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Lêberschlag bis Leblos (Bd. 2, Sp. 1960 bis 1961)
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Artikelverweis Der Lêberschlag, des -es, plur. inus. S. Adelung Lebererz.
 
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Der Lêberstein, des -es, plur. die -e, in der Mineralogie, ein mit einem brennbaren Wesen und der Vitriolsäure vermischter Kalkstein, welcher wie Schwefelleber riecht.
 
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Der Lêberthran, des -es, plur. inus. Thran, welcher aus den Lebern gewisser großen Seethiere bereitet, und weil er aus Bergen in Norwegen zu uns kommt, auch Berger Thran genannt wird; zum Unterschiede von dem Speckthrane und Robbenthrane.
 
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Der Lêberwurm, des -es, plur. die -würmer, eine Art langer und flacher Würmer, welche am Ende und Bauche eine Öffnung haben, und sich in den Eingeweiden, besonders aber in der Leber der Thiere aufhalten; Fasciola lumbricus latus.
 
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Die Lêberwurst, plur. die -würste, eine Art Würste von gehackter Leber.
 
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Lêbetage, S. Adelung Lebtage.
 
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Lebhaft, -er, -este, adj. et adv. 1. * Leben habend; eine veraltete Bedeutung, in welcher libhaft noch bey dem Ottfried vorkommt, wofür jetzt lebendig üblich ist. 2. * So wie man lebt, einem lebendigen Geschöpfe völlig ähnlich; ein gleichfalls ungewöhnlicher Gebrauch, nach welchem man noch in einigen Gegenden sagt, jemanden ganz lebhaft abbilden, d. i. so wie er lebt. Im gemeinen Leben ist dafür in einigen Fällen noch leibhaftig üblich. 3. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, einen vorzüglichen Grad der Bewegung und des Lebens habend. 1) In mehr eigentlichem Verstande. Ein lebhafter junger Mensch, welcher immer in Bewegung ist. Der Mann ist sehr lebhaft. Lebhafte Augen. Es ist in der Stadt sehr lebhaft, wenn die Einwohner außer ihren Häusern viele Geschäfte haben. Der Handel wird sehr lebhaft getrieben. Ein lebhafter Handel. 2) Figürlich. (a) Von Leidenschaften und Empfindungen gebraucht, bezeichnet es einen merklichen Grad ihrer Stärke. Eine lebhafte Freude. (b) Ein lebhafter Verstand,

[Bd. 2, Sp. 1961]


welcher eine Sache schnell und deutlich begreift. (c) Eine anschauende Erkenntniß habend und darin gegründet. Ein lebhafter Gedanke. Eine lebhafte Schreibart. (d) Die lebhafte Gesichtsfarbe, die hohe Farbe, welche ein gesunder Mensch in seinen besten Jahren zu haben pflegt. In noch weiterer Bedeutung ist eine lebhafte Farbe, eine jede Farbe, welche einen vorzüglichen Grad der Höhe und des Glanzes hat.
   Anm. In allen diesen Fällen ist lebhaft dem todt entgegen gesetzet, weil es, wie aus der ersten Bedeutung erhellet, eigentlich lebendig bezeichnete.
 
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Die Lêbhaftigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es lebhaft ist, in allen Bedeutungen des vorigen Wortes.
 
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Das Lêbhonig, des -es, plur. inus. in der Bienenzucht, das grobe gezeidelte Honig oder Jungfernhonig, welches nicht mehr von sich selbst aus den Scheiben läuft, sondern vermittelst eines Sackes ausgepresset wird; zum Unterschiede von dem eigentlichen geseimten Honige, welches von sich selbst auströpfelt. Siehe das folgende.
 
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Der Lbkūchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine vorzüglich im Oberdeutschen übliche Benennung einer Art Kuchen, welche aus Mehl, Honig, Mandeln, und allerley Gewürzen verfertiget, und im Hochdeutschen am häufigsten Pfefferkuchen, im gemeinen Leben aber auch Honigkuchen genannt werden. Sie scheinen den Nahmen von dem Lebhonige zu haben, aus welchem sie gemeiniglich verfertiget werden. Lebhonig aber kann dickeres, festeres, gröberes Honig bedeuten, von laben, dick, fest machen, und Leber, ein fest verbundener Körper, S. diese Wörter, ingleichen Leib. Indessen finden sich auch Spuren, daß leb auch süß bedeutet habe. Im Osnabrückischen ist lebbe noch jetzt sehr süß. Frisch leitet es von laben ab, so fern es reficere bedeutet; allein alsdann käme dieses Wort allen Arten von Kuchen zu. In der Rothwälschen Diebessprache ist Leben noch jetzt das Brot. Ein Bäcker, welcher vorzüglich solche Lebkuchen bäckt, heißt im Oberdeutschen ein Lebküchner, und Lebküchler.
 
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Leblos, -er, -este, adj. et adv. kein Leben, d. i. keine eigene Bewegungskraft habend; im Gegensatze des lebendig. Leblose Geschöpfe. Ein lebloses Bild, Weish. 15, 5. Leblose Götzen, Kap. 14, 29. Da liegt sein lebloser Körper, von einem Verstorbenen.

 

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