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Leichtfêrig bis Leichzeit (Bd. 2, Sp. 2004 bis 2006)
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Artikelverweis  Leichtfêrig, -er, -ste, adj. et adv. 1. Eigentlich, eine leichte Bewegung habend, sich ohne Mühe, ohne Anstrengung schnell bewegend; eine im Hochdeutschen veraltete Bedeutung, in welcher es noch im Niedersächsischen üblich ist. Ein leichtfertiger Gang, ein hurtiger, geschwinder Gang. Leichtfertig zu Fuße seyn, leicht, hurtig. Die Arbeit geht ihm so leichtfertig von der Hand, so hurtig. Der leichtfertig ist zu glauben, leichtgläubig, im Buche der Weisen, 1501. Vermuthlich hatte Luther diese Bedeutung im Sinne, wenn er 1 Mos. 49, 4 setzte: Er (Ruben) fuhr leichtfertig dahin, wie Wasser; wo es bey Michaelis heißt: du bist rasend und unsinnig geworden.
   2. Figürlich. 1) * Leicht, was wenig Mühe und Anstrengung erfordert; eine im Hochdeutschen gleichfalls veraltete Bedeutung. Im Niedersächsischen sagt man noch, die Arbeit ist leichtfertig anzusehen, leicht, u. s. f. Und Frisch führet aus Ryffs Spiegel der Gesundheit die Stelle an: Die leichtfertigste

[Bd. 2, Sp. 2005]


(leichteste, bequemste) Übung ist, das wir je der weilen sänftiglichen erspatzieren. 2) * Unbesonnen, unbedachtsam, vorschnell; ein gleichfalls veralteter Gebrauch. Siehe ich bin zu leichtfertig gewest, was soll ich dir antworten? Hiob 39, 34. Wer bald glaubt, ist leichtfertig, Sir. 19, 4. 3) * Leichtsinnig; welche Bedeutung gleichfalls nicht mehr üblich ist. Abimelech bestellte leichtfertige Leute, Richt. 9, 4; wo das im Hebräischen befindliche Wort, Hrn. Stosches Versicherung zu Folge, leichtsinnig bedeutet. Sie schwören leichtfertig falschen Eid, Weish. 14, 28. Gewöhne deinen Mund nicht zu leichtfertigen schwören, Sir. 23, 17. 4) Fertigkeit besitzend, mit Fleiß Böses zu thun, andern mit Vorsatz und ungereitzt Schaden zuzufügen, boßhaft; in welchem Verstande es nur noch zuweilen in der Sprache der Gerichte üblich ist. Ihre Propheten sind leichtfertig und Verächter, Zephanja 3, 4; wenn anders hier nicht auch die vorige Bedeutung Statt findet. 5) Im gewöhnlichsten Verstande, geneigt, Fertigkeit besitzend, einem andern mit Vorsatz und ohne dazu bekommene Reitzung einen Possen zu spielen, und darin gegründet; so daß der verhaßte Nebenbegriff der vorigen Bedeutung verschwindet. Ein leichtfertiger Mensch. Ein leichtfertiger Streich.
   Anm. Im Nieders. lichtvarig, im Dänischen lätfärdig, im Schwed. lättferdig. Es ist unnöthig, dieses Wort mit Grammen und Ihren von dem Angels. Ferhth, das Gemüth, (im Deutschen bedeutete Ferch ehedem das Leben, das Blut, siehe 2. Ferch,) abzuleiten; indem aus der ersten eigentlichen Bedeutung zur Gnüge erhellet, daß die letzte Hälfte dieses Wortes unser fertig, von fahren, ist, so fern dasselbe im weitesten Verstande eine jede schnelle Bewegung bedeutet.
 
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Die Leichtfêrtigkeit, plur. die -en. 1) Der Zustand, die Eigenschaft, da man leichtfertig ist, doch am häufigsten nur noch in der letzten Bedeutung, die Fertigkeit, andern mit Vorsatz und ungereitzt einen Possen zu spielen; ohne Plural. 2) Handlungen, welche aus dieser Fertigkeit herrühren, darin gegründet sind. In beyden Fällen kommt es zuweilen auch in der vierten figürlichen Bedeutung vor.
 
