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Lêbensordnung bis Lêberbalsam (Bd. 2, Sp. 1957 bis 1958)
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Artikelverweis Die Lêbensordnung, plur. inus. die Ordnung in dem Gebrauche solcher Dinge, welche zur Erhaltung des natürlichen Lebens gereichen; mit einem fremden Kunstworte die Diät.
 
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Die Lêbenspflicht, plur. die -en, eine Pflicht, welche man in Ansehung seines Lebens, d. i. ganzen Verhaltens, zu beobachten hat.
 
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Die Lêbensregel, plur. die -n, eine Regel oder Vorschrift, welche unser Leben, d. i. so wohl unser Verhalten in Ansehung der Erhaltung des natürlichen Lebens, als auch unser sittliches Verhalten bestimmt.

[Bd. 2, Sp. 1958]



 
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Der Lêbenssaft, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -säfte, bey einigen, der Nervensaft, so fern er als der Grund des natürlichen Lebens betrachtet wird, S. Adelung Lebensgeister.
 
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Die Lêbensstrafe, plur. die -n, die Strafe am Leben; zum Unterschiede von einer bloßen Leibesstrafe. Jemanden mit einer Lebensstrafe belegen.
 
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Der Lebenswandel, des -s, plur. inus. das ganze so wohl natürliche als moralische Verhalten eines Menschen, welches auch nur schlechthin der Wandel genannt wird.
 
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Das Lebenswasser, des -s, plur. doch nur von mehrern Arten, ut nom. sing. ein Nahme, welchen man den verschiedenen Arten abgezogenen Branntweines beyzulegen pflegt, weil sie die Lebensgeister ermuntern oder stärken sollen; nach dem Latein. Aqua vitae, Aquavit.
 
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Die Lêber, plur. die -n, Diminut. das Leberchen, Oberd. Leberlein. Es scheinet ehedem, 1) * überhaupt, einen jeden erhabenen, oder seinen Theilen nach fest verbundenen Körper bezeichnet zu haben; im Gegensatze, so wohl eines niedrigern, als auch eines weichern. Hornegk und einige andere alte Oberdeutsche Schriftsteller nennen eine Anhöhe, einen erhöheten Ort, mehrmahls eine Leber, welche Bedeutung in einigen Oberdeutschen Gegenden noch jetzt gangbar ist. König Mela in Ungarn belaib (blieb) enhalb der March und trat an ain Leber, und wolt davon den Feinden des Streites zusehen, Hagen in seiner Österreich. Chronik bey dem Frisch, der dieses Wort aber nicht zu erklären weiß. Im Österreichischen werden die Flur- und Gränzsteine noch jetzt Lebern und Lebersteine genannt. 2) In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, in den thierischen Körpern, ein drüsiger großer Theil in dem Unterleibe, gleich unter dem Zwerchfelle, welcher oben und von vornen erhaben ist, die Galle von dem Geblüte absondert, und wegen seiner festern Beschaffenheit oder erhabenern Gestalt, im Gegensatze der weichern und flachern Lunge, den Nahmen der Leber bekommen zu haben scheinet. Deutsch von der Leber weg sprechen, freymüthig, offenherzig reden. Es läuft ihm eine Laus über die Leber, S. Adelung Laus. Die Gänseleber, Hechtsleber, Kalbsleber, Rindsleber u. s. f. In der Chymie pflegt man, vermuthlich wegen der Ähnlichkeit in der braunen Farbe, eine Vereinigung des weißen Arseniks mit dem flüssigen feuerbeständigen vegetabilischen Alkali eine Arsenik-Leber zu nennen.
   Anm. In der zweyten engern Bedeutung im Oberd. Läber, im Nieders. Lewer, im Dän. Lever, im Angels. Lyfer, im Engl. Liver, im Schwed. Lefver, im Isländ. Lifur. Schon Wachter sahe es ein, daß dieses Wort mit liefern, geliefern Eines Geschlechtes sey, doch nur so fern dasselbe in der weitesten Bedeutung erhaben, fest werden, bezeichnet; ob ihm gleich die erste allgemeine Bedeutung des Wortes Leber, welche diese Verwandtschaft außer allen Streit setzet, unbekannt war. S. Adelung Lab und Kleben, welche gleichfalls zu dessen Geschlechtsverwandten gehören. Das Griech. παρ scheinet auf ähnliche Art mit Haufe verwandt zu seyn.
 
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Die Lêberader, plur. die -n, in der Anatomie, der untere größere Ast der Achselader, welcher sich wiederum in die zwey Brustadern theilet. Bey den Thieren, wo sie innerhalb des Schenkels liegt, wird sie auch die Viertelader genannt.
 
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Die Leber-Aloe, plur. inus. ein Nahme des Gummi Aloe, wenn es von gelblicher Farbe ist, und der Farbe der Leber nahe kommt. S. Adelung Aloe 6.
 
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Der Lêberbalsam, des -es, plur. inus. eine Art des Achillenkrautes, welche in Languedok und Toscana einheimisch ist; Achillea Ageratum L. Coften-Balsam, Cunigunden-Kraut.

[Bd. 2, Sp. 1959]


Kraut und Samen haben einen aromatischen Geruch und Geschmack, und werden wider die Verstopfung der Leber gerühmt.

 

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