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Leibgêld bis Leibhêtze (Bd. 2, Sp. 1995 bis 1996)
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Artikelverweis Das Leibgêld, des -es, plur. doch nur von mehrern Summen, die -er. 1) An einigen Orten, z. B. im Baiern, ein gewisses Geld, welches die leibeigenen Unterthanen dem Grund- und Eigenthumsherren zur Erkenntniß des Leibeigenthumes jährlich entrichten müssen, und welches auch der Leibpfennig, der Leibschilling, und, wenn statt des Geldes ein Huhn, eine Gans, Hafer u. s. f. gegeben wird, das Leibhuhn oder die Leibhenne, die Leibgans, der Leibhafer u. s. f. genannt wird. S. Adelung Haupthafer. 2) Auch dasjenige Geld, welches dem Eigenthumsherren bey dem Absterben eines Leibeigenen von den Erben anstatt des ihm sonst gebührenden dritten Theiles der Erbschaft gegeben

[Bd. 2, Sp. 1996]


wird. 3) In einigen Gegenden wird auch die Kopfsteuer oder das Personengeld das Leibgeld oder der Leibpfennig genannt; von Leib, die Person.
 
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Das Leibgeleit, des -es, plur. inus. das persönliche Geleit reisender Personen durch einen Geleitsbezirk, und das Recht, Durchreisende von den dazu bestellten Personen wirklich und persönlich geleiten zu lassen. S. Adelung Geleit 2. 2) (a). Von Leib, die Person.
 
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Der Leibgewinn, des -es, plur. inus. S. Adelung Leibgedinge.
 
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Die Leibgülte, plur. die -n, S. Adelung Leibgedinge.
 
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Der Leibgürtel, des -s, plur. ut nom. sing. oder der Leibgurt, des -es, plur. die -e, ein Gürtel oder Gurt, den Unterleib damit zu gürten.
 
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Das Leibgut, des -es, plur. die -güter, ein jemanden zu seinem persönlichen Unterhalte auf Lebenszeit angewiesenes Gut, ein Gut, von welchem einer Person ein Leibgedinge ausgesetzet ist.
 
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Der Leibhafer, des -s, plur. inus. S. Adelung Leibgeld.
 
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Leibhaft, oder Leibhaftig, adj. et adv. 1) * Körperlich, mit einem Körper versehen; eine veraltete Bedeutung, in welcher in dem 1483 gedruckten Buche der Natur die Körper leibhaftige Dinge genannt werden. 2) In engerer Bedeutung, mit einem organischen Körper bekleidet, auf eine sinnliche, körperliche Art. Alle Fülle der Gottheit wohnet in Christo leibhaftig, Col. 2, 9, σωματικως. In leibhafter Gestalt. Er ist mir leibhaftig erschienen. Von dem Teufel leibhaftig (körperlich) besessen seyn. Wo es 3) figürlich oft für wirklich, wahr, auf eine sinnlich überzeugende Art stehet. Er ist der leibhafte Teufel, ein wirklicher, eingefleischter Teufel. Er spielt den leibhaftigen Pedanten. Er ist es leibhaftig, wirklich, in körperlicher Gestalt. Sie ist das leibhafte Bild ihrer Mutter.
   Du würdest dich gewiß leibhaftig sehen können,
   Opitz. Anm. So fern Leib ehedem das Leben bedeutete, kommt liphaft bey dem Ottfried und Notker für lebendig, und liphaften für lebendig machen vor.
 
Artikelverweis Die
Leibhênne, plur. die -n, S. Adelung Leibgeld.
 
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Der Leibhêrr, des -en, plur. die -en, der Eigenthumsherr eines Leibeigenen, der Herr in Ansehung seiner Leibeigenen.
 
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Die Leibhêtze, plur. die -n, im Jagdwesen, die zu einer Hetze gehörigen Hetzhunde, welche der Herr der Jagd zur Sauhetze für sich behält, und sie in seiner Gegenwart los hetzen lässet. S. Adelung Leib. 3. 3).

 

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