Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Lêbern bis Lêbhaftigkeit (Bd. 2, Sp. 1960 bis 1961)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis  Lêbern, verb. reg. act. et reciproc. welches im gemeinen Leben einiger Gegenden für laben und liefern oder geliefern üblich ist. Sich lebern, gerinnen. Geleberte Milch, gelabte, oder geronnene. S. Adelung Lab, Leber 1. und Geliefern.
 
Artikelverweis 
Die Lêberraute, plur. inus. eine Art des Farrenkrautes, welchem man vermuthlich ehedem auch besondere Wirkungen in Leberkrankheiten zutrauete; Osmunda lunaria, Mondraute.
 
Artikelverweis 
Der Lêberreim, des -es, plur. die -e, eine unwitzige Art der Scherzgedichte, welche ehedem bey feyerlichen Mahlzeiten sehr üblich waren, und welche bey Gelegenheit der Hechtleber auf die jedesmahligen Umstände gemacht wurden.
 
Artikelverweis 
Der Lêberschlag, des -es, plur. inus. S. Adelung Lebererz.
 
Artikelverweis 
Der Lêberstein, des -es, plur. die -e, in der Mineralogie, ein mit einem brennbaren Wesen und der Vitriolsäure vermischter Kalkstein, welcher wie Schwefelleber riecht.
 
Artikelverweis 
Der Lêberthran, des -es, plur. inus. Thran, welcher aus den Lebern gewisser großen Seethiere bereitet, und weil er aus Bergen in Norwegen zu uns kommt, auch Berger Thran genannt wird; zum Unterschiede von dem Speckthrane und Robbenthrane.
 
Artikelverweis 
Der Lêberwurm, des -es, plur. die -würmer, eine Art langer und flacher Würmer, welche am Ende und Bauche eine Öffnung haben, und sich in den Eingeweiden, besonders aber in der Leber der Thiere aufhalten; Fasciola lumbricus latus.
 
Artikelverweis 
Die Lêberwurst, plur. die -würste, eine Art Würste von gehackter Leber.
 
Artikelverweis 
Lêbetage, S. Adelung Lebtage.
 
Artikelverweis 
Lebhaft, -er, -este, adj. et adv. 1. * Leben habend; eine veraltete Bedeutung, in welcher libhaft noch bey dem Ottfried vorkommt, wofür jetzt lebendig üblich ist. 2. * So wie man lebt, einem lebendigen Geschöpfe völlig ähnlich; ein gleichfalls ungewöhnlicher Gebrauch, nach welchem man noch in einigen Gegenden sagt, jemanden ganz lebhaft abbilden, d. i. so wie er lebt. Im gemeinen Leben ist dafür in einigen Fällen noch leibhaftig üblich. 3. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, einen vorzüglichen Grad der Bewegung und des Lebens habend. 1) In mehr eigentlichem Verstande. Ein lebhafter junger Mensch, welcher immer in Bewegung ist. Der Mann ist sehr lebhaft. Lebhafte Augen. Es ist in der Stadt sehr lebhaft, wenn die Einwohner außer ihren Häusern viele Geschäfte haben. Der Handel wird sehr lebhaft getrieben. Ein lebhafter Handel. 2) Figürlich. (a) Von Leidenschaften und Empfindungen gebraucht, bezeichnet es einen merklichen Grad ihrer Stärke. Eine lebhafte Freude. (b) Ein lebhafter Verstand,

[Bd. 2, Sp. 1961]


welcher eine Sache schnell und deutlich begreift. (c) Eine anschauende Erkenntniß habend und darin gegründet. Ein lebhafter Gedanke. Eine lebhafte Schreibart. (d) Die lebhafte Gesichtsfarbe, die hohe Farbe, welche ein gesunder Mensch in seinen besten Jahren zu haben pflegt. In noch weiterer Bedeutung ist eine lebhafte Farbe, eine jede Farbe, welche einen vorzüglichen Grad der Höhe und des Glanzes hat.
   Anm. In allen diesen Fällen ist lebhaft dem todt entgegen gesetzet, weil es, wie aus der ersten Bedeutung erhellet, eigentlich lebendig bezeichnete.
 
Artikelverweis 
Die Lêbhaftigkeit, plur. inus. die Eigenschaft eines Dinges, da es lebhaft ist, in allen Bedeutungen des vorigen Wortes.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: