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Lêndenlahm bis 1. Die Lênne (Bd. 2, Sp. 2027 bis 2029)
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Artikelverweis  Lêndenlahm, adj. et adv. lahm in der Gegend der Lenden, d. i. an den Hüften; hüftenlahm, S. dieses Wort, Nieders. lendenlaam und laamlenned, lurrenlaam, von Lurre, der Schenkel, Hüftknochen.
 
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Der Lêndenschmêrz, des -ens, plur. die -en, ein Schmerz in den Lendenmuskeln, welcher von einer scorbutischen Schärfe herrühret, welche sich daselbst gesetzt hat; Lumbago, das Lendenweh.
 
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Der Lêndenstein, des -es, plur. die -e, ein Stein, welcher sich in der Gegend der Lenden der thierischen Körper erzeuget; der Nierenstein, weil die Nieren der eigentliche Sitz desselben sind, S. dieses Wort.
 
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Das Lêndenweh, des -es, plur. inus. 1) Siehe Lendenschmerz. 2) Auch das Hüftweh, Malum ischiadicum kommt zuweilen unter diesem Nahmen vor, S. dieses Wort.
 
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Der Lêndenwirbel, des -s, plur. ut nom. sing. die fünf Wirbelbeine des Rückgrathes in der Gegend der Lenden.

[Bd. 2, Sp. 2028]



 
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Lênken, verb. reg. act. 1. * Eigentlich, einen langen oder auch einen mit Gliedern oder Gelenken versehenen Körper biegen, oder auch ihm eine Richtung nach dieser oder jener Seite geben; eine ungewöhnlich gewordene Bedeutung, welche aber doch die erste zu seyn scheinet. Zuweilen sagt man noch, seinen Körper lenken und biegen können wie man will. 2. In weiterer Bedeutung, die Richtung der Bewegung eines Körpers nach dieser oder jener Seite bestimmen, wo es besonders von langen, schlanken Körpern üblich ist, oder auch, so fern diese Bestimmung vermittelst eines langen, schlanken Werkzeuges geschiehet. Die Pferde lenken, vermittelst des Zügels oder Lenkseiles. Das Pferd rechter Hand lenken. Den Wagen lenken. Die Deichsel des Wagens lenken, indem man sie nach dieser oder jener Seite bieget. Die Pferde halten wir in Zäumen, daß sie uns gehorchen, und lenken den ganzen Leib, Jac. 3, 3. Das Schiff vermittelst des Steuerruders lenken. Das Schiff von dem Ufer lenken, wofür in der Schiffersprache steuern üblicher ist. Figürlich sagt man auch wohl, das Schiff lenket gut, bey den Schiffern es steuert gut, wenn es sich vermittelst des Steuerruders gut lenken oder regieren lässet. 3. Figürlich. 1) Sich rechter Hand, sich linker Hand lenken, seine Bewegung nach dieser Seite hin richten. Rede mit den Kindern Israel und sprich, daß sie sich herum lenken und sich lagern gegen dem (das) Thal Himoth, 2 Mos. 14, 2. Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, Matth. 2, 12. Nach einer noch weitern Figur, von der Richtung unbeweglicher Dinge, ihrer Lage nach. Daselbst lenket sie (die Gränze) sich herum gegen dem (den) Aufgang u. s. f. Jos. 16, 6. Und die Grenze lenke sich auf die Seiten des Meeres, 4 Mos. 34, 11. 2) Die Richtung einer Veränderung nach dieser oder jener Absicht bestimmen. Jemanden mit Vernunft lenken, seine Handlungen, seine Neigungen, seine Entschließungen durch vernünftige Vorstellungen bestimmen. Gott lenkt die Herzen der Menschen. Der Mensch denkts, Gott lenkts. Jemanden nach seinem Gefallen lenken. Er wußte die Sache so zu lenken, daß u. s. f. Das Gespräch auf etwas andres lenken. Den Trieb der Schamröthe in den Kindern unrichtig lenken, Gell. Der Verstand muß mit seinen Einsichten die Neigungen des Willens lenken und ordnen. Etwas Böses zum Guten lenken, es so mit andern Veränderungen verknüpfen, daß etwas Gutes erfolge.
   So auch die Lenkung.
   Anm. Im Dän. länke. Das Schwed. länka bedeutet eigentlich vermittelst der Gelenke verbinden, von Länk, das Gelenk, der Ring einer Kette. Bey unsern ältern Schriftstellern kommt dieses Wort, so viel ich weiß, nicht vor, wohl aber das verwandte und in manchen Fällen gleichbedeutende lenden. Siehe Landen, Anm. Es scheinet so wohl den Begriff der Länge und des Geschlanken, als auch des Gelenken in sich zu vereinigen. S. Adelung Gelenk, Geschlank, Schlingen, Schlängen u. s. f.
 
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Der Lênkriemen, des -s, plur. ut nom. sing. ein Riemen, die Pferde vor dem Wagen damit zu lenken; wenn es ein Seil ist, das Lenkseil.
 
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Lênksam, -er, -ste, adj. et adv. Neigung, Fertigkeit besitzend, sich lenken zu lassen, so wohl in der weitern, als auch zweyten figürlichen Bedeutung, doch nur von lebendigen Geschöpfen. Ein lenksames Pferd. Ein lenksames Herz haben. So auch die Lenksamkeit. In der ersten eigentlichen Bedeutung ist dafür gelenk üblich.
 
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Der Lênkschamel, des -s, plur. ut nom. sing. an dem vordern Theile eines gemeinen Wagens, ein auf dem Rungstocke bewegliches horizontales Holz, in welchem sich die Rungen befinden,

[Bd. 2, Sp. 2029]


und welches die Lenkung oder Wendung des Wagens erleichtert; der Wendeschämel. S. Adelung Schämel.
 
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Das Lênkseil, des -es, plur. die -e, ein Seil, die Bewegung eines Körpers damit zu lenken. Besonders ein Seil, das Zuvieh damit zu lenken, S. Adelung Lenkriemen.
 
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1. Die Lênne, eine Art des Ahornes, S. 1. die Lehne.

 

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