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Leichenmahl bis Leichnam (Bd. 2, Sp. 2001 bis 2002)
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Artikelverweis Das Leichenmahl, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, -mähler, die nach einem Begräbnisse oder Leichenbegängnisse in einigen Gegenden noch übliche feyerliche Mahlzeit; das Trauermahl.
 
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Die Lēichen-Musīk, plur. die -en, die bey einer Leiche, d. i. einem Leichenbegängnisse veranstaltete, feyerliche Musik; die Trauer-Musik.

[Bd. 2, Sp. 2002]



 
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Die Leichenprêdigt, plur. die -en, die Predigt, welche bey einem Begräbnisse oder Leichenbegängnisse gehalten wird; im gemeinen Leben die Leichpredigt.
 
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Der Leichenstein, des -es, plur. die -e, der flache breite Stein, womit man die Grabstätte eines Verstorbenen zu bedecken pflegt; der Grabstein.
 
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Der Leichenträger, des -s, plur. ut nom. sing. diejenigen, welche die Leiche zu Grabe tragen.
 
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Das Leīchentūch, des -es, plur. die -tǖcher, ein schwarzes, an einigen Orten auch weißes Tuch, womit der Sarg der Leiche bey dem Begräbnisse bedeckt wird; im Nieders. und Oberd. das Baartuch, weil es zugleich die Todtenbahre bedecket.
 
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Der Leichenwagen, des -s, plur. ut nom. sing. ein besonderer Wagen, worauf die Leichen zu Grabe gefahren werden.
 
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Der Leichenzug, des -es, plur. die -züge, der feyerliche Zug der Leichenbegleiter und diese selbst, als ein Collectivum.
 
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Das Leichhuhn, S. Adelung Huhn 1. und Uhu.
 
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Der Leichkarpfen, des -s, plur. ut nom. sing. in der Landwirthschaft, Karpfen, welche zum Leichen, oder zur Fortpflanzung ihres Geschlechtes in die Streichteiche gesetzet werden; Streichkarpfen.
 
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Der Leichnam, des -es, plur. die -e. 1) * Der menschliche Leib oder menschliche Körper, er sey todt oder lebendig; in welcher weitern, im Hochdeutschen jetzt veralteten Bedeutung Liihhamin im Isidor, Lihhamu im Kero, Lichamon bey dem Ottfried, Lichama im Angelsächsischen, Liekam im Niedersächsischen, Legneme im Dänischen, und Lekamen im Schwedischen, von dem Leibe eines lebendigen Menschen vorkommen. Notker nennet daher die Menschwerdung Christi Lichamhasti. Das Frohnleichnamsfest, in der Römischen Kirche, das Fest des Leibes Christi. Es scheinet, daß diese Bedeutung in einigen Hochdeutschen Gegenden noch jetzt üblich ist. Wenigstens singt noch Opitz:
   In eurem Leichnam ist zwar alle Zierlichkeit,
   Doch auch nicht wenig steht vom Himmel trefflich weit. Sie ist zuvor kommen, meinen Leichnam zu salben zu meinem Begräbniß, Marc. 14, 8. Und will eure Leichnam vor den Bildern todt schlagen lassen, Ezech. 6, 4. Denn der sterbliche Leichnam beschweret die Seele, Weish. 10, 15. 2) In engerer Bedeutung, in welcher es im Hochdeutschen nur allein üblich ist, wird es nur in der edlen und anständigen Schreibart gebraucht, den Leib eines Verstorbenen zu bezeichnen, wo es sich zugleich weiter erstreckt, als das Wort Leiche, indem es einen solchen todten Körper zu allen Zeiten bezeichnen kann. Der erblaßte Leichnam. Der Leichnam eines Heiligen.
   Anm. Die erste Sylbe in diesem Worte ist unstreitig das vorige 2. Leiche. Die letzte -nam, welche, wie aus dem obigen erhellet, ehedem nur ham und am lautete, ist noch dunkel. Hickes erkläret sie durch ahma, Geist, (S. Adelung Athem,) und Sommer durch hama, Haut, Decke, (S. Heim,) worin ihm Wachter beyfällt, der das Wort durch eine sterbliche Hütte, domicilium terrenum et corporale, erkläret. Ihre ist zweifelhaft, bringt aber, wenn die Bedeutung eines todten Körpers die erste und eigentliche seyn sollte, das Isländ. hamur, exuviae, in Vorschlag, so daß Leichnam eigentlich einen todten Körper bedeuten würde. Übrigens war für Leichnam bey den Angelsachsen auch Fleschama üblich, so wie sie die Brust Ferhtccsa, den Koben, d. i. Sitz, Behältniß des Lebens, nannten, welches Sommers Ableitung zu bestätigen scheinet.

 

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