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Leibstuhl bis Leibzucht (Bd. 2, Sp. 1998 bis 1999)
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Artikelverweis Der Leibstuhl, des -es, plur. die -stühle, in der anständigen Sprechart, der Nahme eines Nachtstuhles, weil er zu den Bedürfnissen des Unterleibes dienet.
 
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Die Lēibwáche, plur. die -n, Personen, welche zur Bewachung, zur Sicherheit der Person des Landesherren bestimmt sind. Von der Art ist im Felde die Leibwache die zur Bewachung des Hauptquartiers bestimmten Soldaten. Sind solche allein dazu bestimmt, für die Sicherheit des Fürsten auch an seinem Hofe zu wachen, so werden sie auch die Leibgarde, und mit einem völlig Französ. Ausdrucke die Garde du Corps genannt; obgleich zuweilen beyde noch unterschieden werden.
 
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Der Leibwagen, des -s, plur. die -wägen, an den Höfen, derjenige Wagen, worin allein die Herrschaft fähret; zum Unterschiede von den Hof- und Kammerwagen. Daher der

[Bd. 2, Sp. 1999]


Leibwagenmeister, der nebst den unter ihm stehenden Leibwagenhaltern diese Wagen in seiner Aufsicht hat.
 
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Die Lēibwsche, plur. inus. Wäsche, welche man unmittelbar am Leibe trägt; zum Unterschiede von der Bettwäsche, Tischwäsche u. s. f.
 
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Die Lēibwscherinn, plur. die -en, eine Wäscherinn, welche allein die Leibwäsche einer vornehmen Person wäschet.
 
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Das Leibwasser, des -s, plur. inus. das bey der Wassersucht in der Höhle des Unterleibes befindliche Wasser; zum Unterschiede von dem Brustwasser u. s. f.
 
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Das Leibweh, des -es, plur. inus. S. Adelung Leibschmerzen.
 
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Der Lēibwundārzt, des -es, plur. die -ǟrzte, S. Adelung Leib-Chirurgus.
 
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Das Leibzeichen, des -s, plur. ut nom. sing. in den Criminal-Gerichten, besonders Oberdeutschlandes, das zum Beweise einer begangenen Mordthat von dem Ermordeten in das Gericht gebrachte körperliche Zeichen.
 
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Die Leibzinsen, sing. inus. die Zinsen auf Lebenszeit, siehe Leibrente.
 
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Die Leibzucht, plur. die -züchte, der Unterhalt auf Lebenszeit; ein Wort, welches im Hochdeutschen ungewöhnlicher zu werden anfängt, als das gleichbedeutende Leibgedinge, S. dasselbe. Im Nieders. Lieftocht. Auch der Auszug, d. i. die Wohnung und der Unterhalt, welchen sich ein Meier oder Bauer nach übergebenem Meiergute auf Lebenszeit ausbedinget, wird in vielen Gegenden die Leibzucht, und ein solcher beleibzüchtigter der Leibzüchter, und wenn es eine Person weiblichen Geschlechtes ist, die Leibzüchterinn genannt. Zucht scheinet in dieser Zusammensetzung so wie in Auszug, von ausziehen, ausbedingen, abzustammen, und dasjenige zu bezeichnen, was man sich auf Lebenszeit ausbedinget.

 

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