Wörterbuchnetz
Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart Bibliographische AngabenLogo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf · Logo textgrid zeno bmbf
 
Laufzeit bis Laugenhaft (Bd. 2, Sp. 1938 bis 1940)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Die Laufzeit, plur. die -en, diejenige Zeit, da gewisse Thiere, besonders aber die Bären, Dachse und Hunde zu laufen, d. i. sich zu begatten, pflegen.
 
Artikelverweis 
Das Laufziel, des -es, plur. die -e, ein Ziel, nach welchem man läuft.
 
Artikelverweis 
Der Laufzirkel, des -s, plur. ut nom. sing. ein Zirkel der Windenmacher, dessen Schenkel rechtwinkelig gegen einander gebogen sind, die Gleichheit eines Rades damit zu erforschen.

[Bd. 2, Sp. 1939]



 
Artikelverweis 
Läugbar, adj. et adv. was geläugnet werden kann; doch nur in dem Gegensatze unläugbar. Es ist nicht von unserm heutigen läugnen, sondern von dessen veralteten Stammworte laugen gebildet.
 
Artikelverweis 
1. Die Lauge, plur. die -n, eine Art Weißfische, im Oberdeutschen, wo der Nahme auch in Laue, Laugele, Lauck u. s. f. verderbt wird. Er wird auch Digüne genannt, und scheint der Cyprinus Alburnus L. zu seyn, der im Französ. Vandeise oder Dard heißt. Alsdann würde es eben der Fisch seyn, welcher in andern Gegenden Blüthe, Blicke, Ukeley und Ochelbeze genannt wird. Frisch vermuthet nicht ohne Grund, daß der Nahme Lauge mit dem Griech. λευκος, weiß, verwandt ist, indem diese Fische von einigen auch Leucisci genannt werden, und wirklich zu den im gemeinen Leben so genannten Weißfischen gehören.
 
Artikelverweis 
2. Die Lauge, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -n, ein mit einem vegetabilischen Salze versetztes und dadurch scharf gemachtes Wasser, dergleichen dasjenige Wasser ist, welches eine Zeit lang auf Asche gestanden, und das darin befindliche Salz aufgelöset hat. Lauge machen. Eine Lauge ansetzen, Wasser auf Asche gießen. Die Wäsche in Lauge einweichen, aus der Lauge waschen. Die Seifensiederlauge, welche aus Holzasche und Kalk verfertiget wird. Kalklauge, Wasser, welches die in dem Kalke befindlichen Salztheilchen in sich genommen hat.
   Anm. Im Nieders. Loge, im Engl. Lie, im Angels. Laeg, Leah, im Pohln. Lug, im Böhm. Lauch, im Ungar. Luugh. Andere Sprachen haben statt des Gaumenlautes ein t, wie das Dän. Lud, Schwed. Lut, das Bretagnische Lludw, Llutrod, und noch andere einen Zischlaut, wie das Wallisische Llufw, das Lat. Lixivium, das Ital. Liscia, das Franz. Lessive, und das Span. Lexia. Alle in der heutigen Bedeutung des Deutschen Lauge. Ihre hält das Wallis. Lludw und Bretagnische Ludu, Asche, für das Stammwort, weil doch die Lauge gemeiniglich aus Asche gemacht wird. Allein der Begriff des Waschens, Lat. lavare, und in weiterer Bedeutung eines jeden flüssigen Körpers, ist wohl unstreitig in diesem Worte der herrschende. Im Schwed. ist löga noch jetzt waschen, und Löga ein Bad, eben daselbst aber Lag und Isländ. Laugr ein flüssiger Körper. Im Deutschen nennet man den Urin im Scherze Kammerlauge, und in einigen Gegenden wird das Löschwasser der Schmiede Schmiedelauge, das Seifenwasser aber, worin etwas gewaschen worden, Laugter genannt. S. 2. Lache, Flauen, und das folgende Zeitwort Laugen.
 
Artikelverweis 
1. Laugen, verb. reg. act. von dem vorigen Hauptworte. 1) In Lauge einweichen. Die Wäsche laugen oder einlaugen, welches im Oberd. laugnen, läugnen, an andern Orten aber beuchen genannt wird. 2) Vermittelst warmen Wassers gewisser auflöslicher Theile berauben. Das Salz aus der Asche, den Alaun aus dem Schiefer laugen. S. auch Auslaugen.
 
Artikelverweis 
2. Laugen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben. Man sagt im gemeinen Leben, ein Faß Lauge, wenn der darin befindliche flüssige Körper nach dem frischen Holze des Fasses schmeckt. Ein weingrünes Faß, worin schon Wein gelegen, lauget nicht mehr von dem frischen Holze. Vielleicht von lau, welches in einigen Gegenden, so wie laff, ungeschmackt, kraftlos bedeutet, wenn es nicht eine Figur der zweyten Bedeutung des vorigen Wortes ist.
 
Artikelverweis 
Laugenartig, -er, -ste, adj. et adv. der Lauge an Art gleich oder ähnlich, laugenhaft. Ein laugenartiger Geschmack. Ein laugenartiges Salz, in der Chymie, eine Art Salzes, welches der Lauge an Geschmack gleichet, und zwar in fester

[Bd. 2, Sp. 1940]


Gestalt erscheinet, aber gemeiniglich an der Luft zu einer Lauge zerfließet, und alsdann Oleum per deliquium genannt wird; alkalisches Salz, Laugensalz.
 
Artikelverweis 
Die Lāugenásche, plur. doch nur von mehrern Arten oder Quantitäten, die -n, ausgelaugte Asche, aus welcher das Salz und die Schärfe bereits durch Wasser ausgezogen ist. Bey den Wäscherinnen wird sie auch Beuchasche, und bey den Seifensiedern Seifensiederasche genannt.
 
Artikelverweis 
Laugenhaft, adj. et adv. der Lauge an Geruch oder Geschmacke ähnlich; alkalinisch, im gemeinen Leben laugicht oder laugig. Ein laugenhaftes Wasser, eine Art mineralischen Wassers, welches nach der Abrauchung ein mineralisches Alkali gibt, und der Lauge an Geschmack ähnlich ist.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: