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1. Lauben bis Laubholz (Bd. 2, Sp. 1927 bis 1928)
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Artikelverweis  1. Lauben, in dem Zeitworte erlauben, S. dasselbe.

[Bd. 2, Sp. 1928]



 
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2. * Lauben, verb. reg. neutr. mit dem Hülfsworte haben, Laub bekommen; ein veraltetes Zeitwort.
   In dem Aberellen
   So die bluomen springen
   So louben die linden,
   Heinr. von Veldig. In einigen Gegenden ist es auch als ein Activum üblich, des Landes berauben, oder das Laub der Bäume abstreifen, für ablauben, und in der höhern Schreibart entlauben.
 
Artikelverweis Das
Lauberhuhn, des -es, plur. die -hühner, ein an einigen Orten übliches Zinshuhn, welches die Unterthanen dem Grundherren zur Erkenntniß seines Grundrechtes entrichten. Entweder als eine verderbte Aussprache für Leibhuhn, welchen Nahmen ein solches Zinshuhn gleichfalls führet, oder auch so fern es von jeder Laube, d. i. Wohnhause, gegeben wird. Frisch vermuthet, daß ein solches Huhn für die Freyheit das Holz im Walde genießen zu dürfen gegeben werde, S. Adelung Laub 2. 4), welches denn freylich durch eine genauere Kenntniß der eigentlichen Beschaffenheit dieser Lauberhühner entschieden werden muß.
 
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Die Lauberhütte, plur. die -n, eine grüne mit Zweigen bedeckte Hütte; ein nur im gemeinen Leben für Laubhütte oder Laube übliches Wort, besonders wenn von den festlichen Laubhütten der Juden die Rede ist, in welcher Bedeutung dieses Wort in der Deutschen Bibel Laubhütte lautet. Daher das Lauberhüttenfest, dasjenige Fest der Juden, an welchem sie unter Laubhütten essen müssen, in der Deutschen Bibel, das Fest der Laubhütten, das Laubhüttenfest und das Fest der Landrüst, welcher letztere Ausdruck völlig veraltet ist. Wenn die Sylbe er nicht bloß ein Einschiebsel gemeiner Mundarten ist, so scheinet Lauber hier der alte Oberdeutsche Plural von Laub zu seyn. Indessen ist auch im Oberdeutschen ein Laubertag ein festlicher Tag, welchen man entweder in Lauben, d. i. großen frey stehenden Sälen, oder auch in grünen Sommerlauben zubringt; daher Bluntschli einen weltlichen Festtag, einen Gallatag überhaupt, einen Laubertag nennet. Im Nieders. heißt eine Laubhütte gleichfalls Lövering.
 
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Der Lauberzug, des -es, plur. die -züge, bey den Schlössern, ein Zierath in Gestalt eines Laubwerkes; von dem veralteten Oberdeutschen Plural des Wortes Laub, ein Blatt, gleichsam ein Blätterzug.
 
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Der Laubfall, des -es, plur. inus. in dem Forstwesen, das Abfallen des Laubes von den Bäumen, und die Zeit, wenn dasselbe abzufallen pflegt; daher man im Scherze auch wohl den Herbst den Laubfäller nennet.
 
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Der Laubfink, des -en, plur. die -en, S. Adelung Dompfaff.
 
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Der Lāubfrósch, des -es, plur. die -frsche, eine Art kleiner grüner Frösche, welche sich nur auf der Erde aufhalten, und sich gern auf den Bäumen unter den Blättern des Laubholzes finden lassen; Rana arborea L. Baumfrosch. Von einigen wird der gemeine grüne Landfrosch irrig Laubfrosch genannt. In der Rothwälschen Diebessprache heißt der Jäger Laubfrosch.
 
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Das Laubfutter, des -s, plur. inus. Laub der Bäume, so fern es im Winter zum Futter der Schafe und Kühe gebraucht wird. S. auch Schaflaub.
 
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Das Laubhuhn, des -es, plur. die -hühner, in einigen Gegenden, ein Nahme des Birkhuhnes, weil es sich gern in den Laubhölzern aufhält. Das Männchen wird alsdann Laubhahn und das Weibchen Laubhenne genannt.
 
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Das Laubholz, des -es, plur. die -hölzer. 1) Holz, d. i. Bäume oder Sträuche, welche eigentliches Laub oder Blätter haben, welche sie im Herbste fallen lassen, und im Frühlinge neue gewinnen; zum Unterschiede von dem Nadelholze oder Tangelholze, welches kein eigentliches Laub, sondern Nadeln

[Bd. 2, Sp. 1929]


oder Tangeln hat. Der Plural ist hier nur von mehrern Arten üblich. 2) Ein aus solchem Laubholze bestehendes Gehölz, ein aus Laubholze bestehender Wald oder Hain.

 

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