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Lêserlich bis Lêttenschmitz (Bd. 2, Sp. 2034 bis 2035)
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Artikelverweis  Lêserlich, -er, -ste, adj. et adv. so daß man es lesen kann, doch nur von den Zügen einer bekannten Schrift. Eine leserliche Hand schreiben. Eine leserliche Schrift. Die Urkunde ist nicht mehr leserlich. Die in der Mitte, wie es scheinet, um des Wohlklanges willen, eingeschobene Sylbe er, damit das s nicht, wenn es ohne Vocal stände, zu hart lauten möchte, findet sich auch in lächerlich, fürchterlich, dem gemeinen mörderlich u. s. f. S. -Lich.
 
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Der Lêserlohn, des -es, plur. inus. der Lohn, welchen man für das Lesen, colligere, bezahlet, besonders der Lohn, welchen die Weinleser in den Weinbergen bekommen.
 
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Die Lêseschule, plur. die -n, eine Schule, in welcher die Kinder lesen lernen.
 
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Der Lêsestein, des -es, plur. die -e, im Bergbaue, reichhaltige Eisensteine, welche auf oder unter der Erde in Geschieben angetroffen werden, da man sie denn zusammen zu lesen und auszuschmelzen pfleget; Rasensteine, so fern sie gleich unter dem Rasen befindlich sind, Wiesensteine, so fern sie sich oft auf Wiesen finden lassen.
 
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Die Lêsestunde, plur. die -n, eine Stunde, in welcher man im Lesen, legere, Unterricht gibt, oder empfängt. Lesestunden halten. In die Lesestunde gehen.
 
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Die Lêseübung, plur. die -en, die Übung im Lesen, legere.
 
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Die Lêsezeit, plur. die -en, diejenige Zeit, da gewisse Dinge gelesen (colligere) werden. Besonders die Zeit, da der Wein gelesen wird; die Weinlese.
 
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Lêslich, adj. et adv. S. Adelung Leserlich.
 
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Der Lêtten, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. eine Benennung verschiedener zäher und fetter Erdarten. 1) Der gemeine Töpferthon, welcher gemeiniglich bläulich ist, und im Wasser zu einer zähen Masse wird, ist am häufigsten im Oberdeutschen unter dem Nahmen des Lettens bekannt. 2) Im Bergbaue ist der Letten eine zähe, fette und schmierige Bergart, von allerley Farben, welche gemeiniglich auch nichts anders als ein Thon ist. Der weiße Letten ist zuweilen silberhaltig. 3) Im Oberdeutschen wird auch der Lehm zuweilen Letten genannt, S. Adelung Lehm.
   Anm. Die zähe, zusammen hangende weiche Beschaffenheit ist ohne Zweifel der Grund der Benennung, so daß dieses Wort

[Bd. 2, Sp. 2035]


mit Lutum, Klette, Kloß, Lehm, Leim, dem Niedersächs. Kley u. a. Eines Geschlechtes ist. Lättjord bedeutet im Schwed. einen Boden, welcher leicht weich und schmierig wird. Im Wallis. ist Llaid, im Isländ. Ledia, Koth, und im Finnländ. Letto ein sumpfiger Ort.
 
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Die Lêttenhaue, plur. die -n, im Bergbaue, eine Haue, welche nur zwey Finger breit ist, womit das lettige Gebirge los gehauen wird; die breite Weilhaue.
 
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Der Lêttenschmitz, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine im Bergbaue übliche Benennung des Lettens, oder einer lettichten Erdart. S. Adelung Schmitz.

 

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