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Leichen bis Leichenmahl (Bd. 2, Sp. 2001)
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Artikelverweis  Leichen, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und im Hochdeutschen nur allein von denjenigen Wasserthieren gebraucht wird, welche keine lebendige Jungen gebären, die Eyer, den Samen auslassen. Die Fische, die Frösche leichen, wenn den Weibchen die Eyer abgehen, welche von den Männchen durch Weglassung des Samens befruchtet werden, daher das Leich einem zähen Schleime ähnlich siehet.
   Anm. Im Nieders. löken, im Schwed. leka. Sonst wird das Leichen auch streichen, im Nieders. geten, schaden, von scheten, schießen, der Leich Schot, und die Leichzeit Schadeltied genannt. Es scheinet, daß der flüssige zähe Schleim, der die Eyer zusammen hängt, den Grund zu dieser Benennung abgegeben; so daß dieses Wort zu dem Geschlechte der Wörter Lache, Lake, Lauge, vielleicht auch zu Kley u. a. m. gehören würde. Wahr ist es, daß in einigen gemeinen Mundarten leichen auch spielen, scherzen, selbst wollüstig scherzen, bedeutet, ingleichen täuschen, betriegen, wovon Frisch Beyspiele anführet, welche Bedeutungen auch das Schwed. leka hat, welches über dieß noch auf einem Instrumente spielen, ingleichen streiten, fechten bedeutet. Aber alsdann scheinet es zunächst zu läcken, springen, vielleicht auch zu 2. Lecken zu gehören. S. diese Wörter. Die Schreibart laichen hat nichts als die rauhe Oberdeutsche Mundart für sich.
 
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Der Leichenacker, S. Adelung Gottesacker.
 
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Das Leichenbegängniß, des -sses, plur. die -sse, die feyerliche Bestattung eines Verstorbenen zur Erde, zum Unterscheide von dem nicht so feyerlichen Begräbnisse; die Leichenbestattung, und wenn selbige mit einem besondern feyerlichen Gepränge verbunden ist, das Leichengepränge. Im gemeinen Leben ist auch das einfachere Begängniß und im Oberd. das Leichenbesingniß üblich. S. Adelung Begängniß.
 
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Die Leichenbegleitung, plur. die -en, die Begleitung einer Leiche zum Grabe. Ingleichen diejenigen Personen, welche eine Leiche zum Grabe begleiten, als ein Collectivum. Einzelne Personen heißen Leichenbegleiter und Leichenbegleiterinnen.
 
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Der Leichenbitter, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Leichenbitterinn, eine Person, welche dazu verordnet ist, andere zur Leichenbegleitung zu bitten; in einigen Gegenden Leidbitter, Nieders. Dodenbidder, Doonbidder.
 
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Die Leichenfackel, plur. die -n, Fackeln, welche bey einem nächtlichen Leichenbegängnisse den Begleitern leuchten; Trauerfackeln.
 
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Das Leichengedicht, des -es, plur. die -e, ein Gedicht, welches bey Gelegenheit einer Leiche, oder auf das Absterben einer Person verfertiget wird; das Trauergedicht, und wenn es eine Ode ist, die Trauerode, Leichenode, im gemeinen Leben das Leichen-Carmen oder Trauer-Carmen.
 
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Das Leichengerüst, des -es, plur. die -e, ein zierliches Gerüst, worauf bey vornehmen Leichen der Sarg unter einem Baldachin stehet, und mit allerley Mahler- und Bildhauerarbeiten ausgeschmücket ist; Lat. Castrum doloris, Franz. Catafalque.
 
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Das Leichenhuhn, des -es, plur. die -hühner, S. Adelung Huhn 1. und Uhu.
 
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Die Leichenkosten, sing. inus. die zu einem Leichenbegängnisse oder auch nur zu einem Begräbnisse erforderlichen Kosten.
 
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Das Leichenmahl, des -es, plur. die -e, im gemeinen Leben, -mähler, die nach einem Begräbnisse oder Leichenbegängnisse in einigen Gegenden noch übliche feyerliche Mahlzeit; das Trauermahl.

 

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