der gemeine Töpferthon, welcher gemeiniglich bläulich ist, und im Wasser zu einer zähen Masse wird, ist am häufigsten im Oberdeutschen unter dem Nahmen des Lettens bekannt. 2) Im Bergbaue ist der Letten eine zähe, fette und schmierige Bergart, von allerley Farben, welche gemeiniglich auch nichts anders als ein Thon ist. Der weiße Letten ist zuweilen silberhaltig. 3) Im Oberdeutschen wird auch der Lehm zuweilen Letten genannt, S. Adelung Lehm.
   Anm. Die zähe, zusammen hangende weiche Beschaffenheit ist ohne Zweifel der Grund der Benennung, so daß dieses Wort

[Bd. 2, Sp. 2035]


mit Lutum, Klette, Kloß, Lehm, Leim, dem Niedersächs. Kley u. a. Eines Geschlechtes ist. Lättjord bedeutet im Schwed. einen Boden, welcher leicht weich und schmierig wird. Im Wallis. ist Llaid, im Isländ. Ledia, Koth, und im Finnländ. Letto ein sumpfiger Ort.
 
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Die Lêttenhaue, plur. die -n, im Bergbaue, eine Haue, welche nur zwey Finger breit ist, womit das lettige Gebirge los gehauen wird; die breite Weilhaue.
 
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Der Lêttenschmitz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine im Bergbaue übliche Benennung des Lettens, oder einer lettichten Erdart. S. Adelung Schmitz.
 
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Die Lêtter, plur. die -n, ein aus dem Lat. Littera entlehntes Wort, einen Buchstaben zu bezeichnen, welches doch wenig mehr gebraucht wird, außer daß einige noch die gegossenen Schriften der Buchdrucker, so wie die gedruckten Buchstaben Lettern zu nennen pflegen. Thorheit war es wohl, wenn einige ältere Sprachlehrer, und sogar auch Bödicker dieses Wort nicht aus dem Lat. sondern von Lied, Glied, abgeleitet wissen wollten.
 
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Das Lêtterhörnchen, S. Adelung Abcbuch.
 
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Der Lêtterwêchsel, S. Adelung Buchstabenwechsel.
 
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Lêtticht, adj. et adv. dem Letten ähnlich. Ein lettichter Boden. Nieders. ankleiig.
 
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Lêttig, adj. et adv. Letten enthaltend, aus Letten bestehend. Ein lettiger Boden.
 
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1. Die Lêtze, plur. die -n, ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden übliches Wort, eine Vertheidigung an der Gränze, eine Landwehre, und hernach auch wohl eine jede Gränze zu bezeichnen. S. Frischens Wörterbuch. Wohl nicht, wie dieser glaubt, von lat, spät, und letzte, man müßte es denn von dem davon abstammenden noch im Niedersächsischen üblichen latten, hindern, ableiten wollen; sondern vermuthlich von letzen, welches nicht nur laedere, sondern auch wehren, vertheidigen, bedeutete. Im Theuerdanke kommt daher Lytz von einem Gewehr, einem Werkzeuge der Vertheidigung und des Angriffes vor. S. Verletzen.
 
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2. Die Lêtze, plur. die -n, ein im Hochdeutschen sehr ungewöhnlich gewordenes Wort. Es bedeutet, 1) ein Geschenk, welches man bey seinem Abschiede einem andern zum Andenken oder zur Ergetzlichkeit macht. Welches Geld man ihnen zur Letze verehrete, Bluntschli. Frisch führet eine Stelle aus Wurstisens Baseler Chronik an, worin dieses Wort Lezine lautet. Das laß ich dir zur Letze, in einem alten Kirchenliede, wofür man gemeiniglich singt, das laß ich dir zur Letzte, als wenn es das Wort letzt, ultimus, wäre. Vermuthlich gehöret auch die im gemeinen Leben übliche R. A. zu guter letzt hierher, da sie denn eigentlich zu guter Letze heißen müßte, d. i. zum freundlichen Abschiede. 2) Ein Überbleibsel, ein Überrest; eine nur noch im Oberdeutschen übliche Bedeutung, von welcher Frisch eine Stelle aus Ryffs Spiegel der Gesundheit anführet. S. 2. Letzen.

 

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