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Lênkriemen bis 2. Die Lêrche (Bd. 2, Sp. 2028 bis 2030)
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Artikelverweis Der Lênkriemen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Riemen, die Pferde vor dem Wagen damit zu lenken; wenn es ein Seil ist, das Lenkseil.
 
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Lênksam, -er, -ste, adj. et adv. Neigung, Fertigkeit besitzend, sich lenken zu lassen, so wohl in der weitern, als auch zweyten figürlichen Bedeutung, doch nur von lebendigen Geschöpfen. Ein lenksames Pferd. Ein lenksames Herz haben. So auch die Lenksamkeit. In der ersten eigentlichen Bedeutung ist dafür gelenk üblich.
 
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Der Lênkschamel, des -s, plur. ut nom. sing. an dem vordern Theile eines gemeinen Wagens, ein auf dem Rungstocke bewegliches horizontales Holz, in welchem sich die Rungen befinden,

[Bd. 2, Sp. 2029]


und welches die Lenkung oder Wendung des Wagens erleichtert; der Wendeschämel. S. Adelung Schämel.
 
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Das Lênkseil, des -es, plur. die -e, ein Seil, die Bewegung eines Körpers damit zu lenken. Besonders ein Seil, das Zuvieh damit zu lenken, S. Adelung Lenkriemen.
 
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1. Die Lênne, eine Art des Ahornes, S. 1. die Lehne.
 
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2. Die Lênne, ein wildes Schwein weiblichen Geschlechtes, siehe 2. die Lehne.
 
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Der Lênz, des -es, plur. die -e, eine nur in der höhern und dichterischen Schreibart der Hochdeutschen übliche Benennung des Frühlinges. Das Wasser Tigris gehet im Lenzen (Lenze) über, Sir. 24, 35. Wie eine schöne Rose im Lenzen, (Lenze,) Kap. 50, 8.
   So schön kann nie
   Die Flur im Lenze prangen,
   Weiße. Anm. Schon bey dem Notker ther Lenzen, welche Oberdeutsche Form noch in der Deutschen Bibel üblich ist, im Holländ. Lent, in der Schweiz mit vorgesetztem Gaumenlaute Glenz, im Schwed. hingegen ohne n und Zischlaut Låding. Marschall und Frisch leiten es von lang ab, weil die Tage im Lenze anfangen länger zu werden, andere von Glanz, weil der Aprill bey den Hebräern aus eben dieser Ursache 05d605d5 und bey den Chaldäern und Arabern 05d005d905d905e8 heißt, beyde von Stammwörtern, welche glänzen bedeuten. Mit mehrerm Rechte leitet man unser Lenz von dem Oberdeutschen leinen, aufthauen, lau werden, her, S. dieses Wort. Das Bey- und Nebenwort lenzisch, welches Gleim gebraucht,
   Singend wünsch ich auch, o Freund,
   Lenzisches Vergnügen, ist ganz ungewöhnlich und wegen der Ableitungssylbe isch niedrig.
 
Artikelverweis Der
Lênzmonath, des -es, plur. die -e, eine schon von Carln dem Großen herstammende Benennung des dritten Monathes im Jahre, welcher unter dem Römischen Nahmen des Märzes noch am bekanntesten ist, weil der Lenz oder Frühling in demselben seinen Anfang nimmt. Bey dem Raban Maurus Lengizinmanoth.
 
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Der Leopárd, des -en, plur. die -en, S. Adelung Panther.
 
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1. Die Lêrche, plur. die -n, ein Sangvogel, welcher an der hintern Zehe einen langen Sporn hat, sich auf den Feldern aufhält und seines angenehmen Gesanges wegen bekannt ist; Alauda L. Siehe Feldlerche, Sanglerche, Heidelerche, Häubellerche, Doppellerche u. s. f. Die Leipziger Lerchen, welche keine besondere Art ausmachen, ob sie gleich fleischiger und fetter sind als in andern Gegenden, auch nicht um Leipzig allein gefangen, sondern aus Thüringen, dem Mansfeldischen, dem Saalkreise u. s. f. dahin gebracht werden. Die Lerchen streichen, wenn sie im Herbste in wärmere Länder ziehen. Die Lerchen streichen, sie mit Netzen fangen; daher das Lerchenstreichen.
   Anm. Im Nieders. Lewerk, auch in einigen gemeinen Oberdeutschen Mundarten Leuwerk, im Holländ. Lauwerik, im Angels. Lawerce, Leferce, woraus so wohl unser Lerche, als auch das Schwed. und Dän. Lärka und Lerke, und das Engl. Lark, zusammen gezogen zu seyn scheinen, wenn nicht jener Nahme vielmehr eine Ausdehnung des letztern ist. Dem sey wie ihm wolle, so scheinet der angenehme Gesang der Grund der ganzen Benennung zu seyn. Lerche stammet ohne Zweifel von dem alten lären, laut werden, singen, ab, (S. Adelung Lärm und Lehren,) so wie Lauwerk seiner ersten Hälfte nach zu unserm Laut, oder dem Wallisischen Llef, die Stimme, gehöret. Von eben diesem Laut stammet auch das Lat. oder vielmehr Gallische Alauda ab, so wie Gallerita zu dem Geschlechte des Wortes Gall, gällen, zu gehören scheinet, wenn es nicht vielmehr eine

[Bd. 2, Sp. 2030]


besondere Benennung der Häubellerchen ist, von Galera, Haube, Helm. Im Wallisischen heißt Alarch, Elerch, der Schwan, Lat. Olor, vermuthlich auch wegen des ihm schon von Alters her angedichteten Gesanges. In einigen Gegenden ist dieses Wort männlichen Geschlechtes, der Lerch.
 
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2. Die Lêrche, der Lêrchenbaum, S. Adelung Lärche.

 

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