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Lêberwurst bis Lēch (Bd. 2, Sp. 1960 bis 1961)
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Artikelverweis Die Lêberwurst, plur. die -würste, eine Art Würste von gehackter Leber.
 
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Lêbetage, S. Adelung Lebtage.
 
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Lebhaft, -er, -este, adj. et adv. 1. * Leben habend; eine veraltete Bedeutung, in welcher libhaft noch bey dem Ottfried vorkommt, wofür jetzt lebendig üblich ist. 2. * So wie man lebt, einem lebendigen Geschöpfe völlig ähnlich; ein gleichfalls ungewöhnlicher Gebrauch, nach welchem man noch in einigen Gegenden sagt, jemanden ganz lebhaft abbilden, d. i. so wie er lebt. Im gemeinen Leben ist dafür in einigen Fällen noch leibhaftig üblich. 3. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, einen vorzüglichen Grad der Bewegung und des Lebens habend. 1) In mehr eigentlichem Verstande. Ein lebhafter junger Mensch, welcher immer in Bewegung ist. Der Mann ist sehr lebhaft. Lebhafte Augen. Es ist in der Stadt sehr lebhaft, wenn die Einwohner außer ihren Häusern viele Geschäfte haben. Der Handel wird sehr lebhaft getrieben. Ein lebhafter Handel. 2) Figürlich. (a) Von Leidenschaften und Empfindungen gebraucht, bezeichnet es einen merklichen Grad ihrer Stärke. Eine lebhafte Freude. (b) Ein lebhafter Verstand,

[Bd. 2, Sp. 1961]


welcher eine Sache schnell und deutlich begreift. (c) Eine anschauende Erkenntniß habend und darin gegründet. Ein lebhafter Gedanke. Eine lebhafte Schreibart. (d) Die lebhafte Gesichtsfarbe, die hohe Farbe, welche ein gesunder Mensch in seinen besten Jahren zu haben pflegt. In noch weiterer Bedeutung ist eine lebhafte Farbe, eine jede Farbe, welche einen vorzüglichen Grad der Höhe und des Glanzes hat.
   Anm. In allen diesen Fällen ist lebhaft dem todt entgegen gesetzet, weil es, wie aus der ersten Bedeutung erhellet, eigentlich lebendig bezeichnete.
 
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Die Lêbhaftigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es lebhaft ist, in allen Bedeutungen des vorigen Wortes.
 
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Das Lêbhonig, des -es, plur. inus. in der Bienenzucht, das grobe gezeidelte Honig oder Jungfernhonig, welches nicht mehr von sich selbst aus den Scheiben läuft, sondern vermittelst eines Sackes ausgepresset wird; zum Unterschiede von dem eigentlichen geseimten Honige, welches von sich selbst auströpfelt. Siehe das folgende.
 
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Der Lbkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine vorzüglich im Oberdeutschen übliche Benennung einer Art Kuchen, welche aus Mehl, Honig, Mandeln, und allerley Gewürzen verfertiget, und im Hochdeutschen am häufigsten Pfefferkuchen, im gemeinen Leben aber auch Honigkuchen genannt werden. Sie scheinen den Nahmen von dem Lebhonige zu haben, aus welchem sie gemeiniglich verfertiget werden. Lebhonig aber kann dickeres, festeres, gröberes Honig bedeuten, von laben, dick, fest machen, und Leber, ein fest verbundener Körper, S. diese Wörter, ingleichen Leib. Indessen finden sich auch Spuren, daß leb auch süß bedeutet habe. Im Osnabrückischen ist lebbe noch jetzt sehr süß. Frisch leitet es von laben ab, so fern es reficere bedeutet; allein alsdann käme dieses Wort allen Arten von Kuchen zu. In der Rothwälschen Diebessprache ist Leben noch jetzt das Brot. Ein Bäcker, welcher vorzüglich solche Lebkuchen bäckt, heißt im Oberdeutschen ein Lebküchner, und Lebküchler.
 
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Leblos, -er, -este, adj. et adv. kein Leben, d. i. keine eigene Bewegungskraft habend; im Gegensatze des lebendig. Leblose Geschöpfe. Ein lebloses Bild, Weish. 15, 5. Leblose Götzen, Kap. 14, 29. Da liegt sein lebloser Körper, von einem Verstorbenen.
 
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Die Lêblosigkeit, plur. inus. der Zustand eines Dinges, da es leblos ist.
 
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† Die Lêbtage, ein nur im gemeinen Leben in der vierten Endung des Plurals, und zwar nur mit den possessiven Fürwörtern mein, dein, sein, u. s. f. übliches Wort, für Lebenstage, Lebenszeit. Daß du den Herrn fürchtest du und deine Kinder alle eure Lebetage, (Lebtage) 5 Mos. 6, 2. Auf daß es uns wohl gehe alle unser Lebtage, v. 24. Ich werde mich scheuen alle mein Lebtage, Es. 38, 15.
   Großer weder ichs alle mein
   Lebtag ye mer hab gesehen,
   Theuerd. Ich habe ihn mein Lebtage nicht gesehen, in meinem Leben nicht. Wo das Fürwort gemeiniglich um sein letztes e gebracht wird.
 
Artikelverweis Die
Lêbzeiten, sing. inus. auch nur in der Sprache des täglichen Umganges in den R. A. bey meinen Lebzeiten, so lange ich lebe, bey seinen Lebzeiten, als er noch lebte u. s. f.
 
Artikelverweis 
Das Lēch, im Hüttenbaue, S. Adelung Leg.

 

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