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Leinen bis Leinöhl (Bd. 2, Sp. 2017 bis 2018)
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Artikelverweis 2. * Leinen, verb. reg. act. et neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt, und gleichfalls nur in den gemeinen Oberdeutschen Mundarten für thauen, aufthauen üblich ist. Die Sonne leinet das Eis auf, thauet es auf. Es leinet, es thauet. Im Nieders. lautet es lüen, lühen, welches das Stammwort zu seyn scheinet, von welchem das Oberd. leinen vermittelst der Sylbe -nen gebildet worden. Die Sonne lüet stark, schmelzet den Schnee. Der Schnee lüet weg, schmilzet weg. Es scheinet zu lau, und mit demselben zu linde, Schwed. len, Angels. lith, dem Latein. lenis und Griech. λυειν, auflösen, zu gehören.
 
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Leinen, adj. et adv. von dem Hauptworte Lein, und zwar in dessen dritten Bedeutung, aus den gesponnenen Fäden des Flachses, und in weiterer Bedeutung auch, des Hanfes, bereitet; im Gegensatze des wöllen und seiden. Ein leinener Zug. Leinenes Garn. Leinene Strümpfe, wofür doch zwirnene im Hochdeutschen üblicher ist. Am Werft oder Eintracht (Eintrag) es sey leinen oder wöllen, 3 Mos. 13, 48. Ingleichen aus Leinwand verfertiget; leinwanden. Ein Kleid, es sey wöllen oder leinen, 3 Mos. 13, 47. Ein leinenes Kleid, leinene Beinkleider, ein leinener Kittel. Dieses Beywort wird im gemeinen Leben häufig verkürzt gebraucht, als wenn es unabänderlich wäre, in welcher Gestalt es auch häufig in der Deutschen Bibel vorkommt. Und sollt ihnen leinen (leinene) Niederkleider machen, 2 Mos. 28, 42. Der Priester soll seinen leinen (leinenen) Rock anziehen, 3 Mos. 6, 10, und so in andern Stellen mehr. Leinen Zeug, leinen Geräth. In weiterer Bedeutung bedeutete es in der Deutschen Bibel auch aus

[Bd. 2, Sp. $+2018$]


rohen, ungesponnenen Fäden des Flachses oder Hanfes bereitet. Leinene Seile, Esth. 1, 6. Eine leinene Schnur, Ezech. 40, 3; wofür aber im Hochdeutschen flächsen oder hänfen üblich ist.
   Anm. Bey dem Ottfried linin, mit lininemo duache, linin tuoch bey dem Windbeck, lininu lachan im Tatian, im Angels. linen, im Engl. und Nieders. linnen.
 
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Das Leinen, des -s, plur. car. leinenes Garn, ingleichen leinenes Zeug; im gemeinen Leben. Ein Kleid das mit Wolle und Leinen vermengt ist, 3 Mos. 19, 19. Das Leinen bleichen, die Leinwand. Nieders. Linnen.
 
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Der Leinenmeister, des -s, plur. ut nom. sing. in einigen Seestädten, z. B. zu Lübeck, eine verpflichtete Person, welche die Segeltücher, die daselbst verfertiget werden, vor ihrer Versendung besichtiget und misset.
 
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Der Leinenschießer, des -s, plur. ut nom. sing. bey dem Wallfischfange, ein Matrose, welcher dazu bestellt ist, die Leine an der geschossenen Harpune schießen zu lassen.
 
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Der Leinfink, des -en, plur. die -en, in einigen Gegenden, ein Nahme des Flachsfinken, S. dieses Wort und Bluthänfling.
 
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Der Leinknoten, des -s, plur. ut nom. sing. die Knoten oder Samenbehältnisse des Leines oder Flachses; Niedersächs. Leinbollen.
 
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Das Leinkraut, des -es, plur. inus. in einigen Gegenden, ein Nahme derjenigen Pflanzen, welche am häufigsten Flachskraut genannt werden, und zwar so wohl der Cuscuta, als auch des Antirrhinum Linaria L. S. Adelung Flachskraut. Auch der Purgir-Lein oder Purgir-Flachs, Linum catharticum L. wird in einigen Gegenden kleines Leinkraut genannt.
 
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Der Leīnkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. in der Landwirthschaft, die in Form eines Kuchens zusammen gebackenen Hülsen, welche in den Öhlmühlen nach heraus gestampftem Öhle von dem Leinsamen übrig bleiben.
 
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Der Leinochse, des -n, plur. die -n, derjenige Ochse, welcher zur rechten Hand an dem Pfluge gehet, weil er mit der Leine regieret wird; zum Unterschiede von dem Handochsen.
 
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Das Leinöhl, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -e, Öhl, welches aus dem Leinsamen geschlagen, d. i. gestampfet, ist.

 

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