Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lehm bis Lehmwêrk (Bd. 2, Sp. 1979)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Der Lehm, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, eine vermischte aus Thon und Sand bestehende Erdart von gelblicher Farbe, welche zähe ist und im Feuer erhärtet. Die Wände aus Lehm kleiben. Töpferlehm, woraus die Töpfer ihre Geschirre bereiten. Kleiberlehm, die Wände damit auszukleiben. Ziegellehm, woraus die Ziegelsteine gebrannt werden.
   Anm. Im Oberdeutschen Lahm, Lam, in Nieders. Leem, bey dem Notker, wo es aber Schlamm bedeutet, Leim, im Angels. Lam, Lim, im Engl. Loam; in einigen, besonders Oberdeutschen Gegenden, Letten. Entweder wegen der Zähigkeit, als ein Geschlechtsverwandter von Kley, kleiben und Leim, oder auch wegen seiner trüben Farbe, besonders wenn er im Wasser aufgelöset wird, als ein Verwandter von Glumm, oder auch wegen beyder Umstände zugleich; da es denn zu Schlamm, Schleim, dem Griech. λυμα und Latein. Limus gehören würde. Es ist mit Leim, gluten, allerdings genau verwandt, daher es auch in den gröbern Mundarten beständig Leim und Leimen lautet, auch in der Deutschen Bibel in dieser Gestalt vorkommt. Indessen ist doch Lehm in den anständigern Sprecharten am üblichsten. S. auch Letten.
 
Artikelverweis 
Lehmen, verb. reg. act. mit Lehm ausfüllen, wofür doch kleiben und im Nieders. kleimen üblicher sind.
 
Artikelverweis 
Der Lehmer, des -s, plur. ut nom. sing. ein Arbeiter, welcher in Lehm arbeitet, Wände mit Lehm ausfüllet; Lehmklicker.
 
Artikelverweis 
Lehmern, adj. et adv. aus Lehm verfertiget; im gemeinen Leben leimern. Eine lehmerne Wand, eine Lehmwand.
 
Artikelverweis 
Die Lehmgrube, plur. die -n, eine Grube, aus welcher Lehm gegraben wird.
 
Artikelverweis 
Der Lēhmgúß, des -sses, plur. die güsse, in dem Hüttenbaue, Eisenwaaren, welche bey den hohen Öfen in Formen von Lehm gegossen werden, dergleichen Töpfe, Öfen u. s f. sind; zum Unterschiede von den Sandgüssen.
 
Artikelverweis 
Lehmicht, adj. et adv. dem aufgelöseten Lehme an Dicke und trüber Farbe ähnlich; im gemeinen Leben leimicht. Das Bier sieht trübe und lehmicht aus.
 
Artikelverweis 
Lehmig, adj. et adv. Lehm enthaltend. Lehmiges Wasser.
 
Artikelverweis 
Die Lehmschindel, plur. die -n, hölzerne Schindeln, mit welchen an manchen Orten die Dächer gedeckt werden, da man sie denn mit Lehm zu verschmieren pflegt.
 
Artikelverweis 
Die Lehmwand, plur. die -wände, eine Wand, deren Fachwerk mit Lehm ausgekleibet ist; eine Wellerwand. Auch eine frey stehende aus Lehm aufgeworfene Wand.
 
Artikelverweis 
Das Lehmwêrk, des -es, plur. inus. ein aus Lehm bereitetes Werk, z. B. eine Lehmwand. Ingleichen die Art mit Lehm zu arbeiten; ohne Plural.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: