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Lāusfisch bis Lauteníst (Bd. 2, Sp. 1945 bis 1949)
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Artikelverweis Der Lāusfisch, des -es, plur. die -e, S. Adelung Alose.
 
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1. † Lausig, -er, -ste, adj. et adv. Läuse habend, viele Läuse habend, in der niedrigen Sprechart. Ingleichen, nach einer niedrigern Figur, im höchsten Grade arm und verächtlich.
 
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2. † Lausig, -er, -ste, adj. et adv. auch nur in den niedrigen Sprecharten, zauderhaft, träge; ingleichen figürlich, niedrig, karg, filzig. Vermuthlich von laß, träge, faul, Nieders. läsig, lösig, Engl. lazy, Franz. lache. S. 2. Lausen.

[Bd. 2, Sp. 1946]



 
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Laustern, S. Adelung Lauschen Anm.
 
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Laut, -er, -este, adj. et adv. 1. Eigentlich. 1) So daß man es durch das Gehör empfinden kann; am häufigsten als ein Nebenwort. In diesem Verstande ist laut bethen, im Gegensatze des stillen Bethens, oder des Bethens im Herzen, ein Bethen, welches dem Gehöre anderer merkbar wird. Laut reden, sprechen. Du mußt lauter reden, wenn ich dich verstehen soll. Bey den Jägern geben die Hunde laut, sie geben laut aus, sind laut oder werden laut, wenn sie sich hören lassen, d. i. wenn sie anschlagen; der Jäger gibt laut, wenn er ruft, schreyet, oder in das Horn stößet; die Treiber werden laut, wenn sie schreyen; in welchen sämmtlichen Fällen der Nebenbegriff der folgenden Bedeutung eigentlich nicht vorhanden ist. In der höhern Schreibart der Neuern wird es in dieser Bedeutung auch häufig als ein Beywort gebraucht. Das ist die Sprache der lauten Verzweifelung. Bald hör ich lautes Händeringen und jammerndes Gewimmer.
   Von höhrer Lust entglommen,
   Ruft dir das ganze Volk den lauten Beyfall zu,
   Weiße. 2) In engerer Bedeutung, sehr laut, so daß es sehr stark durch das Gehör empfunden wird. Laut schreyen. Laut rufen. Die Gesellschaft ward endlich laut. Mit lauter vernehmlicher Stimme reden. Die Trompete erschallet laut. Ein lautes Getümmel. 2. Figürlich. 1) Man redet nicht gerne laut davon, öffentlich, so daß es viele hören. Die Sache wird laut, bekannt. Wo es nur als ein Nebenwort gebraucht wird. 2) Ehedem bedeutete es auch berühmt, in welcher nunmehr veralteten Bedeutung es oft den Oberdeutschen Hauchlaut vor sich hatte, hlaut, so wie die Griechen von κλυειν, hören, in eben diesem Verstande κλυτος und die Lateiner inclytus sagten.
   Anm. Im Isidor hlud, bey dem Ottfried lut, im Angels. hlud, im Nieders. luut, im Engl. loud, aloud, im Schwed. lut. S. das folgende.
 
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Der Laut, des -es, plur. die -e, dasjenige an einem Dinge, was sich dem Gehöre merkbar macht, der Schall. 1) Eigentlich, wo es den Schall in keiner andern Eigenschaft ausdruckt, als so fern es ein Etwas ist, welches durch das Gehör empfunden wird, ohne auf dessen andere Verhältnisse zu sehen. In dieser Bedeutung ist es zuweilen ein allgemeines Wort, welches Klang, Schall, Ton, Stimme u. s. f. als besondere Arten der Laute oder des Lautes unter sich begreift. Der Knall ist ein starker Laut, welcher entstehet u. s. f. Keinen Laut von sich geben, gebraucht man in dieser weitern Bedeutung auch von leblosen Dingen, wenn sie sich dem Gehöre nicht merklich machen. Ich höre einen Laut, ohne zu wissen, was es ist. In engerer Bedeutung von lebendigen Geschöpfen so wohl als musikalischen Instrumenten. Der Katharr benimmt uns oft so sehr die Sprache, daß wir keinen Laut von uns geben können. Ein Thier gibt keinen Laut von sich, wenn es sich auf keine Art durch seine Stimme hören lässet. Bey den Jägern hat das Horn einen guten Laut, wenn es einen reinen und guten Ton hat. Daher kommt es vermuthlich auch, daß man einen Buchstab in noch engerer Bedeutung einen Laut nennet, welcher von andern ein Lauter genannt wird. Ein einfacher Laut oder Lauter, ein Doppellaut oder Dopellauter, ein Selbstlaut oder Selbstlauter u. s. f. Ein langer Laut, ein langer Selbstlaut, zum Unterschiede von einem kurzen. Da in der Sprachkunst Fälle vorkommen, wo man den Buchstaben, als einen bloßen Schall betrachtet, von dem Buchstaben, so fern er das Bild oder Zeichen dieses Schalles ist, zu unterscheiden hat, so that man wohl, wenn man Laut und Lauter unterscheidet, und jenes nur

