Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lêckwêrk bis Lêderkalk (Bd. 2, Sp. 1964 bis 1965)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Das Lêckwêrk, des -es, plur. die -e, in den Salzsiedereyen, eine Anstalt, wo die Sohle von oben aus den Rinnen tropfenweise in die Kasten fallen muß, S. Gradierwerk. Von lecken, tropfenweise heraus rinnen.
 
Artikelverweis 
Die Lectiōn, plur. die -en, aus dem Latein. Lectio, im gemeinen Leben einiger Gegenden, ein Stück eines Buches oder Kapitels aus der Bibel, welches in der Kirche vorgelesen wird. Dergleichen Lectionen die Evangelien und Episteln sind. Daher einem die Lection lesen, im gemeinen Leben, ihm einen derben Verweis geben; im Oberdeutschen Lezge. In den niedern Schulen auch dasjenige, was den Kindern zu lesen, zu lernen, oder zu schreiben aufgegeben wird. Nieders. Lekse. In einigen Oberdeutschen Gegenden wird auch ein Hörsaal, ein Auditorium, eine Legge genannt.
 
Artikelverweis 
Das Lêder, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, ut nom. sing. die zubereitete oder gegärbte Haut der Thiere. Kalbsleder, Ochsenleder, Rindsleder, Schafleder u. s. f. Leder bereiten. Auch aus Leder bereitete Dinge

[Bd. 2, Sp. 1965]


werden zuweilen nur das Leder schlechthin genannt. So wird den Pferden ein Leder gelegt, wenn man ihnen einen ledernen Riemen durch die Haut ziehet, S. Hagrseil. So auch in Handleder, Oberleder u. s. f. In der R. A. von Leder ziehen, d. i. den Degen ziehen, scheint es die lederne Scheide oder auch das lederne Degengehenk zu bezeichnen. Indessen bedeutet diese R. A. im Niedersächsischen auch so viel, als sich auskleiden.
   Herr steet ab drat
   Zu füssen von eurem pferdt,
   Gewindt von leder ewr gut schwert,
   Theuerd. Kap. 38. Sprichw. Aus andrer Leute Leder ist gut Riemen schneiden, d. i. auf andrer Leute Kosten ist gut freygebig seyn. Von dem Unterschiede zwischen Haut, Fell und Leder, S. Adelung Fell. In den niedrigen Sprecharten und im verächtlichen Verstande bezeichnet es zuweilen auch die Haut. Einem über das Leder kommen, oder ihm das Leder gärben, ihn derb ausprügeln.
   Anm. Schon im Schwabenspiegel Leder, im Nieders. Ledder, Leer, Lier, bey dem Ulphilas Alethr, im Wallis. Lledr, im Angels. Lether, im Engl. Leather, im Schwed. Läder. Ohne Zweifel ist der Begriff der Bedeckung der herrschende in diesem Worte, so daß es ein Geschlechtsverwandter von Kleid, Laden, Lied, ein Deckel, u. s. f. ist.
 
Artikelverweis 
Der Lêderband, des -es, plur. die -bände, der aus Leder verfertigte Band eines Buches; zum Unterschiede von einem Hornbande, Pergamentbande u. s. f.
 
Artikelverweis 
Der Lêderbereiter, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerker, welcher aus Häuten Leder bereitet; ein Gärber, Lederer, im Nieders. Ledertauer, von tauen, gärben, bereiten, Engl. to taw, Angels. tawian.
 
Artikelverweis 
Der Lêderdrucker, des -s, plur. ut nom. sing. ein Handwerker, welcher vermittelst der Presse allerley Figuren auf das Leder druckt.
 
Artikelverweis 
Der Lêderhandel, des -s, plur. inus. der Handel mit unverarbeitetem Leder. Daher der Lederhändler.
 
Artikelverweis 
Lêderhart, adj. et adv. so hart wie Leder.
 
Artikelverweis 
Das Lderhārz, S. Adelung Federharz.
 
Artikelverweis 
Das Lêderholz, des -es, plur. inus. ein Virginisches Staudengewächs, dessen Rinde so zähe als Leder ist, und daher auch zu allerley Hausgeräthen verarbeitet wird; Dirca L. Mäuseholz.
 
Artikelverweis 
Der Lêderkalk, des -es, plur. inus. S. Adelung Bitterkalk.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: