Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lehrknêcht bis Lēhrsprúch (Bd. 2, Sp. 1989 bis 1990)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Lehrknêcht, des -es, plur. die -e, ein Lehrling bey verschiedenen Handwerkern und Lebensarten. So werden die Lehrlinge der Fleischer und der Flußschiffer einiger Gegenden Lehrknechte genannt.
 
Artikelverweis 
Der Lehrling, des -es, plur. die -e, eine Person, welche gelehret oder unterrichtet wird, sie sey männlichen oder weiblichen Geschlechtes. 1) Eine Person, welche die Anfangsgründe einer Wissenschaft oder freyen unzünftigen Kunst erlernet. Ein Lehrling in der Weltweisheit, in der Sprachkunst, in der Dichtkunst u. s. f. Ein Schüler, bey einigen ein Lehrjünger, bey dem Opitz mit einem Collectivo Lehrgesinde, im Schwabenspiegel Lerenkind, in der Deutschen Bibel ein Jünger. 2) In der anständigern Sprechart auch, der die Anfangsgründe eines Handwerkes oder zünftigen Kunst erlernet; im gemeinen Leben ein Lehrbursch, Lehrknabe, und im weiblichen Geschlechte Lehrmädchen, in der niedrigen Sprechart Lehrjunge, Junge. S. Adelung Lehrbursch.
 
Artikelverweis 
Der Lehrmeister, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Lehrmeisterinn, ein Lehrer oder eine Lehrerinn, in Beziehung auf den Lehrling; wo es so wohl von einem Lehrer in den Wissenschaften und freyen Künsten, doch im männlichen Geschlechte nur im gemeinen Leben, als auch von einem Handwerker und zünftigen Lehrer gebraucht wird. In der Schweiz Lehrgötte.
 
Artikelverweis 
Die Lehrmeinung, plur. die -en, ein von einigen in Vorschlag gebrachtes Wort, das Griechische Hypothese ausdrucken.
 
Artikelverweis 
Die Lehr-Ode, plur. die -n, in der Dichtkunst, eine Ode, deren nächster Endzweck ist, zu lehren oder zu unterrichten; zum Unterschiede von einem Liede in engern Verstande.
 
Artikelverweis 
Der Lehrprinz, des -en, plur. die -en, oder Lēhr-Principāl, des -es, plur. die -e, S. Adelung Lehrherr und Prinz.
 
Artikelverweis 
Lehrreich, -er, -ste, adj. et adv. reich an Lehren, d. i. so wohl an Vorschriften des Verhaltens, als auch an unbekannten Wahrheiten und Begriffen. Ein Mann kann sehr lehrreich auf dem Papiere, und doch im gemeinen Umgange sehr eintönig seyn. Ein lehrreicher Gedanke, Spruch. Ein lehrreiches Buch.
 
Artikelverweis 
Der Lehrsaal, des -es, plur. die -säle, ein Saal, d. i. großes Zimmer, worin den Zuhörern gelehrte Wahrheiten und

[Bd. 2, Sp. 1990]


Begriffe vorgetragen werden; in Rücksicht auf die Zuhörer ein Hörsaal, Lat. Auditorium. Ein kleineres Zimmer dieser Art heißt eine Lehrstube.
 
Artikelverweis 
Der Lehrsatz, des -es, plur. die -sätze. 1) Ein jeder Satz, welcher eine Lehre, d. i. eine theoretische Wahrheit enthält; zum Unterschiede von einer Regel, Vorschrift, oder einem praktischen Satze. In diesem Verstande werden in der Theologie die Lehrsätze den Lebenspflichten entgegen gesetzet. 2) In der Philosophie, in engerm Verstande, ein theoretischer Satz, dessen Wahrheit man nicht eher erkennen kann, als bis er erwiesen worden; mit einem Griechischen Kunstworte ein Theorema.
 
Artikelverweis 
Der Lehrsparren, des -s, plur. ut nom. sing. in der Zimmermannskunst, diejenigen Sparren, welche an den Walmdächern, Zeltdächern und Pavillons von den Ecken des Gebäudes oben in der Spitze zusammen laufen; zum Unterschiede von den Schiftsparren. Ohne Zweifel von der ersten Bedeutung des Wortes Lehre, weil diese Sparren gleichsam das Modell des ganzen Daches abgeben, nach welchen sich die andern Sparren richten müssen.
 
Artikelverweis 
Der Lēhrsprúch, des -es, plur. die -sprche, ein kurzer allgemeiner Grundsatz, welcher entweder eine fruchtbare theoretische Wahrheit, oder auch eine gute Sittenregel enthält; eine Sentenz. Im erstern Falle wird er auch ein Sittenspruch, in beyden aber auch von einigen, nach einer sehr ungeschickten Übersetzung des Lat. Locus communis, ein Gemeinort oder Gemeinplatz genannt.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: