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Lehrreich bis Lehrwêrk (Bd. 2, Sp. 1989 bis 1990)
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Artikelverweis  Lehrreich, -er, -ste, adj. et adv. reich an Lehren, d. i. so wohl an Vorschriften des Verhaltens, als auch an unbekannten Wahrheiten und Begriffen. Ein Mann kann sehr lehrreich auf dem Papiere, und doch im gemeinen Umgange sehr eintönig seyn. Ein lehrreicher Gedanke, Spruch. Ein lehrreiches Buch.
 
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Der Lehrsaal, des -es, plur. die -säle, ein Saal, d. i. großes Zimmer, worin den Zuhörern gelehrte Wahrheiten und

[Bd. 2, Sp. 1990]


Begriffe vorgetragen werden; in Rücksicht auf die Zuhörer ein Hörsaal, Lat. Auditorium. Ein kleineres Zimmer dieser Art heißt eine Lehrstube.
 
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Der Lehrsatz, des -es, plur. die -sätze. 1) Ein jeder Satz, welcher eine Lehre, d. i. eine theoretische Wahrheit enthält; zum Unterschiede von einer Regel, Vorschrift, oder einem praktischen Satze. In diesem Verstande werden in der Theologie die Lehrsätze den Lebenspflichten entgegen gesetzet. 2) In der Philosophie, in engerm Verstande, ein theoretischer Satz, dessen Wahrheit man nicht eher erkennen kann, als bis er erwiesen worden; mit einem Griechischen Kunstworte ein Theorema.
 
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Der Lehrsparren, des -s, plur. ut nom. sing. in der Zimmermannskunst, diejenigen Sparren, welche an den Walmdächern, Zeltdächern und Pavillons von den Ecken des Gebäudes oben in der Spitze zusammen laufen; zum Unterschiede von den Schiftsparren. Ohne Zweifel von der ersten Bedeutung des Wortes Lehre, weil diese Sparren gleichsam das Modell des ganzen Daches abgeben, nach welchen sich die andern Sparren richten müssen.
 
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Der Lēhrsprúch, des -es, plur. die -sprche, ein kurzer allgemeiner Grundsatz, welcher entweder eine fruchtbare theoretische Wahrheit, oder auch eine gute Sittenregel enthält; eine Sentenz. Im erstern Falle wird er auch ein Sittenspruch, in beyden aber auch von einigen, nach einer sehr ungeschickten Übersetzung des Lat. Locus communis, ein Gemeinort oder Gemeinplatz genannt.
 
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Der Lehrstand, des -es, plur. inus. derjenige Stand, d. i. dasjenige Verhältniß unter den Menschen, in welchem man andere zu lehren oder zu unterrichten verbunden und befugt ist. Im Lehrstande leben.
 
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Die Lehrstube, plur. die -n, S. Adelung Lehrsaal.
 
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Der Lehrstuhl, des -es, plur. die -stühle, ein erhöheter Stuhl, von welchem man andere lehret, dergleichen die Kanzeln in den Kirchen, und die Katheder in den Lehrsälen und Lehrstuben sind, welche letztern am häufigsten unter dem Nahmen der Lehrstühle bekannt sind. Den philosophischen Lehrstuhl besteigen, betreten.
 
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Die Lehrstunde, plur. die -n, eine Stunde, in welcher man andere lehret, oder von einem andern gelehret wird; wofür im gemeinen Leben nur das einfache Stunde und in den niedern Schulen Schulstunde üblich ist. Seine gewissen Lehrstunden haben. In die Lehrstunde gehen.
 
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Die Lehrwand, plur. die -wände, an den Überfallwehren, vermuthlich die Wände an den Seiten des Fluthbettes vor dem Wehre; entweder, so fern sie dem Fluthbette seine Gestalt und Fertigkeit geben, von Lehre 1, oder welches noch wahrscheinlicher ist, von dem Nieders. Leer, die Backe, Wange, Angels. Hleare, das Gesicht, so daß es eigentlich eine Seitenwand bedeuten würde.
 
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Das Lehrwêrk, des -es, plur. die -e, ein von einem Lehrlinge verfertigtes Werk oder Arbeit. Lehrwerk ist kein Meisterstück.

 

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