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Längen bis Langmuth (Bd. 2, Sp. 1902 bis 1903)
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Artikelverweis  Längen, verb. reg. welches das Activum des vorigen Neutrius wenigstens in einigen Bedeutungen ist. 1. Lang machen, in die Länge ausdehnen, erstrecken; wo es doch nur noch in einigen Fällen des gemeinen Lebens üblich ist. 1) Bey den Bäckern wird der Teig gelänget, wenn er mit dem Längeholze gewalzet und dadurch in die Länge ausgedehnet wird. Auch die Metallarbeiter längen ein Metall, wenn sie es vermittelst des Hammers in die Länge ausdehnen. 2) In der Seefahrt wird gespanntes Tauwerk gelänget, wenn es der Länge nach nachgelassen, lockrer gemacht wird. 3) Im Bergbaue wird eine Grube oder ein Ort gelänget, wenn sie in die Länge getrieben oder fortgesetzet werden. S. Adelung Längort. 4) Eine Brühe längen, in den Küchen einiger Gegenden, sie länger, d. i. dünner machen. 2. In der Landwirthschaft Thüringens heißt einen Acker längen, ihn der Länge nach theilen, im Gegensatze des Strümpfens, der Theilung in die Quere. Wo keine Gränzesteine vorhanden sind, müssen die Anstößer in streitigen Fällen mit einander längen, d. i. das streitige Stück Ackers der Länge nach mit einander theilen.
   So auch die Längung. In der anständigern Sprechart ist in den vier ersten Fällen dafür verlängern üblich.
 
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Das Lngenmāß, des -es, plur. die -e, ein körperliches Maß, die Längen der Dinge darnach zu messen, dessen Größe

[Bd. 2, Sp. 1903]


eine gerade Linie ist; zum Unterschiede von dem Flächenmaße und Körpermaße.
 
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Die Langeweile, S. Adelung Lange Weile in Lang II. 3. 4).
 
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Der Lángfísch, des -es, plur. die -e, S. 2. Länge.
 
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Das Langhaar, des -es, plur. inus. bey den Perrückenmachern, die hintern langen ungekräuselten Haare an den Schwanz- und Beutel-Perrücken.
 
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Der Langhals, des -es, plur. die -hälse, im gemeinen Leben, ein mit einem langen Halse versehenes Geschöpf. In engerer Bedeutung, eine Art ausländischer Baumkletten mit einem langen Halse, welche wegen ihres kurzen Schwanzes auch Kurzschwanz genannt wird; Falcinellus Giuguit, Seba et Klein.
 
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Langhärig, adj, et adv. lange Haare habend.
 
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Der Langkragen, des -s, plur. ut nom. sing. S. Mohränte.
 
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Länglich, adj. et adv. ein wenig lang; doch nur von der körperlichen Ausdehnung, und auch hier nur in Vergleichung mit der Breite. Ein Kuchen ist länglich, wenn er länger ist, als breit. Länglich rund, wie ein Ey. Niedersächs. langwälig, langtöged.
 
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Der Langmêsserschmid, des -s, plur. die -schmiede, eine Art Messerschmiede, welche Degenklingen, Gefäße und anderes Zubehör verfertigen, und sich wieder in die Klingenschmiede und Schwertfeger theilen; zum Unterschiede von den Kurzmesserschmieden, welche allerley Arten Messer und Gabeln verfertigen.
 
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Die Langmuth, plur. car. die Aufschiebung und Milderung des Strafübels so viel als möglich ist; ingleichen die Geneigtheit, Fertigkeit, dasselbe so lange als möglich ist, aufzuschieben, welche letztere auch die Langmüthigkeit genannt wird.

 

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