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Leichtflüssig, -er, -ste, adj. et adv. leicht in den Fluß gerathend, leicht zu schmelzen; besonders im Hüttenbaue. Leichtflüssiges Erz, leichtflüssige Metalle. Im Gegensatze des strengflüssig.
 
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Leichtfüßig, -er, -ste, adj. et adv. leicht zu Fuße, schnell; in der dichterischen Schreibart. Der leichtfüßige Hirsch, Zachar.
 
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Leichtgläubig, -er, -ste, adj. et adv. geneigt, etwas leicht zu glauben, d. i. geneigt, oder Fertigkeit besitzend, eine Sache ohne vorher gegangene hinlängliche Prüfung um des bloßen Zeugnisses eines andern willen für wahr zu halten, und darin gegründet. Leichtgläubig seyn. Ein leichtgläubiger Mensch. Daher die Leichtgläubigkeit.
 
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Die Leichtigkeit, plur. inus. das Abstractum des Beywortes leicht, der Zustand, die Eigenschaft eines Dinges, da es leicht ist, so wohl im eigentlichen Verstande, als auch in allen figürlichen Bedeutungen des Beywortes, besonders der Zustand, da uns eine Sache leicht wird, wenig Mühe und Anstrengung erfordert. Die Leichtigkeit eines Körpers. Mit großer Leichtigkeit tanzen, sich bewegen. Die Leichtigkeit über alle Gefahren der Welt hinzuschlüpfen. Die Leichtigkeit des Pinsels, des Meißels, des Grabstichels. Die Leichtigkeit zu denken und zu schreiben.
   Nimm für den Dichtertrieb nicht Leichtigkeit zu reimen,
   Kästn. Andere haben dafür das Wort die Leichte einzuführen gesucht, aber ohne alle Noth, und daher auch ohne Erfolg. Die Leichte

[Bd. 2, Sp. 2006]


in der Schreibart entstehet aus der Richtigkeit und Klarheit der Gedanken, und aus der Deutlichkeit des Ausdrucks, Gell.
 
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Leichtlich, adv. auf eine leichte Art, ohne Mühe, ohne Anstrengung, leicht, in den figürlichen Bedeutungen dieses Nebenwortes, und am häufigsten in gemeinen Leben. Wie er die Stadt leichtlich gewinnen möge, Judith 10, 14. Die unsterbliche Speise, die doch wie ein Eis leichtlich zerschmalz, Weish. 19, 20. Daraus man leichtlich spüren konnte, 2 Macc. 3, 17. Es kann leichtlich geschehen. Er wird nicht leichtlich böse.
 
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Der Leichtsinn, des -es, plur. car. 1) Derjenige Zustand des Gemüthes, da man Dinge aus vorsetzlicher Unterlassung der gehörigen Überlegung geringer schätzet, für unwichtiger hält als sie sind. Sein Glück aus Leichtsinn verscherzen. Jemanden aus bloßem Leichtsinn beleidigen. 2) Derjenige Zustand des Gemüthes, da man ohne gegründete Ursache, aus bloßer Willkühr, von einer Vorstellung, oder von einem Grundsatze zum andern übergehet. In beyden Fällen wird es auch von der Fertigkeit dieses Zustandes gebraucht, welche aber eigentlich durch das Wort Leichtsinnigkeit ausgedruckt wird. Nieders. Lichtmood. S. Adelung Sinn.
 
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Leichtsinnig, -er, -ste, adj. et adv. Leichtsinn habend, darin gegründet. Ein leichtsinniger Mensch. Leichtsinnige Handlungen, Reden. Nieders. lichtmödig, lichthartig, leichtherzig, Schwed. lättsinnig.
 
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Die Leichtsinnigkeit, plur. die -en. 1) Die Fertigkeit leichtsinnig zu seyn, der Leichtsinn; ohne Plural. 2) Der Leichtsinn selbst, oder der Zustand; auch ohne Plural. 3) Leichtsinnige Handlungen.
 
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Die Leichzeit, plur. inus. diejenige Zeit, in welcher die Fische gemeiniglich zu leichen pflegen; die Leiche, Streichzeit.

 

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