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Lêrchenschwamm bis Lsebūch (Bd. 2, Sp. 2030 bis 2032)
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Artikelverweis Der Lêrchenschwamm, S. Adelung Lärchenschwamm.
 
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Der Lêrchenspiegel, des -s, plur. ut nom. sing. bey den Vogelstellern, eine ovalrunde Maschine auf einer Walze mit verschiedenen Spiegeln, die Lerchen damit zu berücken und zu fangen.
 
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Der Lêrchenspieß, des -es, plur. die -e, in den Küchen, kleine Spießchen von Holz oder Metall, Lerchen und andere kleine Vögel daran zu spießen, und selbige an einen ordentlichen Bratspieß zu binden, um sie auf solche Art zu braten; der Vogelspieß.
 
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Das Lêrchenstreichen, des -s, plur. inus. ein aus den R. A. Lerchen streichen und die Lerchen streichen zusammen gezogenes Wort. 1) Der Fang der Lerchen mit dem Lerchennetze, besonders mit dem Klebegarne und Nachtnetze. 2) Das Streichen, d. i. das Ankommen und Fortziehen, der Lerchen. S. Adelung Streichen. In beyden Fällen auch der Lerchenstrich.
 
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Der Lêrchenwagen, des -s, plur. ut nom. sing. ein grün angestrichener Wagen, die bey dem Lerchenstreichen gefangenen Lerchen darauf nach Hause zu führen.
 
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Die Lêrnbegierde, plur. inus. die Begierde etwas zu lernen. Daher lernbegierig. S. Adelung Lehrbegierde und Lehrbegierig.
 
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Lêrnen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert. Es kommt in doppelter Gestalt vor. I. In mehr activer Bedeutung, für lehren, in welchem Verstande es in der anständigen Schreib- und Sprechart veraltet ist, im gemeinen Leben aber noch häufig vorkommt.
   So wolt er im der vil zeigen
   Und lernen eine newe monier,
   Theuerd. Kap. 71. Ich will euch lernen, was ihr thun sollt, 2 Mos. 4, 15; wo doch bessere Ausgaben lehren haben. Lernen sie mir nur die Liebe erst kennen, Gell. für lehren sie mich u. s. f. Bey den Handwerkern lernet der Meister einen Lehrburschen, wenn er ihm sein Handwerk beybringet; einen Lehrburschen auslernen, ihn die gesetzte Zeit hindurch bis zu Ende unterrichten und anführen. Bey dem Zeitworte lehren ist schon angemerket worden, daß lehren und lernen ursprünglich ein und eben dasselbe Zeitwort sind, und daher auch von je her häufig für einander gesetzt worden. Eben so bedeutet das Griech. μαθιτευειν, das mittlere Lat. discere, das Franz. apprendre, das Schwed. lära, und das Nieders. lere, so wohl lehren als lernen.
   II. In mehr neutraler Bedeutung, Fertigkeit, und in weiterm Verstande, unbekannte Kenntnisse und Begriffe zu bekommen suchen. 1) Im engsten und vermuthlich eigentlichsten Verstande, im Gedächtnisse zu behalten suchen, und zwar zunächst durch mehrmahliges lautes Hersagen, welches lehren, so fern es ursprünglich laut hersagen bedeutet hat, zu bezeichnen scheinet; hernach aber auch, auf jede andere Art. Etwas auswendig lernen. Seine Lection lernen. Einem Kinde etwas zu lernen aufgeben. Ein Lied, einen Psalm lernen. Lernet sie (die Gebote,) und behaltet sie, 5 Mos. 5, 1. 2) In weiterer Bedeutung, Fertigkeit in einer Sache zu erlangen suchen. Ein Handwerk, eine Kunst, eine Wissenschaft lernen. Eine Sprache lernen. Das Kind lernt gehen. Lesen, schreiben, tanzen, zeichnen, singen lernen. Etwas von sich selbst lernen. Bey einem Meister lernen, das Handwerk bey ihm zu erlernen suchen. Etwas von einem lernen. Wo es oft auch absolute stehet, für nützliche Fertigkeiten zu erlangen suchen. Der Knabe will nichts lernen. Er hat nichts gelernt. Lerne vor ehe du andere lehrest, Sir. 18, 20. Er hat etwas gelernt und wird sein Glück gewiß machen, Gell. 3) In noch weiterm Verstande, unbekannte Kenntnisse und Begriffe erlangen und zu erlangen suchen. Sie lerneten der Heiden Werk, Ps. 106, 35. Lauter Böses von jemanden lernen. Lernet von mir, denn ich bin sanftmüthig, Matth. 11, 29. Man muß lernen, so lange man lebt. Etwas durch die Übung, aus der Erfahrung lernen. Jemanden kennen lernen. Lerne aus andrer Leute Schaden klug werden. Jetzt lernete er über sein eigenes Herz erröthen. So lernt ich mich mit wenigem begnügen, Gell.
   Durch eignes Leiden lernte sie
   Beym Leiden anderer zerfließen,
   Gotter. Das lernt sich bald, wird bald erlernet. Was man nicht kann, das lernt sich, wenn man nur Lust hat, Weiße.
   Anm. Dieses Zeitwort kommt in dem Gebrauche größten Theils mit lehren überein. Es wird so wie dieses mit dem bloßen Infinitiv des Zeitwortes verbunden, wie aus den obigen Beyspielen erhellet. Nur in den zusammen gesetzten Zeiten scheinet es gleichgültig zu seyn, ob man alsdann lernen im Infinitiv stehen lässet, nach dem Muster der Zeitwörter heißen, sehen, hören, mögen, wollen u. s. f. oder ob man der gewöhnlichern Form folget, weil man von beyden Beyspiele findet. Seitdem ich ihn habe kennen lernen, oder kennen gelernet. Wer die Natur einer jeden Sache hat kennen, und die Weisheit, Kunst und Macht, die sich in allen natürlichen Dingen zeiget, bemerken lernen, Gell. Sie haben die Unschuld unsrer Liebe kennen gelernet, Cron. Indessen gibt es viele Fälle, in welchen der Infinitiv in der vergangenen Zeit anstatt des Mittelwortes das Gehör beleidiget. Wird man wohl, z. B. gerne sagen: bey wem haben sie tanzen lernen? Das Kind hat erst vor vier Wochen gehen lernen u. s. f. Daher

[Bd. 2, Sp. 2032]


es scheinet, als wenn sich diese Form mit dem Zeitworte kennen noch am besten vertrüge.
   Dieses Zeitwort lautet, so fern es discere bedeutet, schon bey dem Kero lirnan, bey dem Ottfried und dessen Zeitgenossen lernen und gilernen, im Angels. leornan, im Engl. to learn. Bey dem Zeitworte lehren ist bereits bemerket worden, daß es vermittelst der vermuthlich hier intensiven Ableitungssylbe -nen von diesem Worte gebildet worden, daher es auch in der Schweiz und andern Oberdeutschen Gegenden noch lehrnen geschrieben und gesprochen wird.
 
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Lêsbar, adj. et adv. fähig gelesen zu werden. Das Chinesische ist einem Deutschen nicht lesbar. Ingleichen, fähig mit Verstande, mit Unterhaltung gelesen zu werden. Ein Buch ist nicht lesbar, wenn man entweder nicht verstehet, was man lieset, oder keine Unterhaltung dabey findet. So auch die Lesbarkeit. S. Leserlich, welches noch davon verschieden ist.
 
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Die Lếsche, Lếschen u. s. f. S. in Lösch-
 
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Die Lêse, plur. die -n, von dem Zeitworte lesen, colligere.
   1) Die Handlung, da man etwas zusammen lieset; ohne Plural. Am häufigsten in den Zusammensetzungen Weinlese, welche auch nur die Lese schlechthin genannt wird, Öhllese, Nachlese u. s. f. 2) Was man zusammen gelesen hat; in welchem Verstande es nur in einigen Kartenspielen üblich ist; wo es theils die mit einem höhern Blatte gestochenen Karten der übrigen Mitspieler bedeutet, drey Lesen haben, d. i. drey Stiche; theils aber auch, und zwar im Singular allein, die meisten Stiche. Die Lese haben, die meisten Stiche haben.
 
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Das Lsebūch, des -es, plur. die -bǖcher, von lesen, legere. 1) Ein Buch, worin man zum Vergnügen, zum Zeitvertreibe lieset. 2) Auf hohen Schulen, ein Buch, worüber ein Collegium gelesen, welches zum Grunde einer Vorlesung gelegt wird.

 

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