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Laubstreifen bis 1. Der Lauer (Bd. 2, Sp. 1929 bis 1930)
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Artikelverweis Das Laubstreifen, des -s, plur. inus. das Abstreifen des Laubes von den Bäumen.
 
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Die Laubstreu, plur. inus. eine Streu für das Vieh, so fern sie aus abgefallenem Laube der Bäume bestehet, Laub, so fern es zur Streu für das Vieh gebraucht wird. Nimmt man dazu die Tangeln des Nadelholzes, so wird sie die Nadelstreu genannt. Beyde aber machen die Waldstreu aus.
 
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Der Laubthaler, des -s, plur. ut nom. sing. eine Benennung der Französischen großen Thaler oder Ecus, welche 6 Livres, oder 1 Thlr. 12 Gr. 6 Pf. gelten, den Louis d'Or zu 5 Thlr. gerechnet. Nach dem Vorgange der Holländer pflegt man sie auch Ducatons zu nennen, ob sie gleich in Frankreich diesen Nahmen nicht führen. Ducaton ist eigentlich ein Nahme einer Italiänischen und Niederländischen Münze, welche 1 Thlr. 15 bis 1 Thlr. 17 Gr. gilt. Den Deutschen Nahmen Laubthaler hat diese Münze von dem darauf geprägten Laubkranze.
 
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Das Laubwêrk, des -es, plur. inus. ein Collectivum, allerley Zierathen zu bezeichnen, welche so wohl das Laub der Bäume als auch die Blätter der Pflanzen nachahmen.
 
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Der Lauch, des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Zwiebelgewächs; Allium L. Man hat verschiedene Arten desselben, wohin der Knoblauch, der Berglauch, der Graslauch, der Schnittlauch, die Rocambole, die Schalotte, Äschlauch oder gemeiner Lauch, der Hohllauch u. a. m.

[Bd. 2, Sp. 1930]


gehören. Fast alle haben einen flüchtigen und durchdringenden Geschmack und Geruch, und werden daher als ein Gewürz an die Speisen gebraucht. Der zahme Lauch im engsten Verstande, Allium Porrum L. welcher auch Spanischer Lauch, und nach dem Lat. auch Porre und in Schwaben Pfarren genannt wird, hat einen flachblätterigen Stamm mit einer Dolde, und eine aus über einander liegenden Häuten bestehende Wurzel.
   Anm. In den Monseeischen Glossen Louch, im Nieders. Look, Angels. Leac, Leah, Engl. Leek, Dän. Log, Pohln. Luczek. Man könnte glauben, daß dieses Gewächs den Nahmen seinen hohlen Stängeln zu danken habe, welche gemeiniglich Schläuche genannt werden, und das Wort von Loch und dessen Verwandten ableiten. Allein man hat Beweise, daß Lauch ehedem nicht nur ein jedes Gemüse, sondern auch eine jede Pflanze überhaupt bedeutet habe. Dahin gehören das Schwedische Lök, das Angels. Lec und Leac, welche ehedem ein jedes Gewächs bedeuteten, und darin mit dem Griech. λαχανον und Hebr. 05dc05d7 überein kommen. Auch im Deutschen ist diese Bedeutung noch in Hauslauch vorhanden, welchen Nahmen das Hauslaub noch in einigen Gegenden führet. Übrigens wird der Lauch in Franken auch Glüb genannt. Eine wilde Art des Lauches, welche in den Wäldern des mitternächtigen Europa wächset, Allium ursinum L. wird in einigen Gegenden Leuchel oder vielmehr Läuchel genannt, welchen Nahmen in andern das Knoblauchskraut, Erysimum Alliaria L. führet, S. dieses Wort und Ramsel.
 
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Die Lauchfarbe, plur. inus. ein Abstractum, eine gelblich grüne Farbe zu bezeichnen, welche ein wenig in das Braune fällt, den Übergang in dasselbe ausmacht, und der grünen Farbe des Knoblauches gleichet. Die Olivenfarbe ist eine Abänderung derselben. Daher lauchfarbig oder lauchgrün, adj. et adv. diese Farbe habend.
 
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Der Lauck, des -es, plur. die -e, ein Fisch, S. 1. Lauge.
 
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Das Laūdanum, des -ni, plur. car. ein schleimiges Harz, welches in gewissen Jahreszeiten aus den Blättern einiger Arten der Cisten Staude oder Cisten-Rose schwitzet, und in Griechenland und auf den Griechischen Inseln gesammelt wird. Der Nahme, welcher auch Ladanum lautet, ist ausländisch.
 
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Die Laue, plur. die -n, eine Art Fische, S. 1. Lauge.
 
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Lauen, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, lau seyn, S. Adelung Lau.
 
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1. Der Lauer, des -s, plur. inus. in den Weinländern, ein geringes Getränk für das Gesinde und die Arbeiter, welches man erhält, wenn man nach ausgekeltertem Moste Wasser auf die Treber oder Trestern gießet, solche noch Ein Mahl presset, und den erhaltenen Most vergähren lässet; Nachwein, Tresterwein, Treberwein, Wassermost, Lauerwein. Im gemeinen Leben wird dieses Wort häufig in Glaur, Leir, Lurke, Lorke u. s. f. verderbt, mit welchen letztern Nahmen man auch wohl ein jedes schlechtes unschmackhaftes und kraftloses Getränk im verächtlichen Verstande zu belegen pflegt. Auch aus den Äpfeln, wird nach ausgepreßtem Äpfelmoste ein solcher Lauer auf ähnliche Art bereitet. Im Latein. und Ital. Lora. Ohne Zweifel von lau, unschmackhaft, flau, S. diese Wörter. Die Endsylbe -er bezeichnet ein Subject, ein Ding, von welchem etwas gesagt wird.

 

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