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Leitfaden bis Leitzeug (Bd. 2, Sp. 2025 bis 2026)
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Artikelverweis Der Leitfaden, des -s, plur. die -fäden, eine figürliche Benennung eines Dinges, vermittelst dessen man sich in seinem Verhalten bestimmen oder leiten lässet. Die Figur stammet aus

[Bd. 2, Sp. 2026]


der Griechischen Mythologie her, von dem Theseus, welcher sich vermittelst eines Knäuel Garnes aus dem Labyrinthe half.
 
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Das Leitfeuer, des -s, plur. ut nom. sing. in der Feuerwerkskunst, brennbare in eine lange Linie angebrachte Materialien, in eine lange Linie gestreuetes Schießpulver, das Feuer damit an einen entfernten Ort zu leiten; das Lauffeuer.
 
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Der Leithammel, des -s, plur. die -hämmel, in der Landwirthschaft, ein abgerichteter, gemeiniglich mit einer Glocke versehener Hammel, welcher vor der ganzen Herde hergehet, dem Schäfer oder dessen Hunde auf den ersten Wink folget, und dadurch die ganze Herde leitet; Nieders. Bellhammel, Holländ. Bellhamel, Belleman, von der Belle, d. i. Glocke oder Schelle, Franz. Clocheman. S. Adelung Bellhammel.
 
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Der Leithund, des -es, plur. die -e, Fämin. die Leithündinn, in der Jägerey, ein Jagdhund, welcher von dem Jäger beständig am Hängeseil geleitet wird, das Wild vermittelst der Fährte auszuforschen und zu bestätigen, und dadurch gleichsam den Jäger auf die Fährte des Hirsches zu leiten. Er ist der vornehmste Hund in der Jägerey, und die ganze Stütze der Kunst des Jägers. Im mittlern Lat. Canis ductor, im Schwabensp. Laithund, in den alten Baierischen Gesetzen Leitihunt. Bey den Jägern führet der Leithund gemeiniglich den eigenthümlichen Nahmen Waldmann, so wie die Hündinn Waldinn und Hela genannt wird.
 
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Der Leitnagel, des -s, plur. die -nägel, im Bergbaue, ein Nagel in dem so genannten Hunde, unten zwischen den zwey vordern Nägeln, welcher den Hund gleichsam leitet, daß er nicht von der Spur oder dem Gestänge abweichen kann.
 
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Das Leitseil, des -es, plur. die -e, ein Seil, die Pferde vor dem Wagen damit zu leiten oder zu lenken; das Lenkseil.
 
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Der Leitsmann, S. Adelung Geleitsmann.
 
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Der Leitstämpel, des -s, plur. ut nom. sing. im Bergbaue an den Kunst- und Streckengestängen, ein Stämpel, welcher vermittelst zweyer nach der jedesmahligen Krümme eingerichteten Arme das Feldgestänge bey Krümmen gleichsam leitet.
 
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Der Leitstern, des -es, plur. die -e, ein Stern, so fern er Reisende oder Schiffer leitet, ihnen zur Erkenntniß und Einrichtung ihres Weges dienet; in welchem Verstande der Nordstern oder nördliche Polarstern schon seit langer Zeit unter diesem Nahmen bekannt ist. Auch figürlich.
   Ein Leitstern Licht bedürftger Künste,
   Ein junger Metaphysicus,
   Haged.
   Jauchzt ihr Völker, kommt ihr Heiden.
   Betet euren Leitstern an,
   Günth.
 
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Das Leītūch, des -es, plur. die -tücher, in einigen Gegenden so viel als Leilaken, d. i. Betttuch, S. Adelung Leilaken.
 
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Das Leitzeug, des -es, plur. inus. in der Naturlehre und Chymie, ein Körper, vermittelst dessen man einem Dinge einen andern Körper zuführet, oder gewisse Theile von demselben absondert; Menstruum, Vehiculum. Das Wasser ist das allgemeine Leitzeug der zur Nahrung und zum Wachsthume nöthigen Bestandtheile.

 

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