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Leibbarbier bis Leiben (Bd. 2, Sp. 1993 bis 1994)
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Artikelverweis Der Leibbarbier, des -s, plur. ut nom. sing. ein Barbier, welcher allein die Person eines großen Herren bedienet; zum Unterschiede von einem Hofbarbier.
 
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Die Leibbêde, plur. die -n, ein in einigen Niedersächsischen Gegenden übliches Wort, eine Bede oder Abgabe zu bezeichnen, vermittelst welcher gewisse Leibeigene von der Leibeigenschaft frey sind. S. Adelung Freygut 5.
 
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Die Leibbiene, plur. die -n, so fern Biene zuweilen auch einen Bienenstock bedeutet, ein Bienenstock, welcher zur Zucht stehen gelassen oder aufbehalten wird; ein Leibstock, Mutterstock, Vorzucht, Stammschwarm, Ständer. Vielleicht von Leib, so fern es etwas bedeutet, für welches man eine vorzügliche Sorgfalt und Neigung heget.
 
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Die Leibbinde, plur. die -n, eine Binde um den Unterleib, z. B. den Schlafrock damit zuzubinden.
 
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Der Lēib-Chirurgus, des -gi, plur. die -gi, ein Chirurgus oder Wundarzt, welcher allein die Person eines großen Herren zu besorgen hat, der Leibwundarzt; zum Unterschiede von einem Hof-Chirurgo.
 
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Die Lēib-Compagnīe, plur. die -n, bey den Armeen, diejenige Compagnie eines Regimentes, welche unmittelbar unter dem Chef des Regimentes stehet, deren Hauptmann der Chef selbst ist. Eine solche Escadron oder Schwadrone bey der Reiterey wird eine Leib-Escadron oder Leibschwadrone genannt. Von Leib, so fern es die Person selbst und unmittelbar bedeutet. So auch Leib Regiment.
 
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Der Leibdienst, des -es, plur. die -e, Frohndienste, welche ein Fröhner allein mit seiner eigenen Person verrichtet, und

[Bd. 2, Sp. 1994]


wozu die Hand- und Fußdienste gehören; Leibfrohnen, zum Unterschiede von den Spanndiensten.
 
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Leibeigen, adj. et adv. mit seinem Leibe, d. i. mit seiner Person, einem andern als ein Eigenthum gehörig, im Gegensatze des frey; im Oberdeutschen eigen, im Osnabrück. eigenbehörig, in andern Gegenden leibesangehörig. Leibeigene Unterthanen haben. Ein leibeigener Knecht. Ein Leibeigener. Jemanden leibeigen machen. Da die Leibeigenschaft sehr vieler Grade fähig ist, so wird auch dieses Wort in manchen Einschränkungen gebraucht. Leibeigene, welche der willkührlichen Gewalt eines andern unterworfen sind, heißen Sclaven, ehedem Knechte. In manchen Gegenden haftet die Leibeigenschaft so wohl auf den Personen, als Gütern; in manchen nur auf den Personen, und in manchen nur auf den Gütern allein.
 
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Die Leibeigenschaft, plur. inus. der Zustand, da jemand leibeigen, d. i. für seine Person, und oft auch für seine Güter, ein Eigenthum eines andern ist; im Schwabensp. die Eigenschaft.
 
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Das Leibeigenthum, des -es, plur. inus. das Eigenthumsrecht über den Leib, d. i. die Person, eines andern, das Recht über einen Leibeigenen.
 
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* Leiben, verb. reg. neutr. welches nur in einigen Ausdrücken des gemeinen Lebens üblich ist. Wie er leibt und lebt, wie er gestaltet ist und sich beweget, natürlich als wenn er lebte. Was wohl leibet, das seelet übel, was dem Leibe angenehm scheinet, ist oft der Seele schädlich. In dem Oberdeutschen ableiben, wo es sterben bedeutet, ist es das veraltete leiben, leben.

 

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