[Bd. 2, Sp. 1947]


von dem Schalle, dieses aber allein von dem Zeichen gebraucht. Alsdann ist der Selbstlaut a der Schall, welchen man höret, der Selbstauter a aber dessen Zeichen a. 2) Figürlich, der Inhalt einer Rede oder Schrift; doch nur noch im Oberdeutschen. Briefe Eines Lautes, Eines Inhaltes. Nach Laut des Briefes, nach dessen Inhalt. In den Kanzelleyen so wohl der Ober- als Hochdeutschen auch in Gestalt einer Partikel, welche die zweyte Endung erfordert. Laut meines Evangelii, Röm. 2, 16; nach dem Inhalte meines Evangelii, meinem Evangelio zu Folge. Laut aller Flüche des Bundes, 5 Moses. 29, 21. Laut des königlichen Befehles. Zuweilen, besonders im Oberdeutschen, auch mit der dritten Endung. Laut Briefen aus Paris. Laut ihren habenden Freyheiten.
   Anm. Bey dem Ottfried Lut, bey dem Notker Luta, im Niedersächs. Luut, Lude, im Dän. Lyd, im Schwed. Lät, Ljud, im Isländ. Hliod, welches letztere aber eigentlich die Stimme bedeutet. Es gehöret zu dem Geschlechte der Wörter losen, lusen, hören, Ulphil. hljoda, Schwed. lyda, (siehe Lauschen,) Laden, rufen, Plaudern, Lied u. s. f.
 
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Lautbar, -er, -ste, adj. et adv. welches nur in der figürlichen Bedeutung des Wortes laut üblich ist, mehrern bekannt, wovon mehrere sprechen. Dieß ist bald lautbar worden und vor den König kommen, 2 Macc. 1, 33. Herr Stosch bemerkt ganz richtig, daß lautbar einen geringern Grad des öffentlichen bekannt werdens anzeige, als ruchtbar. Indessen ist doch ersteres im Oberdeutschen am üblichsten, und möchte in der edlen Schreibart der Hochdeutschen wohl nicht leicht vorkommen. Opitz gebraucht es noch in der völlig veralteten eigentlichen Bedeutung des Wortes laut, dem Gehöre merkbar:
   Der Himmel soll vor Lust erklingen,
   Der Erden Bau aus Freuden springen,
   Die See und Fische lautbar seyn,
   Opitz, Ps. 97.
   Laßt eure Stimme lautbar seyn,
   Opitz, Ps. 98. Anm. Im Nieders. im figürlichen Verstande luudbarig, luudbördig, bey dem Ottfried und andern ältern Oberdeutschen Schriftstellern lutmar, lautmer, lutbrecht; erstens entweder aus einer nicht ungewöhnlichen Verwechselung des b und m, oder auch von Mar, Mähre, Erzählung. Im Oberdeutschen hat man davon auch das Zeitwort verlautbaren, bekannt machen, und bekannt werden.
 
Artikelverweis Die
Laute, plur. die -n. 1) Ein musikalisches Saiten-Instrument von sehr angenehmen Klange, dessen Saiten mit beyden Händen geschlagen werden. Die Laute spielen. Die Laute schlagen. Eine gute Laute spielen, gut auf der Laute spielen. Er schickt sich dazu, wie der Esel zum Lautenschlagen, sagt man im gemeinen Leben von einem Menschen, welcher zu einer Sache höchst ungeschickt ist. Was die Laute, deren Dan. 3, 5, 15, nach Luthers Übersetzung gedacht wird, für ein Instrument gewesen, wird wohl nicht leicht bestimmt werden können. Indessen war doch die Laute, obgleich noch sehr einfach, schon den Griechen und Römern bekannt. Sie hieß daselbst Testudo, weil sie aus zusammen gefügten Schildkrötenschalen bestand. Boethius brachte sie in den spätern Zeiten wieder in Flor, und in den neuern Zeiten haben der Böhmische Graf Logi, welcher 1721 starb, und der bekannte Sylvio Leopold Weiß ihr diejenige Vollkommenheit gegeben, welche sie jetzt hat. Die Pandore oder Mandore und Zitther sind unvollkommene Arten der Laute. 2) Bey den Wollfärbern, eine lange hölzerne Krücke, womit man die Farbe in der Blauküpe herauf rühret. Vielleicht wegen einiger Ähnlichkeit, oder auch als eine verderbte Aussprache für Latte.

