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oder die Lehn bis 1. Lêhnen (Bd. 2, Sp. 1979 bis 1981)
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Artikelverweis Das oder die Lehn, mit den Zusammensetzungen, S. Adelung Lehen.
 
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1. Die Lehnbank, plur. die -bänke, in einigen Gegenden, ein Nahme eines Leihhauses, S. dieses Wort.
 
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2. Die Lêhnbank, plur. die -bänke, eine mit einer Lehne versehene Bank.

[Bd. 2, Sp. 1980]



 
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Das Lêhnbrêt, des -es, plur. die -er, ein Bret, woran man sich lehnet, besonders bey den Weißgärbern, woran sie sich bey dem Abschaben der Felle mit dem Leibe lehnen.
 
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1. Lehne, (mit einem hellen e,) adj. et adv. welches nur im Landbaue Obersachsens üblich ist. Wenn der Weitzen vor völliger Reife in die Banse gelegt wird, pflegt er sich zu beseichen, oder er wird lehne. Es scheinet hier das auch im Nieders. übliche leen, löne, mager, abgezehrt, zu seyn, Angels. hleane, Engl. lean. Im Schwed. ist len weich, im Isländ. linur, und im Angels. lith, gelinde. Beyde vielleicht gehören zu dem Geschlechte der Wörter linde, lenis, -lein u. s. f.
 
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2. Lêhne, adj. et adv. in den gemeinen Sprecharten, schräge in die Höhe, mit dem Horizonte einen spitzigen Winkel machend; im Gegensatze des steil. Der Berg gehet ganz lehne, erhebt sich ganz sanft. S. 4. die Lehne.
 
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1. Die Lehne, (mit einem hellen e,) plur. die -n, eine Art des Ahorns oder Maßholders, welche in Norden und Niedersachsen häufig wächset, eine weiße und glatte Rinde hat, und zwar zu einem großen Baume in den Wäldern wird, aber doch kleiner bleibt, als der gemeine Ahorn; Acer platanoides L. In den gemeinen Sprecharten heißt er Lenne, Löhne, Leinbaum, Leimbaum, in Sachsen Linbaum, in der Schweiz Leinahre, an andern Orten, wegen seiner breiten Blätter, Breitlaub, Breitblatt, Breitlöber, Weinblatt, und wegen der fünffach gezackten Blätter Gänsebaum. Der Nahme Lehne schient seinen geringern Wachsthum zu bezeichnen, und so viel als kleine Ähre oder kleiner Ahorn zu bezeichnen. S. 1. Lehne Beywort und -Lein. Übrigens wird auch die Ulme in einigen Gegenden Leimbaum genannt.
 
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2. Die Lehne, (auch mit einem hellen e,) plur. die -n, in einigen Gegenden, ein wildes Schwein weiblichen Geschlechtes, welches am häufigsten eine Bache genannt wird. Gewiß nicht, wie Frisch glaubt, weil sich der Eber auf sie lehnet. Schon in dem Capitul. de Villis c. 40 bedeutet Leha, (wo aber für et Lehas unrichtig Etlehas gedruckt ist,) und im Franz. Laye, ein solches wildes Schwein weiblichen Geschlechtes. Das n ist in vielen Wörtern ein Zusatz nieselnder Mundarten.
 
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3. Die Lehne, (mit einem dunkeln e,) plur. die -n, in einigen Gegenden, ein Nahme des Achsnagels, welcher an andern Orten mit der intensiven Endung die Lünse genannt wird, da denn beyde im gemeinen Leben häufig in Lönse, Lünsch, Leine, Lan, Lyn, Lihn u. s. f. verderbt werden. Im Böhmischen heißt dieser Achs- oder Vorstecknagel Launek. Weil an den Rüstwagen dieser Nagel in einer langen Stange befestiget ist, an welche sich die Leitern lehnen, so leitet Frisch es von diesem Worte ab. Allein, da die wenigsten Achsnägel solche Stangen haben, und doch Lehnen heißen, so scheinet dieses Wort zu einem andern Geschlechte zu gehören. Vielleicht zu Lanze. Eine Decklehne ist eine solche Lehne mit einem breiten Bleche, den Koth abzuhalten.
 
