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Legếnde bis Legiren (Bd. 2, Sp. 1972)
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Artikelverweis Die Legếnde, plur. die -n, die Lebensbeschreibung eines Heiligen; aus dem mitllern Lat. Legenda, orum, so fern sie an gewissen Tagen in den Kirchen öffentlich vorgelesen wurden. Weil diese Lebensbeschreibungen sehr häufig aus frommen Erdichtungen bestehen, so pflegt man im gemeinen Leben auch wohl ein jedes Mährchen, oder eine erdichtete Erzählung, eine Legende zu nennen.
 
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Der Lêger, des -s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Legerinn, eine Person, welche etwas legt; wo es doch in den Zusammensetzungen am häufigsten ist. Nur bey den Papiermachern ist der Leger derjenige, welcher die gepreßten Bogen aus dem Buscht auf den Legestuhl legt.
 
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Die Lêgereuse, plur. die -n, bey den Fischern, eine Reuse, welche auf den Grund eines Wassers gelegt, und auch eine Fangreuse genannt wird.
 
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Der Lgeschúß, S. Adelung Selbstschuß.
 
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Der Lgestáchel, des -s, plur. die -n, bey verschiedenen Insecten, z. B. den Bienen, Brämsen u. s. f. ein besonderer Stachel, vermittelst dessen die Weibchen ihre Eyer in das Fleisch anderer Thiere, in die Erde oder in das Holz der Pflanzen legen; bey einigen der Nachstachel.
 
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Die Lêgestadt, plur. die -städte, überhaupt, eine Stadt, in welche etwas niedergelegt wird. Besonders, 1) in der Deutschen Reichsverfassung ist eine Legestadt diejenige, in welcher die Reichsanlagen von den Ständen niedergeleget, d. i. bezahlet werden. In einigen Provinzen führen daher auch diejenigen Städte diesen Nahmen, in welchen gewisse landesfürstliche Abgaben entrichtet werden müssen. 2) Im Österreichischen sind Legestädte diejenigen Städte einer Provinz, in welchen Waaren, welche in beträchtlicher Menge aus fremden Ländern kommen, niedergelegt und vollständig verzollet werden müssen. 3) Zuweilen wird auch eine Stapelstadt, in welcher die in einem gewissen Bezirke vorbey gehenden Waaren auf eine gewisse Zeit zum Verkaufe ausgelegt und feil geboten werden müssen, eine Legestadt genannt.
 
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Der Lêgestuhl, des -es, plur. die -stühle, S. Adelung Leger.
 
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Die Lêgezeit, plur. inus. diejenige Zeit, da das Federvieh und Geflügel seine Eyer zu legen pflegt.
 
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Die Lêghênne, plur. die -n, in der Hauswirthschaft, eine Henne, welche wirklich Eyer legt; zum Unterschiede von einer Brüthhenne.
 
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Die Legiōn plur. die -en, aus dem Lat. Legio, eine gewisse Schaar Römischer Soldaten zu bezeichnen, welche anfänglich nur aus 3. 000 Mann zu Fuße bestand, bis sie endlich nach und nach und stufenweise bis auf 6. 000 Mann stieg. Figürlich auch oft so viel als eine große unbestimmte Menge.
 
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Legiren, verb. reg. act. welches nur im Münzwesen üblich ist, und gute Metalle nach einem gewissen Verhältnisse mit geringern versetzen oder vermischen bedeutet, welches man im Hüttenbaue auch wohl mit beschicken ausdruckt. Legirtes Gold, welches nach einem gewissen Verhältnisse mit Silber oder Kupfer vermischt ist. Diese Vermischung heißt im mittlern Lat. Lex, Liga, Aliada, Alleium, Aleium, Aleamentum, im Ital.

[Bd. 2, Sp. 1973]


Lega, im Fanz. Loy, Aloy. Man leitet es bald von Lex, das Gesetz, her, weil diese Vermischung durch Gesetze bestimmt war, bald von ligare, binden, verbinden. Vielleicht ist der Begriff des Falschen, des Unechten, der Stammbegriff, und da könnte es ursprünglich von lau, lee, leg, falsch, schlimm, böse, herkommen. S. Adelung Laugold und Leg, niedrig.

 

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