[Bd. 2, Sp. 1948]



   Anm. Die Laute in der ersten Bedeutung heißt schon im mittlern Lat. Laudis und Lautus, im Engl. Lute, im Ital. Liuto. im Span. Laud, im Dän. und Schwed. Lut, im Böhm. Lautna, im mittlern Griech. λαουτο, λαβουτο und im Arab. mit vorgesetztem Artikel Alaud. Dem Scaliger zu Folge haben die Mohren dieses Werkzeug in Europa bekannt gemacht, welches aber wohl noch einer nähern Prüfung bedarf, da es vielmehr scheinet, daß sie dieses Instrument erst in Europa kennen gelernet. Wenigstens wird wohl niemand die Abstammung des Nahmens desselben von unserm Laut und lauten verkennen.
 
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Lauten, verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert. 1. Stimme und Laut von sich geben, sich dem Gehöre merkbar machen. 1) Eigentlich. Er ist so heiser, daß er nicht lauten kann, wofür im gemeinen Leben auch auslauten üblich ist. Dinge, die da lauten, und doch nicht leben, es sey eine Pfeife oder eine Harfe, 1 Cor. 14, 7. Zuweilen auch, Ton und Klang von sich geben.
   Mein Saitenspiel soll lauten für und für,
   O Herr, von dir,
   Opitz.
   Die ängstliche Glocke lautet,
   Weiße; wofür auch, obgleich nicht so richtig, läuten gebraucht wird.
   Das Halsband läutete mit allen seinen Schellen, Zach. Wo es aber auch das folgende Activum seyn kann. 2) Figürlich, bekannt werden; doch nur in dem zusammen gesetzten verlauten, S. dasselbe. 2. In engerer und gewöhnlicherer Bedeutung, mit Beyfügung der Art und Weise. 1) Eigentlich. Bey der Nacht lautet alles stärker. Diese Violine lautet sehr stark, hat einen starken Klang oder Ton. Das lautet nicht als eines Menschen Stimme. Die Glocken lauten sehr traurig. Wohllautend, oder vielmehr wohl lautend, hell lautend, übel lautend. 2) Figürlich. (a) Einen verständlichen Laut haben; wo man dieses Wort gebraucht, wenn man Worte eines andern anführet oder herlieset. Die streitige Stelle lautet so. Der Brief lautet folgender Gestalt. Seine Antwort lautet sehr trotzig. (b) Den Gesetzen der Sittlichkeit, des Wohlstandes gemäß seyn, wofür auch klingen üblich ist. Dein Lob lautet nicht fein. Was gerecht, was keusch, was lieblich ist, was wohl lautet, Phil. 4, 8. Das lautet nicht wohl für einen ehrbaren Mann. Wie würde das lauten?
   Anm. Bey dem Notker, der es auch für frohlocken, jubiliren gebraucht, liuten, und im Imperfecto irregulär, lutto, im Angels. wo es auch schreyen bedeutet, hlydan, im Dän. lyde, im Schwed. låta, und ljuda.
 
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Läuten, verb. reg. welches das Activum des vorigen ist. 1) * In weiterer und eigentlicher Bedeutung, einen Laut oder Laute verursachen, hervor bringen. In dieser Bedeutung ist es im Hochdeutschen veraltet; indessen kommt es in derselben noch bey dem Opitz vor:
   Ein Thier schweigt oder schreyt, es wiehert oder kräht,
   Doch aber kann es nie kein Wort zusammen läuten. Man gebraucht es nur noch, 2) in engerer Bedeutung von Glocken und Schellen. Das Geläut eines Schellenschlittens. Am häufigsten aber von größern Glocken, und zwar nur von derjenigen Art, da man sie durch eine völlige Schwingung lauten macht. Die Glocken läuten. Es wird geläutet. In die Kirche läuten. Zur Kirche, zur Leiche, zur Hochzeit läuten. Zusammen läuten, mit allen Glocken zum letzten Mahle in die Kirche läuten. Feuer läuten, mit den Glocken das Zeichen eines entstandenen Feuers geben, stürmen.
   Anm. Schon bey den Schwäbischen Dichtern lüten, im Oberd. auch lauten, im Nieders. lüden, lüen. Im gemeinen Leben einiger Gegenden, z. B. Meißens, wird es irregulär angewandelt,

[Bd. 2, Sp. 1949]


Imperf. ich litt, Mittelw. gelitten; welche Abwandelung doch eigentlich dem Neutro zukommen müßte, die es ehedem im Oberdeutschen auch wirklich gehabt hat.
 
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Der Lauteníst, des -en, plur. die -en, Fämin. die Lautenistinn, eine Person, welche die Laute zu spielen oder zu schlagen verstehet, besonders, wenn sie aus dieser Geschicklichkeit ein Geschäft macht; der Lautenspieler, Lautenschläger. S. -Ist.

 

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