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4. Die Lehne, (auch mit einem dunkeln e,) plur. die -n, ein Wort, welches den Begriff der schiefen Richtung, der Abweichung von der senkrechten Linie hat. 1) Die abhängige Seite eines Berges oder Hügels, besonders wenn sie sich sanft, nicht steil erhebt, wird in vielen Gegenden eine Lehne genannt. Die Sommerlehne, die mittägliche Seite eines Berges. Die Winterlehne, die mitternächtliche. Daher denn an einigen Orten auch solche sanft aufsteigende Hügel oder kleine Berge selbst Lehnen, und wenn sie sich auf dem Acker befinden, Ackerlehnen und Feldlehnen genannt werden. Schon bey dem Ulphilas ist Hlains ein Hügel, Schwed. Lena; wohin auch das Griech. κολων gehöret. 2.) Die schiefe Richtung selbst; im gemeinen Leben einiger

[Bd. 2, Sp. 1981]


Gegenden und ohne Plural. In der Lehne stehen, eine von der senkrechten Richtung abweichende Stellung haben. Ein Mensch lieget in der Lehne, wenn er sich an etwas lehnet. 3) Derjenige Theil an einem Dinge, woran man sich lehnet. Die Lehne an einem Stuhle, an einer Bank. Die Armlehne eines Stuhles, worauf man den Arm lehnet. Die Brustlehne, z. B. an einem Fenster, worauf man sich mit der Brust lehnet. Eine Lehne, so fern dieses Wort unmittelbar von dem Zeitworte lehnen abstammet, bedeutet bloß ein Ding, dessen einzige und nächste Bestimmung ist, sich daran oder darauf zu lehnen. Ist aber ein solches Ding zunächst dazu bestimmt, das Hinunterfallen anderer Körper zu verhindern, so heißt es ein Geländer, welches Wort allem Ansehen nach zu einem ganz andern Stamme gehöret. Indessen werden doch beyde häufig verwechselt; besonders wenn ein solches Geländer auch zugleich zur Lehne dienet. Wenn du ein neu Haus bauest, so mache eine Lehne darum auf deinem Dache, auf daß du nicht Blut auf deinem Hause ladest, wenn jemand herab fiele, 5 Mos. 22, 8; wo eigentlich das Wort Geländer stehen sollte.
   Nieders. Läne. Willeram nennt eine Lehne in der letzten Bedeutung Lineberga, von leinen, lehnen. S. das folgende Zeitwort.
 
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1. Lêhnen, verb. reg. welches in einer doppelten Gestalt üblich ist. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben, in der Stellung von der senkrechten Richtung abweichen. Die Säule lehnet, stehet nicht gerade. Besonders und am häufigsten, in solcher Stellung einen andern Körper berühren, der den erstern dadurch in der Bewegung aufhält, einen Theil seiner Schwere träget. Der Stock lehnet an der Wand. Eine Schaufel, so bey der Wand leinet, Theuerd. Er linete uber sine krucke, in dem alten Fragmente auf Carln den Großen bey dem Schilter. Doch in dieser ganzen Form ist es in den gemeinen Sprecharten, besonders Oberdeutschlandes, am üblichsten.
   2. Als ein Activum, in einer von der senkrechten Richtung abweichenden Stellung an einen andern Körper legen. Lehne den Schrank an die Wand. Die Götzen, welche sich nicht aufrichten, so man sie lehnet, Baruch 6, 26. Eine jegliche Achse (an den vier Gestühlen) gegen der andern über, unten an den Kessel gelehnet, 1 Kön. 7, 30; wo es für legen zu stehen scheinet. Am häufigsten als ein Reciprocum. Sich auf etwas lehnen. Sich auf das Fenster lehnen. Sich auf einen Sack lehnen. Er lehnete sich an die Wand.
   Das Hauptwort die Lehnung ist nicht üblich.
   Anm. Bey dem Kero hlinen, im Tatian linen, bey dem Willeram leinen, im Oberd. noch jetzt leinen, im Angels. hlionan, hlynian, im Engl. to lean, im Dän. läne, im Schwed. läne, im Lat. clinare, im Griech. κλινειν, deren Gaumenlaut auch in den alten Deutschen Mundarten nicht selten ist. Es gehöret zu dem Beyworte lehne, abhängig, und scheinet mit legen und liegen Eines Geschlechtes und vielleicht ein Inchoativum von denselben zu seyn, welches vermittelst der Sylbe -nen aus ihnen gebildet worden; lehnen, leinen, für legenen, liegenen, anfangen zu liegen, mit der nicht ungewöhnlichen Ausstoßung des Gaumenlautes. S. -Nen. Bey dem Kero und im Tatian kommt hlinen und linen wirklich für liegen vor, und noch jetzt werden beyde Zeitwörter oft für einander gesetzt. Lehnet euch unter dem (den) Baum, 1 Mos. 18, 4; ruhet euch unter dem Baum aus, Michael. In den Zusammensetzungen ablehnen und auflehnen hat es einige figürliche Bedeutungen, welche dem Zeitworte legen gleichfalls nicht fremd sind.

 

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