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Leitnagel bis Lêndenader (Bd. 2, Sp. 2026 bis 2027)
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Artikelverweis Der Leitnagel, des -s, plur. die -nägel, im Bergbaue, ein Nagel in dem so genannten Hunde, unten zwischen den zwey vordern Nägeln, welcher den Hund gleichsam leitet, daß er nicht von der Spur oder dem Gestänge abweichen kann.
 
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Das Leitseil, des -es, plur. die -e, ein Seil, die Pferde vor dem Wagen damit zu leiten oder zu lenken; das Lenkseil.
 
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Der Leitsmann, S. Adelung Geleitsmann.
 
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Der Leitstämpel, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue an den Kunst- und Streckengestängen, ein Stämpel, welcher vermittelst zweyer nach der jedesmahligen Krümme eingerichteten Arme das Feldgestänge bey Krümmen gleichsam leitet.
 
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Der Leitstern, des -es, plur. die -e, ein Stern, so fern er Reisende oder Schiffer leitet, ihnen zur Erkenntniß und Einrichtung ihres Weges dienet; in welchem Verstande der Nordstern oder nördliche Polarstern schon seit langer Zeit unter diesem Nahmen bekannt ist. Auch figürlich.
   Ein Leitstern Licht bedürftger Künste,
   Ein junger Metaphysicus,
   Haged.
   Jauchzt ihr Völker, kommt ihr Heiden.
   Betet euren Leitstern an,
   Günth.
 
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Das Leītūch, des -es, plur. die -tücher, in einigen Gegenden so viel als Leilaken, d. i. Betttuch, S. Adelung Leilaken.
 
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Das Leitzeug, des -es, plur. inus. in der Naturlehre und Chymie, ein Körper, vermittelst dessen man einem Dinge einen andern Körper zuführet, oder gewisse Theile von demselben absondert; Menstruum, Vehiculum. Das Wasser ist das allgemeine Leitzeug der zur Nahrung und zum Wachsthume nöthigen Bestandtheile.
 
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-Len, eine Ableitungssylbe, Zeitwörter damit von andern Zeitwörtern so wohl als Hauptwörtern zu bilden, welches vermittelst einer Zusammenziehung aus -elen oder -eln entstanden ist. S. -Eln. Man muß indessen diese Sylbe nicht mit denjenigen Zeitwörtern auf -len verwechseln, in welchen das l zum Stamme gehöret, daher daselbst bloß die Endung -en Statt findet, dergleichen hohlen, hehlen, spulen und andere mehr sind.
 
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Die Lênde, plur. die -n, Diminut. das Lendchen. 1) Die obere Fläche der hintersten Theile des Schmerbauches über der Hüfte und dem Gesäße; welchen Theil man bey heftigen Arbeiten

[Bd. 2, Sp. 2027]


oder starken Bewegungen mit einem breiten Gurte zu umgeben pflegt, um sich die Arbeit zu erleichtern. Von den Lenden bis an die Hüften, 2 Mos. 28, 42. Um die Lenden gegürtet seyn, Kap. 12, 11. 2) In weiterer Bedeutung wird die Hüfte, ja das ganze Dickbein im gemeinen Leben sehr häufig die Lende genannt. Ein Thier schleppt die Lenden nach, wenn es an den obern Theilen der hintern Füße lahm ist. S. Adelung Lendenlahm. Anm. Bey dem Kero, der es aber auch für Niere gebraucht, Lenti, bey dem Raban Maurus Lendi, im Isidor Laendi, im Nieders. Lende, im Dän. Länd, im Schwed. Länd, im Isländ. und Angels. Lend, im Finnländ. Landet, im Wallis. Llwyn. Es scheinet eigentlich die Seite zu bedeuten, da es denn mit dem Latein. Latus Eines Geschlechtes seyn würde; das n ist in mehrern Fällen ein Erbtheil nieselnder Mundarten. Im Böhmischen heißt daher die Lende nur Ledwi, und bey den Krainerischen Wenden Ladja. Ja selbst in alten Oberdeutschen Bibelübersetzungen werden die Nieren Lewte, Leute genannt. Andere Sprachen und Mundarten haben statt des d einen Gaumen- oder Zischlaut, wie das im gemeinen Leben vieler Gegenden übliche Lanke, Flanke, die Seite am Unter- oder Hinterleibe des thierischen Körpers, bey dem Kero Lancho, das Franz. Longe, Ital. Longia, Lonza, Engl. Loyn, Griech. λαγων; alle in der Bedeutung der Lende, wie das Latein. Lumbus, nach welchem die Lende im Isidor auch Lumlo heißt.
 
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Lênden, sich wenden, S. Adelung Landen, Anm.
 
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Die Lêndenader, plur. die -n, in der Anatomie, ein Nahme verschiedener Adern, welche Äste der Hohlader sind, und über die Lenden hingehen; Venae lumbares.

 

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